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Die neue Première Dame
Von Oliver Meiler, Paris. Aktualisiert am 07.05.2012
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Selbst der Titel ist erfunden: Première Dame, so etwas wie das Pendant zur amerikanischen First Lady, gibt es in Frankreich nur als Medienbegriff. Es gibt auch keine Jobbeschreibung dafür, wie sich die Frau des Präsidenten der französischen Republik zu verhalten hat, was sie soll, was sie nicht darf. Egal, was sie tut: Die Première Dame steht jedenfalls im Fokus der Öffentlichkeit.
Valérie Trierweiler, 47, aus Angers, hat noch ihre liebe Mühe mit der Aufmerksamkeit, die ihr nun erwächst. Sie kennt die Medien von der anderen Seite, als Journalistin. Seit 1988 arbeitet sie als Reporterin für «Paris Match», ein Hochglanzmagazin der gehobenen Klasse mit Geschichten zu People und Politik. Das Heft setzte sie einst auf den Parti Socialiste an. So lernte sie François Hollande kennen – und dessen damalige Lebenspartnerin Ségolène Royal. Selber war sie mit dem Redaktionssekretär der Zeitschrift verheiratet, von dem sie den elsässisch klingenden Namen übernahm.
Patchworkfamilie mit sieben Kindern
Ihre Liebe zu Hollande wurde erst vor fünf Jahren bekannt, kurz nach Royals Wahlniederlage. Man hat jetzt eine Patchworkfamilie mit sieben Kindern. Trierweiler soll die treibende Kraft hinter der Verwandlung Hollandes sein. Dessen ganzer Auftritt veränderte sich in den letzten Jahren. Er verlor 15 Kilos, trug plötzlich passende Anzüge, eine modernere Brille, tönte sich die Haare. Vor allem aber wirkte der Sozialist selbstsicherer und noch beseelter von seiner hehren Bestimmung, als er es davor schon gewesen war. Operation Elysée 2012 begann, als noch niemand an seine Wahlchancen glaubte und Trierweiler auf dem kleinen Fernsehsender Direct 8 politische Talkshows moderieren durfte.
Als Hollandes Beliebtheitswerte dann aber schlagartig stiegen, gab sie den politischen Journalismus auf und interviewte nur noch unverfängliche Gäste: Musiker etwa, Maler, Sportler. «Ich weinte», erzählte sie kürzlich, als man sie zu ihrem Abschied bei Direct 8 befragte. Sie stellt sich auf ein neues Leben ein, von dem sie hofft, es lasse genug Platz für Arbeit – vielleicht sogar für Journalismus? Doch das ist wohl eine Illusion.
«Ich musste immer hart arbeiten»
Trierweiler gehört jetzt inoffiziell zum Beraterstab ihres Mannes. Im Pariser Hauptquartier von Hollandes Wahlkampfteam hat sie ein Einzelbüro, Zimmer 306. Nicht einmal Leute, die bald einmal Minister werden könnten, haben ein Einzelbüro. Man hört auch, sie bewege sich wie eine «Duchesse», wie eine divenhafte Herzogin, und vertrage Kritik nur schlecht. Als sie «Paris Match» kürzlich ohne ihr Wissen aufs Cover setzte und sie zu «Hollandes charmantem Trumpf» machte, twitterte sie genervt: «Bravo, ‹Match›, für den Sexismus.»
Nach aussen will sie normal wirken, wie ja auch ihr Mann ein «normaler Präsident» sein will. Trierweiler verweist gerne auf die bescheidenen Verhältnisse, denen sie entstammt. Ihre Mutter ist Kassiererin in einer Eishalle, ihr Vater invalid. «Ich musste immer hart arbeiten, um mir mein Leben zu verdienen», sagte Trierweiler während des Wahlkampfs. Dieser Satz galt Carla Bruni, ihrer Vorgängerin im Elysée-Palast. (DerBund.ch/Newsnet)
Erstellt: 06.05.2012, 20:17 Uhr
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