Historisches Treffen in der Türkei – an einem Fussballspiel
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«Wir schreiben hier keine Geschichte, wir machen Geschichte», sagte der türkische Präsident Abdullah Gül nach türkischen Medienberichten vom Donnerstag. Auch Sargsjan zog eine positive Bilanz.
Der armenische Präsident hatte am Mittwochabend im nordwesttürkischen Bursa zusammen mit Gül ein Qualifikationsspiel der Fussball-Nationalmannschaften beider Länder für die Weltmeisterschaft in Südafrika im kommenden Jahr besucht. Es war der erste Türkei-Besuch eines armenischen Staatsoberhaupts zu bilateralen Kontakten.
Pfiffe bei der armenischen Nationalhymne
Nicht so begeistert von der Annäherung erschienen allerdings die türkischen Fussballfans: Beim Spielen der armenischen Nationalhymne und dem Auftritt der Elf des Nachbarlands buhten sie lautstark, wie ein Reporter der Nachrichtenagentur AFP berichtete.
Gül hob nach Angaben von Diplomaten hervor, die Annäherung werde ein langer und schwieriger Prozess sein. Er hoffe aber, dass die Unterstützung für das in beiden Ländern umstrittene Projekt wachse. Türkische Zeitungen werteten den Besuch Sargsjan am Donnerstag als «Sieg für den Frieden».
Schweizer Vermittlung
Die Beziehungen zwischen der Türkei und Armenien werden durch die Erinnerung an die türkischen Massaker an den Armeniern im Ersten Weltkrieg sowie durch den Konflikt in der Enklave Berg-Karabach in Aserbaidschan belastet.
Unter Vermittlung der Schweiz hatten beide Seiten nach monatelangen Vorbereitungen am vergangenen Wochenende mehrere Protokolle unterzeichnet, die eine Normalisierung der Beziehungen und die Öffnung der geschlossenen Grenze vorsehen. Gül hatte die türkisch-armenische Annäherung im vergangenen Jahr mit einem Besuch des Qualifikations-Hinspiels der Türkei in Eriwan angestossen. (cpm/sda)
Erstellt: 15.10.2009, 10:39 Uhr
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