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Die Rechte und Nette

Von Annika Joeres, dapd. Aktualisiert am 22.04.2012 14 Kommentare

Marine Le Pen hat ihren Vater überholt. Die rechtsextreme Frontfrau hat es geschafft, den Front National in ein anderes Licht zu rücken. Ihren Erfolg bei der Präsidentenwahl wird sie weiter ausnutzen.

Hat den Front National ihres Vaters erfolgreich entdämonisiert: Marine Le Pen tanzt nach bekanntgabe der Resultate mit Anhängern.

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Marine Le Pen hat sich ihren grössten persönlichen Wunsch erfüllt: Die Spitzenkandidatin der rechtsextremen Front National hat bei der französischen Präsidentschaftswahl ihren lange Zeit übermächtigen Vater Jean-Marie Le Pen überholt und nach ersten Hochrechnungen bis zu 20 Prozent der Stimmen erreicht.

Sie beherrscht die grossen Gesten ihres Vaters und langjährigen Parteivorsitzenden: Mit weit zur Seite ausgestreckten Armen liess sie sich am Wahlabend auf der Bühne von Anhängern feiern, mit donnernder Stimme hielt sie wieder eine ihrer aufpeitschenden, emotionalen Reden.

Keine aggressiven Aussetzer

Offenbar hat es Marine Le Pen geschafft, ihre rechtsextreme Front National zu entdämonisieren. Seitdem sie im Frühjahr 2011 an der Spitze der Partei steht, lächelte sie viel in die Kameras, unterliess die aggressiven Aussetzer ihres Vaters Jean-Marie Le Pen und reiste offensiv nach Israel.

Aber im französischen Wahlkampf fiel die 43-Jährige wieder in alte Muster zurück: Mit ihrer vom Kettenrauchen heiseren Stimme wetterte sie in jeder Rede gegen Migranten, erklärt den Euro zum Verbrechen und Muslime zu Besetzern des französischen Territoriums. Offenbar haben vor allem ihre europakritischen Töne in Frankreich Erfolg: Die Franzosen machen die EU laut Umfragen für viele wirtschaftliche Probleme verantwortlich.

Brüssel, Staatsfeind Nummer eins

Die Euro-Krise war Wasser auf den Mühlen der Front National. Immerzu bemängelte Le Pen die «frankreichfeindlichen Entscheidungen» aus Brüssel und beschwor ein unabhängiges Frankreich. Arbeitsplätze möchte sie künftig für Franzosen reservieren, die Migration stoppen und ausländische Produkte hoch besteuern. Auch die Todesstrafe forderte sie immer wieder mit aggressiver Stimme ein.

Beim Thema Euro musste Le Pen aber entgegen früherer Äusserungen einräumen, dass eine Wiedereinführung des französischen Francs «nicht so einfach und nicht sofort» zu machen sei. Bei gesellschaftlichen Fragen gab sich die Juristin moderner als ihr Vater und widersprach dem starken erzkatholischen Flügel der Partei, der geschiedene Gläubige aus der Kirche ausschliessen möchte. Schliesslich hat Le Pen selbst zwei Ehen hinter sich.

Die «einzige Opposition»

Aber Marine Le Pen weiss genau, wann sie wieder ein Tabu brechen muss, um Aufmerksamkeit zu schüren und ihrer rechtsextremen Basis aus dem Mund zu sprechen. Ohne Anlass kritisierte sie vor wenigen Wochen, dass in Pariser Fleischbetrieben nach islamischem Recht geschlachtet würde. Das Halal-Fleisch der Hauptstadt macht zwar nur einen Bruchteil der französischen Produktion aus, aber Le Pen hatte es mal wieder geschafft, ein abseitiges Thema auf die Titelseiten der französischen Presse zu bringen.

Dieses Talent wird sie nun auch für die kommenden Parlamentswahlen im Juni nutzen. Schon jetzt stilisiert sie sich als «einzige Opposition» und als Vertreterin des kleinen Mannes. Marine Le Pen wird sich wieder zu Fabriken begeben, die von der Schliessung bedroht sind, sie wird zu Vorstädten reisen und sich mit Arbeitslosen zeigen. Ihre Stärke ist die Misere eines Teils des französischen Volkes. Und bislang hat niemand im Nachbarland ein Rezept gegen die über Generationen hinweg erfolgreiche Familie Le Pen gefunden. (DerBund.ch/Newsnet)

Erstellt: 22.04.2012, 23:00 Uhr

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14 Kommentare

Patric Crameri

23.04.2012, 03:36 Uhr
Melden 91 Empfehlung 0

Liebe Annika Joeres,
In der Schweiz unterscheidet man zwischen "rechtsextrem" und "rechts". Zudem muss der schwere Vorwurf des Rechtsextremismus begründet werden. Einfach am Anfangen mindestens einmal pro Satz das Wort rechtsextrem zu gebrauchen, reicht nicht. Auch ausgetreckte Arme nicht.
Vielen Dank für die Kenntnisnahme.
Patric Crameri
Antworten


Kurt Zurfluh

23.04.2012, 01:16 Uhr
Melden 70 Empfehlung 0

"Das Halal-Fleisch der Hauptstadt macht zwar nur einen Bruchteil der französischen Produktion aus". Tönt ja beinahe so, als ob es die offenbar islamophile Annika Joeres ach sooo gemein findet, dass sich jemand an barbarisch zu Tode gequälten Tieren unter dem Deckmäntelchen einer sog. "Religion" stört. Islam ist ja sooo unschuldig und braucht speziellen Schutz und Unterstützung, nicht wahr? Antworten



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