«Hehlerei im grossen Stil»
Artikel zum Thema
- Merkel will die gestohlenen Daten
- «Die Schweiz zerstört das Vertrauen Deutschlands»
- Wenn Bankmitarbeiter zum Risiko werden
- Deutsche Regierung will Schweizer Bankdaten kaufen
Stichworte
Die Regierung in Vaduz und der Erbprinz verurteilten die deutschen Methoden mit scharfen Worten. Die deutschen Steuerfahnder waren über den Auslandgeheimdienst BND an 1400 Kundendaten gekommen. Der BND hatte für die Datensätze zwischen vier und fünf Millionen Euro bezahlt. Im Zuge der Steueraffäre kam es zu Razzien in Deutschland und in anderen Ländern.
Der damalige Chef der deutschen Post, Klaus Zumwinkel, wurde im Februar 2008 vor laufenden Fernsehkameras verhaftet. Er trat von seinem Posten zurück und wurde später wegen Steuerhinterziehung verurteilt.
Hans-Adam II. setzte noch einen drauf
In Liechtenstein schlug der Datenklau ein wie eine Bombe und erschütterte das kleine Fürstentum in den Grundfesten. Erbprinz Alois sprach von einem «überrissenen Angriff». Offensichtlich wolle man «im grossen Stil Hehlerei betreiben».
Der heutige Regierungschef Klaus Tschütscher, vor zwei Jahren noch stellvertretender Regierungschef, beschuldigte die deutschen Behörden, «drakonische und rechtsstaat-feindliche Methoden» anzuwenden.
Die Beziehungen zwischen Liechtenstein und Deutschland sackten auf einen frostigen Tiefpunkt. Das liechtensteinische Staatsoberhaupt Fürst Hans-Adam II. setzte noch einen drauf, als er erklärte, in Zukunft auf Leihgaben von Bildern nach Deutschland zu verzichten.
Datendieb immer noch flüchtig
Im Bemühen, den namentlich bekannten mutmasslichen Datendieb und Auslöser der Steueraffäre dingfest zu machen, lief das Fürstentum gegen eine Mauer. Sowohl Deutschland als auch die Vereinigten Staaten lehnten Rechtshilfegesuche ab.
Auch die Liechtensteiner Polizei konnte bei der Fahndung nicht auf die übliche Zusammenarbeit und Unterstützung ausländischer Polizeibehörden zählen. Der mutmassliche Dieb ist immer noch nicht gefasst. In Liechtenstein wird vermutet, er habe im Rahmen eines US- Zeugenschutzprogammes eine neue Identität erhalten.
Ein letztes Lebenszeichen gab es vom Datendieb im Oktober vergangenen Jahres. Die US-Wirtschaftsnachrichtenagentur Bloomberg berichtete, der Liechtensteiner wolle sich einen Anteil an den nachträglich von der US-Steuerbehörde IRS eingezogenen Steuern sichern.
Von grauer Liste gestrichen
Die durch den Datenklau ausgelöste Steueraffäre führte letztlich dazu, dass der internationale Druck auf Liechtenstein stieg. Das Fürstentum bekannte sich in der Folge zum Austausch von Steuerinformationen nach OECD-Standard.
Nach der Unterzeichnung von zwölf solcher Abkommen mit anderen Staaten strich die OECD Liechtenstein von der grauen Liste der unkooperativen Steueroasen und setzte sie auf die weisse. (sam/sda)
Erstellt: 01.02.2010, 17:06 Uhr
Ausland
- 06:36Demonstranten bewerfen Präsidentschaftskandidaten mit Steinen
- 23:08Grosser Andrang vor ägyptischen Wahllokalen
- 21:28«Dieses Ungleichgewicht zerstört die Europäische Union»
- 19:31Weil er die Spur zu Osama bin Laden legte: Arzt muss ins Gefängnis
- 17:21«Sie wollen Angst verbreiten, indem sie Mädchen vergiften»
- 16:44Die ignorierten Kämpferinnen
Live @ Sunset
11. bis 22. Juli - Zürich Dolder u.a. mit B.B. King, Elton John und Alanis Morissette!
Online-Wettbewerb
Jetzt mitmachen!: Gewinnen Sie einen Abend als Statist bei den Tellspielen Interlaken!
Remund führend in Werbetechnik
Kein Wunsch zu aufwendig, kein Format zu gross - Remund Werbetechnik löst jede Aufgabe mit modernster Technik.
Familie, Beruf und Studium
Sonia Uhlmann ist keine typische Studentin. Dank Fernstudium hat sie den Master trotzdem geschafft.




