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Das Trauma der Sozialisten
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Die letzten Umfragen sehen den sozialistischen Kandidaten François Hollande mit rund 29 Prozent der Stimmen vor dem konservativen Amtsinhaber Nicolas Sarkozy mit etwa 26 Prozent. Dennoch hüten sich die Sozialisten davor, sich bereits als Sieger zu wähnen. Auch Präsidentschaftskandidat Hollande warnt vor allzu grosser Euphorie.
Es sei noch nichts gewonnen, sagte der 57-jährige Sozialist am Rande einer Wahlveranstaltung am Freitag. Dies liegt nicht nur daran, dass der entscheidende Wahlgang in zwei Wochen stattfinden wird. Die Vorsicht im Lager der Sozialisten hat auch einen anderen Hintergrund, und sie ist nachvollziehbar. Bei den beiden letzten Präsidentschaftswahlen – 2002 und 2007 – schnitten die Sozialisten schlechter ab, als es die Prognosen vorausgesehen hatten.
2002 holte Rechtsextremist Le Pen mehr Stimmen als Lionel Jospin
Traumatisch für die Sozialisten war jene Präsidentschaftswahl, die fast auf den Tag genau vor zehn Jahren stattfand. Am 21. April 2002 warf der Rechtsextreme Jean-Marie Le Pen überraschend den Sozialisten Lionel Jospin im ersten Wahlgang aus dem Rennen. Dabei waren Jospin in Umfragen Siegeschancen für die zweite Runde gegen Amtsinhaber Jacques Chirac eingeräumt worden. Viele Wähler blieben zu Hause. Andere, vor allem Linke, gaben ihre Stimme aus Protest einem der kleineren Kandidaten. Im zweiten Wahlgang gewann dann Chirac deutlich gegen Le Pen – mit rund 88 Prozent der Stimmen.
Es ist praktisch unmöglich, dass Le Pens Tochter und Nachfolgerin Marine heute dieselbe Überraschung wie im April 2002 gelingen wird. Bei den letzten Umfragen lag sie rund zehn Prozent hinter dem Zweitplatzierten. Dennoch bleibt das Hollande-Lager vorsichtig und hofft, dass am Ende des heutigen Wahlgangs der amtierende Staatspräsident Sarkozy auf den zweiten Platz verwiesen wird. Das Resultat des ersten Wahlgangs ist wichtig für die Dynamik des Wahlkampfs bis am entscheidenden 6. Mai.
Wahl 2007 galt für Sozialisten als «unverlierbar»
Die Umfrageinstitute lagen auch bei den Wahlen 2007 regelmässig mehrere Prozentpunkte daneben. Dies musste die sozialistische Kandidatin Ségolène Royal erfahren, die letztlich deutlich gegen UMP-Kandidat Nicolas Sarkozy verlor. Dabei, so erinnert «Le Figaro», galten die Präsidentschaftswahlen 2007 für die Sozialisten als «unverlierbar». (DerBund.ch/Newsnet)
Erstellt: 22.04.2012, 15:30 Uhr
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