Ausland
Ein harter Tag für Sarkozy
Aktualisiert am 27.04.2012 40 Kommentare
Hollande führt in Umfragen
Der sozialistische Kandidat Francois Hollande liegt einer Umfrage zufolge weiterhin deutlich vor Amtsinhaber Nicolas Sarkozy. Nach einer am Donnerstag veröffentlichten Umfrage kommt Hollande auf 55 und Sarkozy auf 45 Prozent.
Besonders interessant für den Ausgang der Stichwahl am 6. Mai wird das Votum der Wähler des rechtsextremen Front National sein - dieser hatte beim ersten Durchgang am vergangenen Sonntag 18 Prozent erreicht.
Laut Sopra würden sich 51 Prozent von ihnen für Sarkozy und nur 16 Prozent für Hollande entscheiden, 33 Prozent würden sich enthalten. Weil Hollande aber die meisten Wähler der Linksfront und ein Drittel der Mitte-Partei Modem auf sich zieht, kann er seinen Vorsprung ausbauen. (sda)
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Die Gangart im französischen Präsidentschaftswahlkampf wird härter: Staatspräsident Nicolas Sarkozy machte am Donnerstag im Wahlkampf möglicherweise falsche Behauptungen über seinen Kontrahenten in der Stichwahl am 6. Mai, François Hollande.
Zuerst behauptete Sarkozy in einem Radio-Interview, der umstrittene Islamwissenschaftler Tariq Ramadan habe zur Wahl Hollandes aufgerufen. Ramadan selbst dementierte dies umgehend. Zugleich widersprach der muslimische Rat Frankreichs (CFCM) der Behauptung von Sarkozys Partei UMP, 700 muslimische Gemeinden würden ebenfalls dazu raten, den Sozialisten Hollande ins Präsidentenamt zu befördern. Hollande warf Sarkozy daraufhin «Lügen und kalkulierte Verwirrung» vor.
Kritik am neuen rechten Kurs
Sarkozy muss am 6. Mai um seine Wiederwahl kämpfen – und bislang sehen ihn alle Umfragen als Verlierer. Deshalb wirbt er nun offensiv um die Wähler des Front National (FN), die beim ersten Wahldurchgang am vergangenen Sonntag mit knapp 18 Prozent überraschend zahlreich waren.
Offenbar glaubt die UMP, sobald muslimische Bürger Hollande unterstützten, würden sich die FN-Wähler automatisch von ihm abwenden. Inzwischen haben mehrere UMP-Abgeordnete den «rechten Kurs» von Sarkozy öffentlich kritisiert.
Kehrtwende in Europapolitik
Aber auch auf einem anderen umkämpften Feld, der Europapolitik, vollzieht Sarkozy eine Kehrtwende. Die Ankündigung des Präsidenten der Europäischen Zentralbank, Mario Draghi, einen Wachstumsvertrag für Europa zu schmieden, kam für Sarkozy denkbar ungelegen. Hollande hatte seit Monaten einen neuen europäischen Wachstumspakt und eine Erweiterung der Brüsseler Sparpolitik gefordert – und war dafür von Sarkozy gescholten worden als jemand, der die Märkte verunsichere.
Nun muss Sarkozy kleinlaut in dasselbe Horn blasen. «Ein reiner Sparkurs ist ein grosser Irrtum», sagte Sarkozy in einem Radiointerview am Donnerstag. Er habe aber keine Wende vollzogen, sondern die «bisherige Politik noch erweitert». Hollande hatte die Europapolitik von Sarkozy daraufhin als «vollkommen verfehlt» bezeichnet.
So viele Arbeitslose wie lange nicht mehr
Doch damit noch nicht genug: Neue Zahlen zur Wirtschaft Frankreichs stimmen ausserdem pessimistisch. Kurz vor der Wahl des neuen Präsidenten ist die Arbeitslosigkeit so hoch wie seit mehr als zwölf Jahren nicht mehr. Die Zahl der erfassten Jobsucher zog im März um 16'600 auf 2,88 Millionen an, wie das Arbeitsministerium am Donnerstag mitteilte.
Auf Monatssicht ist dies ein Anstieg von 0,6 Prozent, im Jahresvergleich sogar um 7,2 Prozent. Höher war die Zahl der Arbeitssuchenden zuletzt im September 1999. (fko/dapd/sda)
Erstellt: 26.04.2012, 23:56 Uhr
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40 Kommentare
Da macht sich ja jemand immer mehr zur Witzfigur, wenn das auch schon nicht mehr möglich schien. Scheint so, als würde er seine Mutter verkaufen für die Wiederwahl. Was würde er eigentlich nicht tun, um an der Macht zu bleiben? Wird er wohl schlecht verkraften, in der Bedeutungslosigkeit zu verschwinden. Antworten
Monsieur Sarkozy hat im (Politiker)Leben zu viele Spitzkehren und Wendungen vollzogen als dass er heute noch vertrauenswürdig und -erweckend wäre.Um ein paar Stimmen zu holen erzählt er heute das Gegenteil von gestern und dies nicht zum 1.mal.Auch die Aufhetzung einzelner Volksgruppen gegen andere ergibt ein denkbar schlechtes Bild. Mr S. ist das Abbild eines sehr schlechten Politikers schlechthin Antworten
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