Ebay-Versteigerung Merkels gestoppt
War auf Ebay zu haben: Angela Merkel.
Mit der Aktion in der Auktionsbörse Ebay wollten Künstler vom Berliner Zentrum für Politische Schönheit nach eigenen Angaben ein Zeichen gegen den inspirationslosen Wahlkampf und die Politikverdrossenheit in Deutschland setzen. Dort wird am 27. September ein neuer Bundestag gewählt.
Bevor die beiden Angebote gelöscht worden seien, habe eine «relativ unfreundliche» Anruferin aus dem Bundeskanzleramt die Künstler aufgefordert, die Auktionen zu entfernen. Wann genau die Angebote gelöscht wurden, sei jedoch unklar.
«Wir warten noch auf eine konkrete Begründung von Ebay», sagte der aus Bern stammende Aktionskünstler Philipp Ruch, einer der Mitinitiatoren. In dem Telefonat mit dem Kanzleramt habe Ruch angeboten, dass sich die Kanzlerin «für 5,6 Millionen Euro freikaufen» könne. Daraufhin habe die Mitarbeiterin aufgelegt.
Ein Regierungssprecher erklärte jedoch auf Anfrage, dass es ein solches Telefonat nicht gegeben habe. «Das Kanzleramt war nicht mit der Aktion befasst und wird gegen die Auktionen auch nichts unternehmen.
Fast 70 Franken geboten
Die Versteigerungen von Merkel und Steinmeier waren am Dienstag von den Berliner Aktionskünstlern vom Zentrum für Politische Schönheit initiiert worden. Mit den Einnahmen aus den Auktion wollten die Aktionskünstler ein Projekt zur Rettung von Flüchtlingen im Mittelmeer und das World-Food-Programm der Uno unterstützen.
Nach Bekanntwerden der Auktionen hatten laut Ruch weltweit mehr als 10'000 Besucher die Auktion von Angela Merkel aufgerufen. Bis gestern Abend habe das Höchstgebot für die Kanzlerin bei 3030 Philippinische Peso (69 Franken) betragen.
Nächste Option: Pakistan
Für Kanzlerkandidat Steinmeier seien rund 300 PHP (6,80 Franken) geboten worden. «Sollte sich Ebay weigern, die Auktionen wieder ins Netz zu stellen, werden wir ein pakistanisches Auktionshaus damit beauftragen, wo auch Waffen verkauft werden», sagte Ruch.
Das Zentrum für Politische Schönheit ist ein Zusammenschluss von rund 100 Künstlern mit Sitz in Berlin. Zur rechtlichen Absicherung der Aktion hatten die Künstler in den Angeboten auf die philippinische Verfassung verwiesen. Sie hatten die Angebote auf der philippinischen Seite des Auktionshauses platziert. (phz/sda)
Erstellt: 12.08.2009, 16:02 Uhr
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