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Hollande auf den Spuren Mitterrands
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François Hollande hat es geschafft: 17 Jahre nach dem Ende der Amtszeit seines Vorbilds François Mitterrand gewann der Sozialist die Präsidentschaftswahl in Frankreich. Auf Mitterrand berief sich Hollande gerne im Wahlkampf – bis hin zur selben Gestik in seinen Ansprachen. Hollande verwendete Teile aus Mitterrand-Reden in seinen Ansprachen.
Auf seinen Wahlkampfreisen baute der neue Präsident Stationen ein, auf denen Mitterand selber bei seinen Wahltouren Halt gemacht hatte. Viele Posen von Hollande wirkten wie abgeguckt von den öffentlichen Auftritten jenes Mannes, der am 10. Mai 1981 die Wahl ins höchste französische Staatsamt geschafft hatte. Sich immer an der Basis zu zeigen, lernte Hollande einst von seinem grossen Mentor.
Mitterrand-Attitüden im TV-Duell
Auch beim TV-Duell gegen Nicolas Sarkozy am Mittwochabend kopierte Hollande den ersten sozialistischen Präsidenten der Fünften Republik Frankreichs. Holland hielt die Hände flach und parallel. Er presste die Lippen aufeinander, dann verschränkte er die Arme. Mit solchen Gesten versuchte Hollande, präsidiale Souveränität auszustrahlen. Mehr noch: Hollande hielt am Donnerstag seine letzte grosse Kundgebung in Toulouse – wie Mitterrand es seit seinem ersten Wahlkampf 1965 immer getan hatte. «François président!», riefen die Anhänger. Sie meinten wohl beide Männer, beide François.
Allerdings wirkt Hollande im Gegensatz zu Mitterrand eher bieder und bodenständig. Dies war aber kein Nachteil bei diesen Präsidentenwahlen. Frankreich sehnte sich offenbar nach einem seriösen Gegenentwurf zum hektisch anmutenden Amtsinhaber.
Mitterrand schaffte es erst im dritten Anlauf
Im Gegensatz zu Mitterrand hat es Hollande gleich im ersten Anlauf an die Staatsspitze geschafft. Mitterrand hatte dagegen dreimal für das Präsidentenamt kandidiert: 1965 trat er vergeblich gegen den Gründer der Fünften Republik an, den amtierenden Präsidenten Charles de Gaulle. 1974 unterlag Mitterrand, damals Chef der Sozialistischen Partei, in der Stichwahl gegen den Rechtsliberalen Valéry Giscard d'Estaing. Am 10. Mai 1981 konnte sich der damals 64 Jahre alte Sozialist endlich in der zweiten Runde der Präsidentschaftswahl mit 51,8 Prozent der Stimmen gegen Amtsinhaber Giscard d'Estaing durchsetzen.
Sieben Jahre später gelang Mitterrand souverän die Wiederwahl: Mit 54 zu 46 Prozent der Stimmen gewann er im Mai 1988 gegen den Konservativen Jacques Chirac. Insgesamt regierte Mitterrand damit 14 Jahre lang – zwei Amtsperioden, die damals jeweils sieben Jahre dauerten. Es war damit die längste Amtszeit eines Präsidenten der Fünften Republik. (vin/afp/dapd)
Erstellt: 06.05.2012, 21:08 Uhr
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