Ausland

«Historisches Abkommen»: Russland und Ukraine beenden ihren Gasstreit

Aktualisiert am 21.04.2010

Nach Jahren voller Gehässigkeiten haben die beiden Nachbarstaaten jetzt einen neuen Vertrag für die Erdgaslieferung aus dem Osten ausgehandelt. Das liegt vor allem an Viktor Janukowitsch.

Zeichen der Freundschaft: Dmitri Medwedew wird am Mittwochmorgen am Flughafen Kharkiv, Ukraine, empfangen.

Zeichen der Freundschaft: Dmitri Medwedew wird am Mittwochmorgen am Flughafen Kharkiv, Ukraine, empfangen.

«Neustart in den Beziehungen»: Dmitri Medwedew (links) und Viktor Janukowitsch am Mittwoch in Kharkiv.

Russland und die Ukraine haben sich auf niedrigere Gaspreise geeinigt. Kremlchef Präsident Dmitri Medwedew und der ukrainische Präsident Viktor Janukowitsch vereinbarten damit bei einem Treffen in der Ukraine einen Neustart in den Beziehungen.

Janukowitsch ist am 25. Februar zum Präsidenten der Ukraine gewählt worden. Im Gegensatz zur früheren Premierministerin Julija Timoschenko gilt er als pro-russisch. Die Beziehungen zwischen Russland und der Ukraine hatten sich nach der Wahl von Janukowitsch im Februar nach Jahren der Abkühlung spürbar erwärmt.

Preisnachlässe für die Ukraine

Janukowitsch bezeichnete die Vereinbarung als «historisch» in den Beziehungen beider Länder, wie die Agentur Interfax am Mittwoch meldete. Die Ukraine erhalte durch Nachbesserungen an den vor einem Jahr mit Russland unterschriebenen Gasverträgen einen Preisnachlass von 40 Milliarden US-Dollar gerechnet auf die nächsten 10 Jahre.

Bei dem Treffen in Charkow einigten sich Janukowitsch und Medwedew zudem auf eine Verlängerung des Vertrags für die auf der ukrainischen Halbinsel Krim stationierte russischen Schwarzmeerflotte über das Jahr 2017 hinaus. Nach Angaben von Medwedew soll der Vertrag um 25 Jahre mit der Option auf weitere 5 Jahre verlängert werden.

Am Rande des Treffens vereinbarten auch die Geheimdienstchefs beider Länder eine enge Zusammenarbeit. Der Nato-Gegner Janukowitsch hatte zur Freude Russlands bereits kurz nach seiner Wahl einen Beitritt seines Landes zu dem westlichen Militärbündnis abgelehnt. (oku/sda)

Erstellt: 21.04.2010, 15:49 Uhr


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