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Ex-Pressesprecher von Cameron angeklagt
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In der Abhöraffäre um das britische Skandalblatt «News of the World» ist der frühere Pressesprecher des britischen Premierministers David Cameron, Andy Coulson, heute angeklagt worden. Wie die Staatsanwaltschaft in London mitteilte, wurde gegen insgesamt acht Verdächtige in der Affäre Anklage erhoben.
Unter ihnen befindet sich auch die langjährige Vertraute von Medienzar Rupert Murdoch, Rebekah Brooks. Während der Zeit von Brooks und Coulson als Chefredakteure der inzwischen eingestellten Boulevardzeitung sollen Journalisten des Blatts die Telefone zahlreicher Prominenter und Politiker abgehört und Polizisten bestochen haben. Zudem sollen auch Handy-Mailboxen von Angehörigen getöteter Soldaten und eines entführten Mädchens geknackt worden sein. Die Zahl der Abhöropfer der Boulevardzeitung soll bei etwa 600 liegen.
Brad Pitt und Angelina Jolie
Ausserdem geht die Staatsanwaltschaft gegen den früheren Redaktionsleiter Stuart Kuttner, den ehemaligen Redakteur Greg Miskiw, Ex-Nachrichtenchef Ian Edmonson, den früheren Chefreporter Neville Thurlbeck, den Reporter James Weatherup und den Privatdetektiv Glenn Mulcaire vor.
Die Beschuldigten müssen sich unter anderem wegen des mutmasslichen Abhörens von Telefonen der US-Schauspieler Brad Pitt und Angelina Jolie sowie ihres britischen Kollegen Jude Law verantworten. Auch der britische Fussballstar Wayne Rooney und Ex-Beatle Paul McCartney sollen bespitzelt worden sein. Keine Anklage werde gegen fünf andere Journalisten erhoben, gegen die ebenfalls ermittelt worden war, teilte die Staatsanwaltschaft mit.
Verdacht auf Vertuschung
Der heute 44-jährige Coulson war in den Jahren 2003 bis 2007 Chefredakteur der «News of the World», die ebenso alte Brooks in den Jahren 2000 bis 2003. Coulson legte seien Posten nieder, nachdem die Abhöraffäre im Jahr 2007 ans Licht gekommen war. Später wurde er zunächst Kommunikationsberater Camerons in dessen konservativer Partei und später Sprecher des Premierministers. Dieses Amt legte Coulson im Januar 2011 im Zusammenhang mit dem Abhörskandal nieder.
Gegen Brooks und fünf weitere Beschuldigte, darunter Brooks' Ehemann Charlie, einen Schulfreund Camerons, hatte die Staatsanwaltschaft bereits Mitte Mai erste Anklagen wegen versuchter Verschleierung von Straftaten erhoben. Es besteht der Verdacht, dass alle sechs Angeklagten die Aufklärung des Skandals zu verhindern versuchten, indem sie kistenweise Dokumente beiseite schafften. Die neuen Anklagen beziehen sich auf die Abhöraktionen selbst.
Oberstaatsanwältin Alison Levitt begründete die Anklageerhebungen im britischen Fernsehen mit einem «öffentlichen Interesse» an den Vorgängen. Brooks teilte mit, sie sei «nicht schuldig». Insgesamt wurden im Zusammenhang mit der Affäre bisher mehr als 70 Verdächtige festgenommen. Eine von Cameron eingesetzte Untersuchungskommission zur Medienethik soll begleitend zu den Ermittlungen bis zum Jahresende einen Bericht über die Vorgänge vorlegen. (mrs/AFP)
Erstellt: 24.07.2012, 13:10 Uhr
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