Ausland

Die Zeit in Athen läuft ab – das sind die wichtigsten Daten

Aktualisiert am 08.02.2012 29 Kommentare

Athen hofft, dass heute mit Troika und privaten Gläubigern eine Einigung zustande kommt. Nur so wird der Weg für das nächste Hilfspaket frei. Ein Überblick über die nächsten Schritte.

Noch immer ist das Land nicht über den Berg: Die griechische und die europäische Flagge unter dem düsteren Himmel von Athen.

Noch immer ist das Land nicht über den Berg: Die griechische und die europäische Flagge unter dem düsteren Himmel von Athen.
Bild: Keystone

Das 130-Milliarden-Euro schwere Rettungspaket hängt noch in der Schwebe. (Video: Reuters)

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Krise in Griechenland spitzt sich zu

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Die Gewerkschaften wehren sich gegen den Sparkurs der Regierung.

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Mit vierstündiger Verspätung hat am Nachmittag ein möglicherweise entscheidendes Treffen der griechischen Koalitionspartner über weitere Sparmassnahmen begonnen. Die drei Ministerpräsident Lukas Papademos unterstützenden Parteien stehen unter massivem Druck, weitere von der EU geforderte Kürzungen zu akzeptieren. Die Beratungen sind seit drei Tagen geplant und sollten heute eigentlich um 12.00 Uhr beginnen. Zu Beginn des Treffens wurde ein 50-seitiges, englischsprachiges Dokument mit den Forderungen der Schuldeninspektoren verteilt.

Die Eurozone schaut gebannt nach Athen. Wie schon seit Tagen wird auch heute auf einen Durchbruch an mehreren Fronten gehofft: Die griechische Regierung soll erstens von der Troika geforderten weiteren Sparmassnahmen zustimmen, zweitens mit ihren privaten Gläubigern einen Schuldenschnitt aushandeln.

Beides ist Bedingung für ein weiteres Hilfspaket, das von einem überparteilichen Konsens in Athen getragen werden muss. Die Zeit drängt, da Griechenland bald neues Geld braucht. Sollte es heute eine Einigung in Athen geben, könnte der Zeitplan wie folgt aussehen:

9. Februar

Sobald die Regierung in Athen Ergebnisse vorweisen kann, sollen die Finanzminister der Euroländer zusammenkommen, um über weitere Finanzhilfen zu beraten. Ein Treffen bereits am Donnerstag ist möglich. Das zweite Hilfspaket soll nach Beschlüssen vom Herbst 130 Milliarden Euro gross sein. Offen ist derzeit, ob diese Summe reicht, um Griechenland langfristig abzusichern. Immer wieder gibt es deswegen auch Forderungen, dass etwa auch die Europäische Zentralbank (EZB) Griechenland Schulden erlässt.

13. Februar

Wenn es auch zu einer Einigung über den Schuldenschnitt kommt, muss Griechenland seinen Privatgläubigern ein Angebot für einen Umtausch ihrer Anleihen vorlegen, das ist ein komplizierter Vorgang. Die Frist für die Abgabe des Angebots läuft am 13. Februar ab. Durch den Schuldenschnitt sollen hundert Milliarden Euro vom griechischen Schuldenberg abgetragen werden.

15. Februar

Ein neues Hilfspaket muss nach einem Beschluss der Finanzminister auch auf nationaler Ebene abgesegnet werden. In Deutschland ist dafür der Bundestag zuständig – der allerdings am Freitag dieser Woche letztmals vor einer zweiwöchigen Sitzungspause zusammentritt. Deswegen müsste wahrscheinlich eine Sondersitzung abgehalten werden, als Termin wird der 15. Februar genannt.

20. und 21. Februar

In Brüssel treffen sich an zwei Tagen hintereinander erst die Eurogruppe, dann die Finanzminister aller 27 EU-Länder. Die Beratungen sind eine weitere Möglichkeit, wichtige Weichen zur Griechenland-Rettung zu stellen – oder im schlimmsten Fall für eine Staatspleite des Landes, wenn die Bemühungen scheitern.

1. und 2. März

Der nächste EU-Gipfel ist angesetzt. Zu diesem Zeitpunkt soll Griechenland mit seinen privaten Gläubigern den Anleihenumtausch im Rahmen des Schuldenschnitts abgeschlossen haben. Das Thema Griechenland dürfte den Gipfel beherrschen.

20. März

Das entscheidende Datum, an dem sich die bisherigen Bemühungen ausrichten: Am 20. März muss Griechenland Altschulden in Höhe von 14,5 Milliarden Euro zurückzahlen. Hat das Land bis zu diesem Tag nicht die ersten Zahlungen aus dem neuen Hilfspaket erhalten, steht es vor der Pleite. Die Folge wäre wohl ein Austritt aus der Eurozone. (kpn/AFP)

Erstellt: 08.02.2012, 15:00 Uhr

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29 Kommentare

Theo Sprecher

08.02.2012, 15:01 Uhr
Melden 51 Empfehlung

Nur durch Lügen und gefälschten Daten konnte Griechenland der Eurozone betreten.
Anstatt jetzt die Ärmel nach hinten zu krempeln und gemeinsam anzupacken protestieren und streiken die Griechen wieder einmal. Eine griechische Entschuldigung den Bürgern der anderen Euro-Länder gegenüber, habe ich bis heute noch nicht vernommen. Schämen sich die Griechen eigentlich nicht für dieses Fiasko?
Antworten


Kurt Aegeri

08.02.2012, 16:44 Uhr
Melden 28 Empfehlung

Die EU-Staatsherren und-Damen sollen den BürgerInnen mal reinen Wein einschenken: wie lange noch gedenken sie, Unmengen von Geld in ein Fass ohne Boden zu schmeissen? Und wird ein weiteres Mal der Sparstift bei den Rentnern angesetzt. Die korrupten Herren, welche die Massnahmen beschliessen sitzen immer noch auf ihren Sesseln. Das ist der wahre Skandal! Antworten




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