Drohen in Deutschland Blackouts nach AKW-Ausstieg?
Aktualisiert am 07.02.2012 70 Kommentare
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AKW-Debatte
Deutscher Konzern E.ON baut Atomkraftwerk in Finnland
Es war die erste Ankündigung eines AKW-Neubaus nach Fukushima. Nach Vorstellung des vom deutschen Energie-Konzern E.ON errichteten AKW-Konsortiums Fennovoima soll Ende 2012 oder Anfang 2013 mit dem Bau eines neuen Atomreaktors bei Pyhäjoki (Finnland) begonnen werden. Pyhäjoki liegt rund 100 Kilometer südlich der Stadt Oulu am Bottnischen Meerbusen der Ostsee. Atomkraftgegner protestieren seit Jahren gegen das Projekt.
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In Deutschland sind im ersten Jahr nach Fukushima noch neun Atomkraftwerke in Betrieb, die schrittweise bis 2022 vom Netz genommen werden sollen. Obwohl in wenigen Monaten acht AKW vom Netz genommen wurden, ist es nicht zu einer Unterversorgung mit Energie gekommen, wie die «Süddeutsche Zeitung» in einem Hintergrundbericht feststellt.
Theoretisch könnte Deutschland sich an den meisten Tagen selbst versorgen. Doch es importiert auch Strom aus dem Ausland, weil dieser meist billiger ist als der aus alten deutschen Kohlekraftwerken. «Es kann vorkommen, dass Deutschland den Ausfall seiner Atomkraftwerke mit Atomstrom aus Frankreich kompensiert.»
Grösste Schwierigkeit ist Ausbau der Stromnetze
Mit dem AKW-Ausstieg, der genau vor sechs Monaten gesetzlich verankert wurde, ist ein Ausbau der erneuerbaren Energien verbunden. Diese sind 2011 im Erzeugungsmix erstmals an Kernenergie und Steinkohle vorbeigezogen und zum zweitwichtigsten Energieträger bei der Deckung des Strombedarfs aufgestiegen, nach der Braunkohle.
Die deutsche Regierung will vor allem den Ausbau der Windenergie forcieren. Hier zeigt sich gemäss dem SZ-Bericht ein grundsätzliches Problem des Stromübertragungsnetzes: Die Produktion verlagert sich wegen des Ausbaus der Windkraft mehr und mehr nach Norden, verbraucht wird der Strom aber hauptsächlich im Westen und Südwesten Deutschlands, weil hier die Industriezweige sind, die am meisten Energie verbrauchen.
Kaltreserve aus alten Kohle- und Gaskraftwerken
Die nach dem AKW-Ausstieg geäusserten Ängste vor einem Strom-Blackout sind laut der «Süddeutschen» unbegründet. Die deutsche Bundesnetzagentur hat eine sogenannte Kaltreserve aus alten Kohle- und Gaskraftwerken zur Verfügung, falls der Strom knapp werden sollte. Ausserdem könnten die abgeschalteten Kraftwerke relativ rasch wieder in Betrieb genommen werden.
Allerdings gibt es Berichte, wonach seit der Energiewende die Anzahl kurzzeitiger Stromausfälle zugenommen haben soll. In diesem Winter ist der Stromverbrauch bisher recht niedrig, weil die Temperaturen mit Ausnahme dieser Tage mild waren.
Deutsche akzeptieren höhere Strompreise
Ein aus Konsumentensicht wichtiger Punkt sind die Strompreise, die nach einem Auf und Ab nach Fukushima ziemlich stabil geblieben sind. Die leichte Erhöhung der Strompreise im laufenden Jahr hat nichts mit dem AKW-Ausstieg zu tun. Die Deutsche Energie-Agentur GmbH geht jedoch davon aus, dass die Strompreise aufgrund der Energiewende bis 2020 um rund 20 Prozent steigen werden.
Gemäss einer Ende 2011 durchgeführten Umfrage zeigen sich die meisten Deutschen weiterhin bereit, für die Energiewende höhere Strompreise zu zahlen. (vin)
Erstellt: 07.02.2012, 10:57 Uhr
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70 Kommentare
Und es geht doch... Hoffentlich realisieren auch gewisse Politiker unseres Volkes und gewisse Stromgurus unseres Landes, dass die Zeit der Erneuerbaren längst begonnen hat und eine natürlich helle Zunkunft bevorsteht. Haben wir den Mut und schaffen an dieser Zukunft. Antworten
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