Gute Karten für Hollande gegen Sarkozy

Aktualisiert am 17.10.2011 1 Kommentar

François Hollande steigt für die Sozialisten in den Präsidentschaftswahlkampf. Seine Chancen stehen gut. Nun ringt der französische Präsident Nicolas Sarkozy um Aufmerksamkeit.

Könnte für Nicolas Sarkozy gefährlich werden: Der Kandidat der französischen Sozialisten François Hollande.

Könnte für Nicolas Sarkozy gefährlich werden: Der Kandidat der französischen Sozialisten François Hollande.
Bild: Reuters

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Frankreich im Wahlfieber

Frankreich im Wahlfieber
François Hollande geht bei der heutigen Stichwahl um die Präsidentschaftskandidatur der Sozialisten als Favorit ins Rennen. Er ist das pure Gegenteil von Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy.

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François Hollande gegen Nicolas Sarkozy: Auf dieses Szenario können sich die Franzosen bei der Präsidentschaftswahl im Frühling einstellen. Jüngste Umfragen geben einem sozialistischen Kandidaten gute Chancen, die Wahl im Frühling zu gewinnen. Der sozialistische Herausforderer wird am kommenden Wochenende ein Team für den Wahlkampf gründen. «Wir werden gründlich über die bisherigen Rezepte nachdenken und neue finden», versprach Hollande. Die Werte von Amtsinhaber Sarkozy hielten sich zuletzt rund um die 30 Prozent. Offiziell hat Sarkozy seine Kandidatur bisher nicht angekündigt, es wird aber erwartet, dass er sich für eine weitere Amtszeit bewerben wird.

Über Wochen hat die Kandidatenwahl der Sozialisten die französischen Nachrichten bestimmt, nun ringt der französische Präsident Nicolas Sarkozy wieder um Aufmerksamkeit. Sein Generalsekretär Jean-François Cop kündigte im französischen Fernsehen an, Sarkozy werde in den kommenden Tagen eine Rede an die Nation halten. Darin solle es um die Sorgen der Franzosen, die Wirtschaftskrise und die Europäische Union gehen. Auch will der konservative Politiker über den G-20-Gipfel sprechen, der Anfang November im südfranzösischen Cannes stattfindet.

Innenpolitisch klar, aussenpolitisch vage

Gestern haben die Sozialisten ihren Ex-Parteichef François Hollande zum Herausforderer des konservativen Staatschefs gekürt. Nach Auszählung von mehr als 2,3 Millionen der rund 2,7 Millionen Stimmen setzte sich Hollande in der Stichwahl mit 56 Prozent gegen die Parteivorsitzende Martine Aubry durch.

Er registriere, welche Sorgen um die Zukunft die Menschen umtrieben, erklärte Hollande in der Nacht auf heute. Dazu zählten die Unruhen in der Finanzwelt, die Exzesse der Globalisierung, Unzulänglichkeiten Europas und Angriffe auf die Umwelt, sagte er. In seinem Programm zielt Hollande auf stärkere Ausgaben für die Bildung, Anreize für Unternehmen, junge Menschen einzustellen und eine Reduzierung des Staatsdefizits. Aussenpolitisch bleibt das Programm vage, schlägt aber einen «Pakt» mit Deutschland vor, das europäische Projekt voranzutreiben.

Niederlage eingeräumt

Bereits im ersten Wahlgang lag Hollande vor Aubry. Zuletzt hatte er Unterstützungserklärungen von den übrigen vier im ersten Wahldurchgang gescheiterten Kandidaten erhalten. Aubry räumte noch am Sonntagabend ihre Niederlage ein. «Ich gratuliere François Hollande, der klar vorn liegt, wärmstens.»

Hollande rief die französische Linke auf, sich bei den Präsidentenwahlen im April hinter ihm zu vereinen. Der Sieg in den Vorwahlen gebe ihm Kraft und Legitimität für die erwartete Konfrontation, sagte der 57-Jährige.

Vorwahlen sollten Kandidaten Unterstützung sichern

Die innerparteiliche Vorwahl in diesem Jahr – die erste derartige – sollte helfen, Uneinigkeiten der letzten Jahre beizulegen und den Sozialisten einen Sarkozy-Herausforderer mit starkem Rückhalt zu garantieren. Sie hoffen auf den ersten Sieg der Sozialisten seit 1988.

Im ersten Wahldurchgang waren mehr als 2,6 Millionen Stimmen abgegeben worden. Neben Parteimitgliedern sind auch Sympathisanten unter gewissen Vorbedingungen wahlberechtigt.

Die derzeitige Parteivorsitzende Aubry ist vor allem für das von ihr vorangetriebene Gesetz für die 35-Stunden-Woche in den 1990ern bekannt. Ihr Vorgänger Hollande ist der ehemalige Lebensgefährte der vorigen Präsidentschaftskandidatin der Sozialisten, Ségolène Royal, und gilt als Verfechter einer starken Integration mit Europa. Hollande wird als Moderater gesehen, während Aubry wiederholt ihre Hoffnung nach einer «starken Linken» ausgedrückt hatte, um Sarkozy herauszufordern.

Strauss-Kahn muss zuschauen

Zu Jahresanfang hatten die Sozialisten noch auf den Chef des Internationalen Währungsfonds (IWF), Dominique Strauss-Kahn, als ihren Kandidaten gesetzt. Im Mai wurde dieser aber der versuchten Vergewaltigung eines New Yorker Zimmermädchens bezichtigt. Die Vorwürfe wurden zwar inzwischen fallen gelassen, die Ambitionen auf eine Präsidentschaftskandidatur blieben jedoch auch auf der Strecke.

(wid, jak/dapd)

Erstellt: 17.10.2011, 10:44 Uhr

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1 Kommentar

Peter Miller

17.10.2011, 15:48 Uhr
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Marie le Pen wirds machen, diese Wette gehe ich ein. Antworten



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