Ausland

Hollande bezeichnet Sarkozy als Widerling

Aktualisiert am 04.01.2012 7 Kommentare

François Hollande kämpft mit harten Bandagen: Frankreichs sozialistischer Präsidentschaftskandidat soll seinen Konkurrenten Nicolas Sarkozy vor Journalisten beleidigt haben. Es hagelt Kritik.

Wird wegen seiner Aussage stark kritisiert: Frankreichs sozialistischer Präsidentschaftskandidat, François Hollande.

Wird wegen seiner Aussage stark kritisiert: Frankreichs sozialistischer Präsidentschaftskandidat, François Hollande.
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Hollande – der Herausforderer von Sarkozy

Hollande – der Herausforderer von Sarkozy
François Hollande ist neuer Präsident Frankreichs. Er gewann die Stichwahl laut Hochrechnungen mit rund 52 Prozent vor Amtsinhaber Nicolas Sarkozy.

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Der Ton im französischen Wahlkampf wird rauer: Die konservative Regierungspartei UMP reagierte heute mit Empörung auf Berichte, wonach der sozialistische Präsidentschaftskandidat François Hollande den Präsidenten Nicolas Sarkozy als Widerling bezeichnet haben soll.

Die Ministerin für Ausbildung und berufliche Bildung, Nadine Morano, forderte von Hollande eine «öffentliche Entschuldigung». Die Bemerkungen seien «unerträglich und unerhört». Regierungssprecherin Valérie Pécresse verlangte eine Erklärung, sollte die Aussage von Hollande so getroffen worden sein.

Aussage «off the records»

Hollande hatte gestern einige Journalisten zum Mittagessen eingeladen, darunter auch einen Vertreter der Nachrichtenagentur AFP. Das Gespräch war «off the records», die Aussagen durften also eigentlich nicht verbreitet werden. Dennoch berichtete die Zeitung «Le Parisien» heute über Hollandes Widerling-Aussage.

Tatsächlich hatte der sozialistische Präsidentschaftskandidat in der Runde so getan, als ob er als Sarkozy zu den Franzosen spreche, und hatte ironisch gesagt: «Ich bin der Präsident des Misserfolgs, ich bin ein Widerling, aber in diesen schwierigen Zeiten bin ich der einzig Handlungsfähige...» Sarkozy werde versuchen, sich im Wahlkampf als der «mutige Steuermann» zu präsentieren, sagte Hollande weiter.

Unwürdiges Verhalten

Verteidigungsminister Gérard Longuet nannte Hollande heute einen «schlechten Kandidaten», denn wenn er den Wahlkampf so beginne, dann könne dieser nur mittelmässig werden. Aussenhandelsstaatssekretär Pierre Lellouche wandte sich gegen «persönliche Angriffe» im Wahlkampf. Hollande habe einen «grossen Fehler» begangen. Ex-Industrieminister Christian Estrosi erklärte Hollandes Verhalten für «eines Präsidentschaftskandidaten unwürdig». Es sei «auf persönlicher Ebene niederträchtig, aber auf politischer Ebene auch gefährlich», weil das Amt des Präsidenten herabgewürdigt werde.

Innenminister Claude Guéant nannte die Bemerkungen im Sender Europe 1 «untragbar». Viele Mitarbeiter Hollandes liessen sich zu Beleidigungen und lügnerischen Aussagen hinreissen, kritisierte er. (wid/AFP)

Erstellt: 04.01.2012, 13:56 Uhr

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7 Kommentare

peter widmer

04.01.2012, 14:51 Uhr
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zum Glück beginnen sich die Sozialisten schon jetzt selber zu disqualifizieren. Wir können alle nur hoffen, dass in Frankreich nicht Sozis an die Macht gelangen. Nur so erhalten wir uns einen Nachbarstaat der nicht total pleite geht und seine Verteilungspolitik noch weiter treibt; wir können ja am BSL-MLH Airport hautnah mitverfolgen, was es heisst, nach französischem Recht zu wirtschaften; Chaos Antworten


Konrad Schläpfer

04.01.2012, 14:35 Uhr
Melden 18 Empfehlung

Man kann nur hoffen das Hollande nicht Präsident wird,die Lage in Europa ist viel zu Ernst als dass man solchen Leuten die Verantwortung übertragen könnte. Antworten




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