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Ex-Scotland-Yard-Chef prophezeit Jahre der Strassenschlachten

Aktualisiert am 07.12.2011 34 Kommentare

Lord Stevens' Blick in die Kristallkugel ist ein düsterer: Die britische Polizei müsse sich in den nächsten Jahren vermehrt auf Ausschreitungen einstellen. Mit seiner Vorhersage steht er bei weitem nicht alleine da.

Könnte ein regelmässiges Bild bleiben: Ein Polizist der Metropolitan Police während der Ausschreitungen in Hackney. (8. August 2011)

Könnte ein regelmässiges Bild bleiben: Ein Polizist der Metropolitan Police während der Ausschreitungen in Hackney. (8. August 2011)
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Fordert sensiblere Arbeit der Polizei: Lord John Stevens. (Bild: Reuters )

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Krawalle in London

Krawalle in London
Nachdem ein vierfacher Familienvater durch eine Polizeikugel getötet wurde, haben dutzende Menschen gewaltsam demonstriert. In verschiedenen Stadtteilen Londons ist es zu schweren Ausschreitungen gekommen.

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Grossbritannien könnte in Zukunft noch öfters mit öffentlichen Unruhen konfrontiert werden. Dies prophezeit zumindest der ehemalige Scotland-Yard-Chef Lord John Stevens. Sollte sich dessen düsterer Blick in die Kristallkugel bewahrheiten, stehen der britischen Insel weitere Jahre bevor, in denen Ausschreitungen, wie jene im vergangenen Sommer, keine Seltenheit sein könnten.

Stevens äusserte seine Unkenrufe anlässlich der Eröffnungssitzung einer unabhängigen Kommission, welche sich auf Geheiss der Labour Partei mit der Zukunft der Polizeiarbeit im Vereinigten Königreich befasst. «Wir müssen über das nächste Jahr hinaus damit rechnen, dass sowohl friedliche Demonstrationen als auch grössere kriminelle Ausschreitungen die grössten Herausforderungen für die Polizei darstellen werden», meinte der Ex-Chef der Metropolitan Police gemäss «The Guardian».

Viele Arbeitslose, unmotivierte Polizisten

In den kommenden zwei, drei Jahren müssten sich die Polizeikräfte deshalb vor allem mit der Thematik der öffentlichen Ausschreitungen befassen, meinte Stevens weiter. Die wirtschaftliche Entwicklung werde nämlich mehr Konflikte auf die Strasse tragen. «Ich mache mir grosse Sorgen über die Arbeitslosenzahlen, besonders über die Anzahl der jungen Arbeitslosen.» Auf die Frage, ob man wieder mit Vorkommnissen in der Grössenordnung vom Sommer 2011 rechnen müsse, meinte Stevens, er hoffe selbstverständlich nicht. Doch sein Bauchgefühl sage ihm alles in allem nichts Gutes.

Mit dem düsteren Ausblick ist der ehemalige oberste Scotland-Yard-Mann jedoch nicht allein. Ein Grossteil der britischen Polizeichefs sehen die Zukunft ihrer Arbeit gemäss «Guardian» ebenso dunkel. Auch Schatten-Innenministerin Yvette Cooper klingt wenig optimistisch, wenn sie sagt: «Ich befürchte, dass Grossbritanniens Polizeiarbeit bald mit einer Krise konfrontiert wird. Die Grössenordnung der Budgetkürzungen, die verwirrenden Reformen und die steigenden Anforderungen sind schlicht zu viel des Guten.» Schon jetzt sei die Moral unter den Beamten fast auf dem Tiefpunkt angelangt.

Hauptaufgaben von Lord Stevens' Kommission ist es laut «Independent» denn auch, sich mit Fragen der Arbeits-Optimierung, zukünftigen Ausrüstung von Beamten und der Rolle der Polizei in der Gesellschaft zu befassen. Besonders im Zusammenhang mit letzterem Punkt müsse man unbedingt auch die Lehren aus dem vergangenen Sommer ziehen, so der Leiter der Kommission.

Verhasste Personenkontrollen

Die Polizei müsse in Zukunft den Leuten deutlicher erklären, weshalb sie zu gewissen Handlungen gezwungen sei. Den Sicherheitskräften müsse zum Beispiel klar werden, dass Strassenkontrollen äusserst heikel seien. Damit bestätigt Stevens die Ergebnisse von verschiedenen Untersuchungen zu den Sommer-Ausschreitungen, die die Personenkontrollen als einen der Hauptgründe für die Aggressivität während der Krawalle nennen.

Stevens will nicht nur diesbezüglich die Lehren aus den Vorfällen von 2011 ziehen. Die ersten Ausschreitungen in Tottenham nach der Schiesserei hätten vorausgesehen werden müssen. Danach sei die Polizei den Vorkommnissen immer einen Tag hinterhergehinkt, so der Ex-Polizist. In Zukunft sei es wichtig, dass die Polizei auch besser auf die Bedürfnisse und Sorgen der Gemeinden höre. (kpn)

Erstellt: 08.12.2011, 06:49 Uhr

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34 Kommentare

Christoph Geiser

08.12.2011, 07:03 Uhr
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Nicht nur in GB, das Phänomen wird auch hier auftreten. Das hat man eben davon, wenn man die sozialen Probleme anderer Länder abschöpft, sie sind dann logischerweise hier. Europa ist selbst am Arsch, kann es aber nicht zugeben, den überheblichen Anspruch auf Ethik will es nicht aufgeben. Wer alles verteidigt, verteidigt nichts. Ist glaub von Barbarossa. Antworten


Peter Haller

08.12.2011, 07:51 Uhr
Melden 26 Empfehlung

Man beutet die Menschen bis aufs Blut aus und wundert sich, wenn die sich plötzlich währen!
Die Armen und Unterdrückten und Angelogenen sind Legion! Ein Heer der Sklaven das aufwacht !
Alles schon da gewesen, es riecht nach Revolution !
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