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«Europa ist schwächer als wir dachten»

Aktualisiert am 06.01.2012 18 Kommentare

Italiens Premier Mario Monti verglich bei seinem Paris-Besuch Europa mit einem Bergsteiger am Hang. Die Krise betreffe nicht nur den Euro, sondern die finanzielle Lage in mehreren Ländern.

Bergsteiger am Hang: Mario Monti und Nicolas Sarkozy im Elysee-Palast in Paris.

Bergsteiger am Hang: Mario Monti und Nicolas Sarkozy im Elysee-Palast in Paris.
Bild: AFP

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Italiens Premier Mario Monti hat heute nach einem Treffen mit seinem französischen Amtskollegen François Fillon in Paris zugegeben, dass Europa schwächer als gedacht sei. Die Krise betreffe nicht die europäische Devise als Währung, sondern die finanzielle Lage in mehreren Ländern des Euro-Raums.

Der 68-jährige Monti verglich Europa mit einem Bergsteiger am Hang. «Wir erleben eine entscheidende Phase, wir können das Ziel erreichen. Europa hat immer seine Fähigkeit bewiesen, Schwierigkeiten in Fortschritte umzuwandeln», versicherte Monti.

Anstrengungen ohnegleichen

Aus der Krise könne ein Europa mit stärkerer Wettbewerbsfähigkeit, Wachstumsfähigkeit und Selbstvertrauen hervorgehen, so Monti. Es sei wichtig, das Vertrauen der Finanzmärkte zu gewinnen. Die Märkte dürften keine Zweifel an der Stabilität des Euro haben.

Italien habe Anstrengungen ohnegleichen im EU-Raum unternommen, um bis 2013 eine ausgeglichene Bilanz vorzulegen, betonte Monti. «Italien arbeitet für die Sanierung der Staatsschuld, jetzt muss die EU aber rasche Beschlüsse fassen», sagte der Premier.

Monti rief die EU auf, konkrete Massnahmen zur Förderung des Wirtschaftswachstums zu fassen. Europa müsse jedoch nicht nur die Wirtschaft, sondern auch die soziale Gerechtigkeit berücksichtigen.

In Brüssel zu Hause

Monti hatte gestern eine Neujahrs-Kampagne gestartet, um die EU-Partner von der Zuverlässigkeit Italiens bei der Umsetzung seines Sparprogramms zu überzeugen. Die Europa-Tour begann mit einem Besuch in Brüssel.

«Hier bin ich zu Hause», sagte Monti, der zwischen 1994 und 2004 als EU-Kommissar amtiert hatte. Nach einem Besuch im EU-Sitz reiste Monti nach Paris weiter. «Europa hat keinen Grund, Italien zu fürchten», sagte Monti im Interview mit der französischen Tageszeitung «Le Figaro».

Vorbereitung auf EU-Gipfel

Am 18. Januar reist Monti nach London, wo er den britischen Premier David Cameron treffen wird. Monti wird Cameron sein Konjunkturpaket zur Ankurbelung der italienischen Wirtschaft vorstellen.

Monti bereitet sich mit seiner Europa-Tour auf den EU-Gipfel Ende Januar vor, der sich vor allem mit Beschäftigung und Wirtschaftswachstum auseinandersetzen wird.

Noch zuvor, am 20. Januar, reist der französische Präsident Nicolas Sarkozy mit Bundeskanzlerin Angela Merkel zu einem Treffen mit Monti nach Rom. Das teilte Sarkozy am Freitag nach einem Gespräch mit Monti in Paris mit.

(kle/sda)

Erstellt: 06.01.2012, 19:30 Uhr

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18 Kommentare

Linus Huber

07.01.2012, 05:05 Uhr
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"Massnahmen zur Förderung des Wirtschaftswachstums"? Er meint wohl, noch mehr Schulden machen.
Die beste Massnahme waere, dass jene, die sich verspekulierten, endlich dazu gezwungen werden, ihre Verluste anzuerkennen und Bankrott zu erklaeren anstelle die Allgemeinheit zu belasten. Zuviele faule Kredite belasten das System und verhindert einen laengerfristigen Aufschwung.
Antworten


Kyrill Usnetsov

06.01.2012, 23:04 Uhr
Melden 24 Empfehlung 0

"Schwächer als wir dachten" - soso. Woran haben sich die Politiker denn orientiert, als sie "dachten"? An den Zahlen hat sich in so kurzer Zeit kaum was geändert. Der Fall ist doch klar und die Hiobsbotschaften werden in wohlüberlegten Dosen schrittweise Kommuniziert. Das Ende des Euros ist wohl auch näher, als "sie denken". Oder zumindest zugeben, zu denken. Antworten



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