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«Die Doktorarbeit ist mir über den Kopf gewachsen»

Aktualisiert am 11.05.2011

Guttenberg hat die Affäre um seine Doktorarbeit mit Überforderung entschuldigt. Auf 40 Seiten rechtfertigt der frühere Verteidigungsminister Deutschlands sein Verhalten, das ihn den Doktortitel gekostet hat.

Gezeichnet vom Wirbel um seine Person: Karl-Theodor zu Guttenberg im Bundestag. (24. Februar 2011)

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Bild: Keystone

Merkel steht zu Guttenberg

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat ihre Meinung über den ehemaligen Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg auch nach dem eindeutigen Plagiatsurteil der Universität Bayreuth nicht geändert. Sie nehme die Stellungnahme der Universität sehr ernst. Genauso ernst nehme sie aber das, was Guttenberg ihr in «vertraulichen Gesprächen» dargelegt habe, sagte Regierungssprecher Christoph Steegmans.

Die Kanzlerin sei froh, dass Einvernehmen hinsichtlich der Veröffentlichung des Universitätsberichts hergestellt worden sei. Guttenberg hatte sich zuerst gegen die Veröffentlichung gewehrt. Sie wies darauf hin, dass Guttenberg «tiefgreifende persönliche Konsequenzen» gezogen habe.

Merkel hatte dem CSU-Politiker noch kurz vor dessen komplettem Rückzug aus der Politik «ausgezeichnete Arbeit» als Minister bescheinigt und gesagt, das sei das, was für sie zähle. (dapd)

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Die Guttenbergs

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Zapfenstreich für Guttenberg

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Die Universität Bayreuth wirft dem ehemaligen deutschen Verteidigungsminister Guttenberg eine vorsätzliche Täuschung vor. Der CSU-Politiker hatte in seiner 2006 abgelieferten juristischen Dissertation zahlreiche fremde Texte ohne ausreichende Kennzeichnung übernommen. Die Hochschule hatte ihm deshalb bereits am 23. Februar den Doktortitel aberkannt. Am 1. März hatte Guttenberg sein Ministeramt niederlegt.

Guttenberg habe trotz seines Angebots zur Mitarbeit mehrfache Anfragen für ein persönliches Gespräch zurückgewiesen und sich gegenüber der Universität Bayreuth nur schriftlich erklärt, heisst es in dem Abschlussbericht der Kommission «Selbstkontrolle in der Wissenschaft».

«Schwäche nicht eingestehen»

In seiner Stellungnahme erklärte Guttenberg, angesichts seiner beruflichen und politischen Arbeitsbelastung sei ihm die Doktorarbeit «teilweise über den Kopf gewachsen».

Wie aus dem mehr als 40-seitigen Bericht weiter hervorgeht, wollte Guttenberg weder die Erwartungshaltung seiner Familie noch seinen Doktorvater enttäuschen. «Ich wollte mir eine Schwäche nicht eingestehen», wird er zitiert.

Die Kommission kam zu dem Schluss, dass Guttenberg die Standards guter wissenschaftlicher Praxis grob verletzt und die Prüfungskommission vorsätzlich getäuscht hat. Fremde Texte seien in einem kaum vorstellbaren Ausmass in allen Einzelheiten ohne Kennzeichnung der Autorschaft übernommen worden. Dies deute auf ein bewusstes Vorgehen hin.

«Keine Bagatellverstösse»

Der Vorsitzende der Kommission, Professor Stephan Rixen, erklärte am Mittwoch auf einer Pressekonferenz, die Kommission sei kein Guttenberg-Tribunal. Sie wolle aber auch nichts weichspülen und reinwaschen. Es stehe fest, dass über alle Teile der Arbeit Plagiate festgestellt wurden.

«Angesichts der Fülle der Einzelplagiate kann man nicht mehr von blossen Bagatellverstössen sprechen», heisst es in dem Bericht. Guttenberg selbst sprach von Fahrlässigkeit und Schlamperei infolge von Dauerstress. Dies sei durch die Fülle von Einzelplagiaten widerlegt, sagte Rixen.

«Wer jahrelang akzeptiert, dass er Sorgfaltsstandards nicht einhält, handelt nicht fahrlässig, sondern vorsätzlich, weil er die Sorgfaltswidrigkeit zum bewussten Arbeitsstil erhebt», lautet das Fazit der Kommission. (pbe/sda)

Erstellt: 11.05.2011, 13:48 Uhr

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