Ausland
«Ich bin der Präsident der französischen Jugend»
Aktualisiert am 07.05.2012 162 Kommentare
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2.50 Uhr
DerBund.ch/Newsnet beendet den News-Ticker. Am Montagmorgen geht es mit Analysen, Hintergründen und News weiter.
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2.40 Uhr
Hollande mit 51,67 Prozent gewählt
Das Pariser Innenministerium hat in der Nacht auf Montag das vollständige Auszählungsergebnis der Präsidentschaftswahlen mit Ausnahme der Stimmen der Franzosen im Ausland bekanntgegeben. Demnach erhielt der Wahlsieger François Hollande 51,67 Prozent der Stimmen, der bisherige Amtsinhaber Nicolas Sarkozy 48,33 Prozent.
In absoluten Zahlen stimmten 17,8 Millionen Bürger für Hollande, 16,7 Millionen für Sarkozy. 2,1 Millionen Stimmen waren Enthaltungen oder ungültig. Noch nicht berücksichtigt waren rund eine Million Franzosen im Ausland. Deren Stimmen sollten am Montag ausgezählt werden, das amtliche Ergebnis der Wahl wird am Donnerstag vom Verfassungsrat in Paris festgestellt. (AFP) -
1.30 Uhr
Hollande spricht bei der Bastille
Nach Mitternacht trifft der zum Präsidenten Frankreichs gewählte François Hollande bei seinen Anhängern auf der Pariser Place de la Bastille ein. Er bedankt sich für die Wahl, die der politischen Linken 31 Jahre nach dem Erfolg François Mitterrands wieder das Präsidentenamt einbringt. Nun sei es an der jungen Generation, am Aufbau Frankreichs teilzunehmen. «Ich bin der Präsident der französischen Jugend», ruft Hollande mit heiserer Stimme den zehntausenden Anwesenden zu.
In Anspielung auf die im Juni anstehenden Parlamentswahlen fordert er zum Weitermachen auf: «Gebt dem Präsidenten eine Mehrheit!» Und Hollande hat Grund zur Hoffnung: Laut einer CSA-Umfrage vom Sonntagabend wollen 31 Prozent die Sozialisten wählen. Zusammen mit Grünen und Linksfront käme das Lager auf 45 Prozent. Die rechte UMP von Nicolas Sarkozy würde auf 30 Prozent absacken. (siehe Ticker-Eintrag von 23.45 Uhr)
In «ganz Europa» stehe ein Wechsel bevor, sagte Hollande. «Überall in Europa» sei die Bewegung zu spüren, die mit der Politik des Sparens brechen wolle. (rub) -
Zusammenfassung 23.50 Uhr
Hollande wird neuer Präsident Frankreichs
Im Kampf um den Élysée-Palast hat Herausforderer François Hollande einen historischen Sieg über Nicolas Sarkozy errungen: Nach 17 Jahren in der Hand der Gaullisten konnte er die französische Präsidentschaft für die Sozialisten zurückerobern. Nach Auszählung von 95 Prozent der Stimmen lag er mit 51,62 Prozent vorn. Der 57-Jährige wird nun nach François Mitterrand der zweite linke Staatschef der Fünften Republik. Amtsinhaber Sarkozy kündigte nach seiner Niederlage an, er werde sich aus der Politik zurückziehen.
Der künftige Präsident liess sich Zeit bis zum späten Abend, bis er vor der Kathedrale im zentralfranzösischen Tulle vor seine jubelnden Anhänger trat. Und seine zentrale Botschaft richtete sich an ganz Europa: «Es wird viele Länder geben, die nun erleichtert und hoffnungsvoll sein werden, dass das Sparen kein unabwendbares Schicksal ist», rief Hollande. Es sei nun seine Mission, «dass die europäische Konstruktion eine Dimension des Wachstums, der Beschäftigung und des Wohlstands erhält». Das werde er so schnell wie möglich seinen europäischen Partnern sagen, zuerst Deutschland. «Wir sind nicht irgendein Land, wir sind Frankreich», sagte er.
Die deutsche Kanzlerin Angela Merkel gratulierte Hollande telefonisch zum Sieg. Beide seien sich einig gewesen, wie wichtig enge deutsch-französische Beziehungen seien, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert. Merkel und Hollande hätten einander versichert, dass sie eine gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit anstreben. Merkel lud Hollande ein, möglichst bald nach seiner Amtseinführung nach Berlin zu kommen.
Die Bastille erstürmt
Auf dem Bastille-Platz in Paris brachen Zehntausende seiner Anhänger bei Bekanntgabe der Hochrechnungen in Jubel aus. «On a gagné» riefen sie: «Wir haben gewonnen.» Ein Meer aus Fahnen in den rot-weissen Parteifarben umwogte die Juli-Säule, als die Menschen die Marseillaise schmetterten. Hollande wollte noch in der Nacht aus Tulle nach Paris fliegen und an der Bastille mitfeiern. Das ist ein symbolträchtiger Ort für die Sozialisten. Dort hatten sie 1981 auch den Sieg Mitterands gefeiert.
Der geschlagene Sarkozy kündigte vor seinen niedergeschlagenen Anhängern seinen Rückzug aus der Politik an. «Mein Platz kann nicht mehr derselbe sein, nach 35 Jahren in politischen Ämtern», sagte er in der Pariser Mutualité. «Mein Leben wird ein anderes sein.» Er habe mit Hollande telefoniert, sagte er, und wünschte ihm viel Glück. Frankreich stehe vor grossen Herausforderungen, und es werde schwer, diese zu bestehen.
Richtungswechsel an der Seine
Der letzte Wahlsieg der Sozialisten liegt 24 Jahre zurück, 1988 konnte sich Mitterrand gegen Jacques Chirac durchsetzen. Alle drei folgenden Präsidentschaftswahlen gewannen die Gaullisten. Bei seiner Stimmabgabe in Tulle hatte sich Hollande «ein schönes Mandat» gewünscht. Ein Endergebnis von unter 52 Prozent ist allerdings schlechter als die letzten Umfragen vor der Wahl, die ihm bis zu acht Punkte Vorsprung gegeben hatten. Damit könnte es noch schwieriger werden, notwendige Reformen umzusetzen.
Die Sozialisten haben sich schon auf den Sieg vorbereitet. Für das Amt des Premierministers kursieren in Paris die Namen von PS-Parteichefin Martine Aubry und Fraktionschef Jean-Marc Ayrault. Ayrault werden die besseren Chancen eingeräumt, weil er sich besser mit Hollande versteht. Die klar links stehende Aubry hat aber eine grosse Fangemeinde in der Partei und eine Frau als Premierministerin wäre auch ein neues Aushängeschild der Sozialisten.
Fabius Aussenminister?
Als potenzieller Aussenminister wird der erfahrene frühere Premierminister Laurent Fabius gehandelt. Der beliebte Bürgermeister von Paris, Betrand Delanoë, gilt als Kandidat für das Justizressort. Die Grünen können sich trotz ihres schlechten Abschneidens von Eva Joly in der ersten Runde (2,3 Prozent) Aussichten auf das Umweltressort machen.
Amtsinhaber Sarkozy hatte im Wahlkampf eine Fortführung seiner Reformen angekündigt und mit EU-skeptischen Tönen und der Drohung, die Grenzen zu schliessen, um Wähler am rechten Rand gebuhlt. Doch der «Omnipräsident» stürzte tief: Er wurde als erster amtierender Staatschef abgewählt. Vor fünf Jahren hatte er mit 53,1 Prozent gegen die sozialistische Kandidatin Ségolène Royale triumphiert. «Ich bin der Präsident, ich war der Chef», sagte er nun mit blassem und abgekämpftem Gesicht. «Wenn es eine Niederlage gibt, dann muss die Nummer 1 die Verantwortung übernehmen.»
Mit seinem Rückzug aus der Politik steht seine Partei UMP vor einem Scherbenhaufen. Er hatte die Partei ganz zu seiner Wahlkampfmaschine umfunktioniert. Um die Macht streiten sich neben Francois Copé der frühere Premierminister Alain Juppé und der derzeitige Premier François Fillon. Der Vorstand der Partei will sich am Montag zu einer Sondersitzung in Paris treffen und die Parlamentswahlen im Juni vorbereiten. Sarkozy wird nicht mehr dabei sein. (dapd) -
23.45 Uhr
Linke hofft auf Parlamentsmehrheit
Nach dem Sieg ihres Kandidaten François Hollande bei der Präsidentschaftswahl können die französischen Sozialisten auch auf eine Mehrheit im Parlament hoffen. Laut einer CSA-Umfrage vom Sonntagabend wollen 31 Prozent die Parti Socialiste in die Nationalversammlung wählen. Zusammen mit Grünen und Linksfront käme das Lager auf 45 Prozent.
Die UMP des scheidenden Staatschefs Nicolas Sarkozy würde auf 30 Prozent absacken. Der Front National von Rechtspopulistin Marine Le Pen käme auf 15 Prozent. Der Zentrumspartei Modem von François Bayrou würden sechs Prozent ihre Stimme geben. Derzeit hat die UMP in der Nationalversammlung rund hundert Sitze mehr als die PS. Gewählt wird das neue Parlament am 10. und 17. Juni. (dapd)
Bild: Massenauflauf bei der Place de la Bastille in Paris, wo die Sozialisten den Wahlsieg François Hollandes feiern. (6. Mai 2012) -
23.35 Uhr
Hollande bei 51,62 Prozent
Nach Auszählung von 95 Prozent der Stimmen ist François Hollande bei der französischen Präsidentschaftswahl auf einen Anteil von 51,62 Prozent gekommen. Amtsinhaber Nicolas Sarkozy lag bei 48,38 Prozent, wie das Innenministerium in Paris gegen 23.30 Uhr bekannt gab. Ungültig waren 5,89 Prozent der Stimmen. Die Wahlbeteiligung lag bei 81,09 Prozent. (dapd) -
23.10 Uhr
Merkel lädt Hollande ein
Die deutsche Kanzlerin Angela Merkel (im Bild) hat dem Sozialisten François Hollande telefonisch zum Sieg bei der französischen Präsidentschaftswahl gratuliert. Das teilte Regierungssprecher Steffen Seibert am Sonntagabend in Berlin mit. Beide seien sich einig gewesen, wie wichtig enge deutsch-französische Beziehungen seien. Merkel und Hollande hätten einander versichert, dass sie eine gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit anstreben. Die CDU-Chefin lud Hollande ein, möglichst bald nach seiner Amtseinführung nach Berlin zu kommen. (dapd) -
22.30 Uhr
Schweizer Parteien reagieren
Die SP Schweiz hat die Wahl von François Hollande zum französischen Präsidenten mit «Freude» begrüsst. Ständerat Didier Berberat (SP/NE) bezeichnete den Sieg als eine «gute Wende» für Frankreich nach den langen Jahren der rechten Vorherrschaft. Für SP-Präsident Christian Levrat werden die Beziehungen zum Nachbarland mit Hollande berechenbarer. «Die Wahl Hollandes ist zentral für Europa», hatte er im Vorfeld der Zeitung «Der Sonntag» gesagt. Für die Schweiz sei es von zentraler Bedeutung, ob die EU-Märkte wieder wachsen.
FDP-Präsident Philipp Müller erwartet, dass der neue Präsident Frankreichs reiche Bürger ins Ausland treibt, wenn er seine angekündigten Ziele umsetzt. «Wenn Hollande tatsächlich den Spitzensteuersatz von 75 Prozent einführt, wird die Schweiz mit Zulauf von reichen Franzosen rechnen können», sagte Müller.
«Bezüglich der Steuerdebatte ist von Hollande nichts Schlimmeres zu erwarten als die Stellungnahmen von Sarkozy, der der Schweiz noch vorwarf, eine Steueroase zu sein, als wir längst die OECD-Standards übernommen hatten», fügte er bei.
Für CVP-Präsident Christophe Darbellay ist die Hälfte von Hollandes Versprechen nicht realisierbar. Die Wahl, die einer Bestrafung Nicolas Sarkozys gleichkomme, werde die Beziehungen zwischen Frankreich und der EU schwieriger gestalten.
Nach Meinung von SVP-Präsident Toni Brunner kommen mit Hollande düstere Zeiten auf Frankreich zu, wie er der Zeitung «Der Sonntag» sagte. «François Hollande ist ein Sozialist wie aus dem Bilderbuch: voller Widersprüche. Er predigt weniger Arbeit und mehr Lohn (...). Seine Versprechen sind unrealistisch», sagte Brunner weiter. (sda) -
22.20 Uhr
Hollande kündigt Wandel an
Der Sozialist François Hollande (im Bild) hat nach seinem Wahlsieg einen Wandel Frankreichs angekündigt. «Der Wandel beginnt jetzt», sagte der 57-Jährige unter Berufung auf sein Wahlkampfmotto vor jubelnden Anhängern in der zentralfranzösischen Stadt Tulle.
Frankreichs Produktion müsse wieder aufgerichtet, die Defizite müssten verringert werden, fügte er hinzu. Europa müsse auf das Wachstum ausgerichtet werden und auf die Zukunft. Die Kinder müssten besser leben können als ihre Eltern. Europa brauche keine reine Sparpolitik, sondern mehr Beschäftigung.
«Sparpolitik endlich nicht mehr unabwendbar»
Es sei nun seine Mission, Europa eine «Wachstumsdimension» zu geben, sagte Hollande. Das werde er auch den europäischen Partnern so schnell wie möglich sagen, «allen voran Deutschland – im Namen der Freundschaft, die uns verbindet und im Namen der Verantwortung, die wir teilen».
In einigen europäischen Ländern herrsche sicher Erleichterung, «dass die Sparpolitik endlich nicht mehr unabwendbar ist», ergänzte Hollande in seiner ersten Ansprache nach dem Wahlsieg. «Der 6. Mai soll ein wichtiges Datum für unser Land sein, ein Neustart für Europa, eine neue Hoffnung für die Welt.»
«Republikanischer Gruss» an Sarkozy
Sein neues Amt bezeichnete er als «Ehre». Ihm sei die Aufgabe bewusst, sagte er. «Ich werde der Präsident aller Franzosen sein», rief er unter dem Jubel seine Anhänger. Dem unterlegenden Amtsinhaber Nicolas Sarkozy rief er einen «republikanischen Gruss» zu und drückte seinen Respekt aus.
Hollande gewann laut den Hochrechnungen mehrerer Institute die Stichwahl am Sonntag gegen den konservativen Präsidenten Nicolas Sarkozy mit rund 52 Prozent. (sda/AFP) -
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Hollande fordert Respekt für Sarkozy
(Video: Reuters) -
22.15 Uhr
Barroso zählt auf Hollande
EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso (im Bild) hat dem künftigen französischen Präsidenten François Hollande zu seinem Wahlsieg gratuliert. «Wir haben ein klares gemeinsames Ziel: Die europäische Wirtschaft wiederbeleben, um ein dauerhaftes Wachstum zu erreichen», erklärte Barroso in Brüssel. Er zeigte sich zudem überzeugt, in Hollande einen «engagierten» Mitstreiter für die europäische Integration zu haben.
Zugleich würdigte Barroso die Verdienste des scheidenden Präsidenten Nicolas Sarkozy. «Zusammen haben wir Grosses erreicht», sagte der Portugiese und erinnerte unter anderem an die französische EU-Ratspräsidentschaft 2008, die «ein Modell an Willensstärke, politischem Ehrgeiz und gelungener Zusammenarbeit mit der Kommission» gewesen sei. Zudem habe sich Sarkozy als «glühender Verfechter des Euro» verdient gemacht und gehöre zu den «Architekten einer neuen europäischen Wirtschaftsregierung».
EU-Ratspräsidentschaft hofft auf Wachstum
Auch aus Dänemark, das derzeit die EU-Ratspräsidentschaft innehat, kamen Glückwünsche. Kopenhagen hoffe auf eine «enge und vorteilhafte» Zusammenarbeit mit Hollande, erklärte die sozialdemokratische Regierungschefin Helle Thorning-Schmidt. Dabei müsse es darum gehen, «Europa aus der Krise zu führen und sich auf die Schaffung von Arbeitsplätzen und Wachstum zu konzentrieren». (AFP/dapd) -
21.35 Uhr
Hollandes Partnerin «ganz einfach stolz»
Noch vor der Ansprache des künftigen französischen Präsidenten François Hollande hat sich dessen Lebensgefährtin heute Abend zu Wort gemeldet. Per Internet-Kurzbotschaftendienst Twitter verkündete Valérie Trierweiler (im Bild), sie sei «ganz einfach stolz, den neuen Präsidenten der Republik zu begleiten» und sei «immer noch genauso glücklich», ihr Leben mit «François» zu teilen. (AFP) -
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Sarkozy räumt Niederlage ein
(Video: Reuters) -
21.25 Uhr
Westerwelle: «historisches Ereignis»
Der deutsche Aussenminister Guido Westerwelle hat den Sieg des Sozialisten François Hollande bei der Präsidentschaftswahl in Frankreich als «historisches Ereignis» bezeichnet. Mit einigen auf Französisch gesprochenen Worten gratulierte Westerwelle heute Abend bei einem kurzen Besuch in der französischen Botschaft in Berlin dem künftigen Staatschef. Westerwelle zeigte sich überzeugt, dass Deutschland und Frankreich weiterhin eng zusammenarbeiten würden. «Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit», sagte der Aussenminister. Er habe «keine Zweifel daran, dass wir unsere gemeinsamen Anforderungen erfüllen werden».
«Wir werden gemeinsam einen Wachstumspakt für Europa erarbeiten», fügte Westerwelle hinzu. Hollande will den Fiskalpakt zur Haushaltsdisziplin in Europa neu verhandeln. Sein Ziel ist es, in Europa nicht allein auf einen rigiden Sparkurs zu setzen, sondern das Wachstum stärker anzukurbeln. (AFP)
Bild: Guido Westerwelle. -
Video
Westerwelle zu Hollandes Wahlsieg
(Video: Reuters) -
21.20 Uhr
Möglicher Premierminister für mehr Wachstum
Der sozialistische Fraktionsvorsitzende Jean-Marc Ayrault hat sich erfreut gezeigt über den Sieg Francois Hollande bei der Präsidentschaftswahl. «Ich teile die Freude der Millionen Franzosen», sagte er heute Abend im französischen Fernsehen. Jetzt gehe es darum, Frankreich wieder aufzurichten und Europa in Richtung auf «mehr Wachstum» zu bringen. Der Kontinent dürfe nicht allein auf Austerität setzen. Ayrault gilt als aussichtsreicher Kandidat für das Amt des Premierministers. (dapd)
(Bild: Jean-Marc Ayraul, der auch Bürgermeister von Nantes ist, vor einem Hollande-Plakat in Nantes, 6. Mai 2012) -
21.10 Uhr
Auszählung: Hollande mit 51,02 Prozent vorn
Im Verlauf der Auszählung der Stimmen hat der Herausforderer im Rennen um die französische Präsidentschaft, François Hollande, heute Abend anhaltend vorn gelegen. Laut Innenministerium hatte er gegen 21.00 Uhr rund 51,02 Prozent der Stimmen erzielt, Präsident Nicolas Sarkozy 48,98 Prozent. Dabei waren 66,15 Prozent der Stimmen ausgezählt. Ungültig waren 6,34 Prozent der Stimmen. (dapd)
(Bild: Ein Wahlzettel mit dem Namen François Hollandes in Illkirch-Graffenstaden bei Strassburg) -
20.30 Uhr
Sarkozy zieht sich aus Politik zurück
Der französische Präsident Nicolas Sarkozy hat seine Wahlniederlage in der Stichwahl heute eingeräumt. «François Hollande ist der Präsident und muss respektiert werden», sagte Sarkozy vor Anhängern in Paris, die ihm lautstark für seinen Einsatz dankten. «Ich übernehme die gesamte Verantwortung für diese Niederlage», ergänzte er. Über seinen Nachfolger François Hollande sagte Sarkozy: «Ich habe ihn soeben am Telefon gesprochen und ihm viel Glück gewünscht. Ich hoffe, dass Frankreich seine Prüfungen bestehen wird. Das Land ist grösser als wir beide.» Sarkozys Anhänger skandierten «Merci, merci» und «Nicolas, Nicolas.»
Sarkozy hat heute auch seinen Rückzug aus der Politik angekündigt. «Nach 35 Jahren in der Politik wird mein Platz nicht mehr derselbe sein. Mein Leben wird ein anderes sein», sagte er vor seinen Anhänger in Paris. (AFP/sda)
Bild: Tweets von Nicolas Sarkozy: «Ich gehe aus dieser Präsidentschaft mit einer Liebe für Frankreich heraus, die noch grösser ist.» Und: «Im Leben eines Mannes ist es eine immense Ehre, das Schicksal eines Landes zu lenken.» - Grafik
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20.25 Uhr
Die wichtigsten Ankündigungen Hollandes
Der Sozialist François Hollande hat die Präsidentschaftswahl in Frankreich gewonnen. Was kommt auf Franzosen und Europa zu?
– Ergänzung des Euro-Fiskalpaktes um Wachstumsmassnahmen
– Einführung von Eurobonds
– Herabsetzung des Staatsdefizits auf drei Prozent des BIP im kommenden Jahr
– Ausgeglichener Haushalt 2017
– Schliessung des Atomkraftwerks Fessenheim an der Grenze zu Deutschland
– Verringerung des Anteils der Atomkraft an der Stromerzeugung von 75 auf 50 Prozent bis 2025
– Abzug der französischen Truppen aus Afghanistan bis Ende 2012
– Stopp der Reform in der öffentlichen Verwaltung (unter Sarkozy wird nur jede zweite frei werdende Stelle wieder besetzt)
– Wiedereinführung des Renteneintrittsalters von 60 Jahren für langjährig Versicherte
– Schaffung von 150'000 Einsteigerjobs im öffentlichen Dienst
– Einstellung von 60'000 Lehrern und Krankenschwestern
– Abschaffung von Steuer- und Abgabenbefreiung für Überstunden
– Millionärssteuer von 75 Prozent
– Steuererleichterung für kleine und mittlere Unternehmen zulasten der Konzerne
(dapd) -
20.20 Uhr
Ségolène Royal freut sich
Ausgerechnet die frühere Lebensgefährtin des französischen Wahlsiegers François Hollande hat sich als eine der ersten Parteigrössen der Sozialisten öffentlich über das Wahlergebnis gefreut. «Die Franzosen können ihm vertrauen», sagte Ségolène Royal am Sonntagabend gegenüber dem Fernsehsender France 2 über Hollande, den Vater ihrer vier Kinder.
Die 58-Jährige war 2007 gegen den scheidenden Präsidenten Nicolas Sarkozy mit 47 zu 53 Prozent unterlegen. Im Wahlkampf hatte sie ihren früheren Partner, der inzwischen mit der Journalistin Valérie Trierweiler liiert ist, unterstützt. Royal absolvierte einen gemeinsamen Auftritt mit Hollande während des Wahlkampfes und bereitete ihn auf die Fernsehdebatte mit Sarkozy vor, in der der Sozialist überraschend stark auftrat. Auch der gemeinsame Sohn Thomas war im Wahlkampf aktiv. In Paris wird nun damit gerechnet, dass Royal die nächste Parlamentspräsidentin wird. (AFP)
Bild: Ségolène Royal trifft in einem Wahllokal in La Rochelle in Südwestfrankreich ein. (6. Mai 2012) -
20.00 Uhr
Erste offizielle Hochrechnungen
Nun ist es offiziell: François Hollande gewinnt die Stichwahl der Präsidentschaftswahl in Frankreich gegen Amtsinhaber Nicolas Sarkozy mit 51,9 (TF 1) und 52 Prozent (France 2).
Weitere Hochrechnungen bestätigen diese Zahlen. Laut dem Institut Sofres kam der 57-jährige Hollande auf 52 Prozent, der konservative Amtsinhaber Sarkozy auf 48 Prozent. Praktisch dieselben Zahlen mit 51,8 beziehungsweise 51,9 Prozent für Hollande veröffentlichten zwei andere Institute. Der frühere Parteichef wird damit der erste sozialistische Präsident seit dem Ende der Amtszeit von François Mitterrand vor 17 Jahren. Hollande hatte bereits die erste Runde der Präsidentschaftswahl am 22. April mit knappem Vorsprung vor Sarkozy für sich entschieden. Die Wahlbeteiligung lag bei gut 80 Prozent. (rub/AFP)
Bild: Anhänger von François Hollande warten auf das offizielle Ergebnis auf der Place de la Bastille in Paris. (6. Mai 2012) -
Zusammenfassung 19.30 Uhr
Hollande gewinnt Präsidentenwahl
Historischer Machtwechsel in Frankreich: Erstmals nach 17 Jahren wird mit François Hollande wieder ein Sozialist Präsident. Der 57-Jährige gewann die Stichwahl am Sonntag laut ersten Hochrechnungen mit 52 bis 53,3 Prozent vor dem konservativen Amtsinhaber Nicolas Sarkozy, der mit höchstens 48 Prozent rechnen kann. Die Wahlbeteiligung war hoch und lag um 17 Uhr bei 72 Prozent. Der Sprecher der Sozialisten, Benoît Hamon, sprach direkt nach Bekanntwerden der ersten Hochrechnungen von einem «sehr grossen Glück», mit dem die «17-jährige Herrschaft der Rechten im Elysée-Palast zu Ende geht». Hollande ist der erste Sozialist an der Staatsspitze seit dem Ende der Amtszeit von François Mitterrand, der von 1981 bis 1995 Präsident war. Der frühere Parteichef der Sozialisten übernimmt das Amt von Sarkozy, der seit 2007 die Geschicke des Landes bestimmte.
Der scheidende Staatschef hatte bereits die erste Runde der Präsidentenwahl am 22. April knapp gegen Hollande verloren. Danach versuchte der 57-Jährige, vor allem die Wähler der rechtsextremen Front National (FN) auf seine Seite zu ziehen.
Keine Wahlempfehlung für Sarkozy
FN-Chefin Marine Le Pen, die in der ersten Runde mit knapp 18 Prozent das beste Ergebnis aller Zeiten für ihre Partei erzielt hatte, sprach aber keine Empfehlung für Sarkozy aus. Stattdessen gab sie einen leeren Stimmzettel ab. Auch der Kandidat der Zentrumspartei Mouvement démocrate (MoDem), François Bayrou, der in der ersten Runde auf gut neun Prozent gekommen war, versagte Sarkozy die Unterstützung.
Damit galt eine Niederlage Sarkozys, der zusammen mit seiner Frau Carla Bruni-Sarkozy im schicken 16. Bezirk von Paris zur Wahl ging, als sicher. Vor fünf Jahren hatte Sarkozy die Stichwahl mit 53 Prozent deutlich vor der Sozialistin Ségolène Royal gewonnen, die auf 47 Prozent kam. Royal war damals die Lebensgefährtin Hollandes.
Sozialisten strömen zur Bastille
Hollande, der inzwischen mit der Journalistin Valérie Trierweiler zusammenlebt, stimmte in der Kleinstadt Tulle in der zentralfranzösischen Corrèze ab. In seiner Wahlheimat wollte er sich nach 20 Uhr vor der Kathedrale auch zum Wahlergebnis äussern. Die Sozialisten versammelten sich bereits am späten Nachmittag am Bastille-Platz in Paris. Dort hatten die Anhänger der Partei auch 1981 den Wahlsieg Mitterrands bejubelt.
Aussenpolitisch dürfte sich mit dem Wahlsieg Hollandes einiges ändern: Der Sozialist kündigte bereits an, er wolle den EU-Fiskalpakt für mehr Haushaltsdisziplin um eine Wachstumskomponente ergänzen. Direkt nach seiner Amtsübernahme will Hollande nach Berlin reisen, um sich mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) zu treffen. Einen ersten Kontakt zu Merkel kündigte Hollandes Sonderberater Jean-Marc Ayrault bereits für Sonntagabend an. (AFP)
(Bild: Ein Anhänger von François Hollande mit Fanartikeln und Rose vor dem Sitz der Sozialistischen Partei in Paris. (6. Mai 2012) -
18.57 Uhr
AFP veröffentlicht erste Hochrechnungen
Der Sozialist François Hollande ist der nächste Präsident Frankreichs. Der 57-Jährige gewinnt die heutige Stichwahl laut ersten Hochrechnungen mit 52 bis 53,3 Prozent. Der konservative Amtsinhaber Nicolas Sarkozy kommt damit auf höchstens 48 Prozent. (AFP) -
18.30 Uhr
Die «Tribune de Genève» fasst die jüngsten Nachwahlbefragungen zusammen. François Hollande würde demnach zwischen 52 und 55 Prozent der Stimmen auf sich vereinen. Der Herausforderer von Amtsinhaber Nicolas Sarkozy wäre so fast sicher gewählt. Denn die Ergebnisse lägen ausserhalb des Fehlerbereichs von Hochrechnungen. (rub)
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18.15 Uhr
Der Korrespondent von Lesoir.be will aus Diplomatenkreisen erfahren haben, dass die Partei UMP von Amtsinhaber Nicolas Sarkozy heute nicht auf der Place de la Concorde feiern wird. Die geplante Zusammenkunft sei abgesagt worden.
Gemäss der «Tribune de Genève» befanden sich gegen 18 Uhr zwar etwa sechs Sattelschlepper auf der Place de la Concorde, wo Nicolas Sarkozy 2007 seine Wahl zum Präsidenten gefeiert hatte. Es würden Kabel verlegt und Antennen ausgerichtet. Allerdings sei kein Vertreter der UMP auszumachen.
Anders sehe es bei der Bastille aus, wo die Sozialisten 1981 den Sieg von François Mitterand gefeiert hatten. Kräne seien zu sehen und Arbeiter errichteten eine Bühne. (rub) -
17.25 Uhr
Umfrageergebnisse
Drei Meinungsforschungsinstitute haben weitere Ergebnisse von Wählernachbefragungen publiziert. Gemäss den Zahlen der Firma Harris Interactive haben 53 Prozent für François Hollande gestimmt und 47 Prozent für Amtsinhaber Nicolas Sarkozy. Zum gleichen Resultat ist Sofres gekommen. Bei der Erhebung von Opinion Way kommt Hollande auf 52,5 Prozent Wähleranteil, schreibt Lesoir.be.
Eine «gut unterrichtete Quelle» der Parti Socialiste bestätigte gegenüber Lesoir.be, dass Hollande gemäss ersten Resultaten mit 53 Prozent führe. (rub)
(Bild: Auszählung der Wahlzettel auf der französischen Insel La Réunion im indischen Ozean, 6. Mai 2012) -
17.15 Uhr
Stimmbeteiligung 17 Uhr
Bis um 17 Uhr haben 71,96 Prozent der französischen Wählerinnen und Wähler ihre Stimme abgegeben. Laut der Website von «Libération» ist das etwas weniger als bei den letzten Präsidentschaftswahlen 2007. Damals hatten um die selbe Zeit schon 75 Prozent des Wahlvolks gewählt.
Bis 20 Uhr, wenn die Wahllokale schliessen, erwarten verschiedene Meinungsforschungsinstitute eine Beteiligung zwischen 81 und 82 Prozent, schreibt «Le Figaro». Auch dieser Wert würde unter demjenigen von 2007 liegen, als 85,31 Prozent teilnahmen. Eine Rekordbeteiligung wurde demnach 1974 mit 87,33 Prozent erzielt. (rub) -
17.05 Uhr
Streik behindert korsische Wähler
Auch am Wahltag lähmt ein Streik einen kleinen Teil des öffentlichen Lebens in Frankreich. Das Personal der Fähren zwischen dem Festland und Korsika streikt – zumindest die Mitglieder der Gewerkschaften CGT, SNCM und «La Méridionale». Fast alle Fähren seien im Hafen von Marseille blockiert, schreibt «Libération» auf ihrer Website.
13'000 Passagiere hätten ihre Überfahrt nach Korsika annullieren oder mit der privaten Gesellschaft Corsica Ferries reisen müssen. Darunter hätten sich auch zahlreiche Personen befunden, die für die Stimmabgabe auf die Insel zurückkehren wollten. (rub) -
16.50 Uhr
Zweifel an Hollandes Vorsprung
Der konservative Premierminister François Fillon ging nach Angaben der Zeitung «Le Figaro» von einem «50:50-Ergebnis» aus. Auch die Sonntagszeitung «Le Journal du Dimanche» erwartete, dass das Ergebnis weniger deutlich ausfallen werde als von allen Umfrageinstituten angekündigt: «Der Ausgang der Wahl könnte unbestimmt sein.» (dapd) -
15.45 Uhr
Schäuble warnt vor neuen Schulden
Die Ankündigung François Hollandes, den Fiskalpakt für die Eurozone nur bei einer Ergänzung um Wachstumsmassnahmen zu ratifizieren, hatte in einigen EU-Ländern, insbesondere in Deutschland, für Verärgerung gesorgt. Am heutigen Wahltag unterstreicht Berlin seine Position. Der deutsche Finanzminister Wolfgang Schäuble wies die Forderung nach einem kreditfinanzierten Konjunkturprogramm scharf zurück.
Hohe Schulden seien eine der wesentlichen Ursachen der Krise, sagte Schäuble dem «Focus». Der Ruf nach neuen Ausgaben wäre «wie ein Schwur, sich bessern zu wollen, aber vorher noch etwas zu sündigen.» Wachstum lasse sich ohne zusätzliche Ausgaben erreichen. «Für Strukturreformen brauchen sie kein Konjunkturprogramm», so Schäuble.
Belgien will keine Nachverhandlung
Schützendeckung erhielt Schäuble heute aus Brüssel, wie Lesoir.be berichtet. Der belgische Aussenminister Didier Reynders sagte, der Stabilitätspakt werde nicht geändert – ungeachtet des Resultats der französischen Präsidentschaftswahlen. Ein Zugeständnis machte der Diplomat jedoch: «Wir werden eine sich ergänzende Wachstumskomponente haben. Aber diese Diskussion findet bereits innerhalb der EU statt.»
Bild: Wolfgang Schäuble, deutscher Finanzminister. -
14.48 Uhr
Erster Trend: Vorwahlumfragen bestätigt
In ersten Umfragen an den Wahlurnen liegt François Hollande bei der Präsidentschaftswahl in Frankreich mit fünf bis sechs Punkten vor Amtsinhaber Nicolas Sarkozy. Der öffentliche belgische Rundfunk RTBF veröffentlichte am frühen Nachmittag auf seiner Internetseite Ergebnisse von Nachwahlbefragungen von zwei Instituten.
Demnach lag Hollande mit 52,5 beziehungsweise 53 Prozent klar vor Sarkozy mit 47,5 beziehungsweise 47 Prozent. Allerdings sind diese ersten Erhebungen noch wenig verlässlich: Die Wahlbüros haben in den französischen Metropolen noch bis 20.00 Uhr geöffnet. (dapd)
(Bild: Rozeen Raffaut (4) sieht, wie ihr Vater seine Stimme im Lycée Français Charles de Gaulle in London abgibt. (6. Mai 2012) -
14.30 Uhr
Hollande will Merkel sprechen
Sobald heute Abend feststeht, dass er als neuer Präsident Frankreichs gewählt wird, will François Hollande die deutsche Kanzlerin Angela Merkel anrufen. Das sagte sein Berater uns sozialistische Fraktionschef Jean-Marc Ayrault, wie «Libération» auf ihrer Internetseite berichtet. «Ich glaube, wenn er gewählt wird, wird er sich schon heute Abend mit der Kanzlerin austauschen. Denn hier liegt der Schlüssel zur Wiederaufrichtung Europas», sagte Ayrault. Es gehe ihm um «Reorientierung in Richtung Wachstum, in Richtung Wettbewerbsfähigkeit und Protektion.»
Und schon am Montag könnte der mögliche Wahlsieger Hollande nach Berlin reisen, schreibt die Nachrichtenagentur DAPD. Das genaue Datum einer solchen Reise sei aber noch offen. (rub)
(Bild: François Hollande trifft bei einem Wahllokal in Laguenne ein) -
13.50 Uhr
Franzosen strömen zu den Urnen
Auch die Kandidaten Nicolas Sarkozy und François Hollande geben ihre Stimme im Präsidentschaftswahlkampf ab. (Video: Reuters) -
13.10 Uhr
Hollande führt
Der öffentliche belgische Rundfunk RTBF hat heute Mittag erste Ergebnisse der französischen Präsidentschaftswahl aus den Überseegebieten auf seiner Netzseite veröffentlicht. Demnach gewann der Favorit François Hollande klar in den ersten Überseegebieten und Konsulaten, wo schon am Samstag abgestimmt worden war.
Die Zahlen lauteten für Saint-Pierre und Miquelon 65,31 zu 34,69 Prozent für Hollande, auf Martinique 68,46 zu 31,54, auf Guadeloupe 71,93 zu 28,07, in Französisch-Guyana 62 zu 38 und auf Saint Martin 51,5 zu 48,5 Prozent. Nur auf Saint Barthélémy gewann Amtsinhaber Nicolas Sarkozy mit 82,7 zu 17,3 Prozent. Auf vielen Inseln erzielte Sarkozy demnach ein schlechteres Resultat als 2007. Die Auslandsfranzosen in Montréal stimmten mit 57,74 Prozent für Hollande, in New York mit 62,5 Prozent für Sarkozy. -
13.00 Uhr
Wahlbeteiligung
Bei der Stichwahl um die Präsidentschaft in Frankreich hat die Wahlbeteiligung heute Mittag höher gelegen als bei der ersten Runde vor zwei Wochen. Bis 12 Uhr hätten 30,7 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme abgegeben, teilte das Innenministerium mit. In der ersten Runde lag die Beteiligung um diese Zeit bei 28,3 Prozent.
In der Stichwahl 2007 zwischen dem Konservativen Nicolas Sarkozy und der Sozialistin Ségolène Royal hatten mittags allerdings bereits 34,1 Prozent der Wähler ihre Stimme abgegeben. Die erste Runde am 22. April hatte François Hollande mit weniger als zwei Prozentpunkten Vorsprung gewonnen. Letzten Umfragen zufolge dürfte er die Stichwahl deutlich für sich entscheiden. (AFP) -
Ausgangslage
Lächelnd in die Entscheidung
Seit 8 Uhr sind die Wahllokale in Frankreich geöffnet. Auch die Kandidaten François Hollande und Nicolas Sarkozy haben ihre Stimmen bereits abgegeben – und sich dabei ziemlich entspannt gezeigt. Jovial lächelnd, Hände schüttelnd und Küsschen verteilend erschien François Hollande gemeinsam mit seiner Lebensgefährtin Valérie Trierweiler in einem öffentlichen Gebäude seines Wahlkreises Tulle (Zentralfrankreich).
Während sie in der Wahlkabine verschwand, genoss er sichtlich die aufmunternden Worte seiner Anhänger. Bei der Stimmabgabe liess er sich ausgiebig fotografieren und signierte ein Hochzeitsfoto, das ihm eine Wählerin reichte. Strahlend und demonstrativ gut gelaunt suchte er anschliessend das Bad in der Menge.
Auch sein Kontrahent, der um ein zweites Mandat kämpfende Präsident Nicolas Sarkozy, zeigte sich demonstrativ lächelnd bei der Stimmabgabe am Mittag. Er wählte im vornehmen 16. Pariser Arrondissement in Begleitung seiner Frau Carla Bruni-Sarkozy.
Wie auch Hollande genoss er sichtlich die Ermunterungen seiner Anhänger, bevor er seinen Stimmzettel in die Urne gleiten liess. Beide Kandidaten vermieden jede öffentliche Erklärung nach der Stimmabgabe.
Zweite Runde hat begonnen
Rund 45 Millionen Wähler sind heute aufgerufen, sich zwischen dem Sozialisten François Hollande und dem konservativen Amtsinhaber Nicolas Sarkozy zu entscheiden. Hollande ist klarer Favorit: Die Umfragen sehen ihn mit bis zu 53,5 Prozent vor Sarkozy mit bis zu 47,5 Prozent. Die erste Runde am 22. April hatte Hollande mit weniger als zwei Prozentpunkten Vorsprung gewonnen.
Mit dem Versprechen einer Wachstumspolitik will Hollande den Élysée-Palast für die Sozialisten zurückerobern. Er wäre der erste sozialistische Präsident seit François Mitterrand, der von 1981 bis 1995 französischer Staatschef war.
Der konservative Amtsinhaber Nicolas Sarkozy gab sich trotz seines Rückstands bis zuletzt zuversichtlich. Mit dem Aufruf, Frankreich stehe vor einer Schicksalsentscheidung und Hollandes Wahlversprechen würden das Land in die Krise stürzen, versuchte er die Franzosen zu mobilisieren.
Sarkozys Ende naht
Die Amtszeit Sarkozys endet am 15. Mai um Mitternacht. Hollande hatte für den Fall eines Erfolgs eine Amtsübernahme an diesem Tag angekündigt. Dann will der Sozialist auch bekannt geben, wer neuer Regierungschef wird.
Erste Prognosen über den Ausgang werden am späten Nachmittag erwartet: Französischsprachige Medien aus Belgien und der Schweiz haben angekündigt, auf ihren Internetseiten noch vor 18 Uhr die ersten Umfrageergebnisse zu veröffentlichen. In Frankreich ist die Publikation vor Schliessung der Wahllokale um 20 Uhr verboten.
Erstellt: 07.05.2012, 02:32 Uhr
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162 Kommentare
Allez Sarkozy eine faustdicke Überraschung ist heute Abend nicht ausgeschlossen. Gewinnen die Sozialisten ist die Geschichte Frankreichs besiegelt und es geht steil bergab .Wie fähig Hollande ist zeigt die Gemeinde Corrèze in der er wenige Jahren regiert hat: Heute die höchste Verschuldungsrate Frankreichs. Typisch Sozialisten die Bedrohung für Europas Wohlstand.Der Kapitalismus wird siegen. Antworten
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