Ausland

Das Ende einer steilen Politkarriere

Aktualisiert am 06.05.2012

Im zarten Alter von 28 Jahren hatte Nicolas Sarkozy sein erstes Amt inne. Damit begann eine beeindruckende Politkarriere, an deren Ende den Franzosen Sarkozys markige Sprüche und private Turbulenzen bleiben.

1/5 Galt als Präsident der Reichen: Nicolas Sarkozy gesteht in seiner Rede die Niederlage gegen Hollande ein. (6. Mai 2012)
Bild: Keystone

   

Bildstrecke

Frankreich hat einen neuen Präsidenten

Frankreich hat einen neuen Präsidenten
Linksrutsch in Frankreich: Erstmals seit 17 Jahren zieht mit François Hollande wieder ein Sozialist in den Präsidentenpalast ein.

Artikel zum Thema

Teilen und kommentieren

Korrektur-Hinweis

Melden Sie uns sachliche oder formale Fehler.

Werbung

Als das französische Kabinett am Donnerstag bei seiner vorletzten Sitzung Präsident Nicolas Sarkozy applaudierte, dürfte schon ein bisschen Abschiedsstimmung dabei gewesen sein. Denn der konservative Kandidat für die Stichwahl konnte zwar in den letzten Umfragen leicht aufholen, verlor aber schlussendlich gegen den Sozialisten François Hollande.

Damit geht für den 57-jährigen Sarkozy eine steile politische Karriere zu Ende. Bereits mit 28 Jahren wurde der Sohn eines ungarischen Einwanderers Bürgermeister des Pariser Nobelvorortes Neuilly. Dabei hat der Anwalt nicht wie andere Spitzenpolitiker die Elite-Hochschulen des Landes absolviert. Dennoch wurde der ehrgeizige Jungpolitiker 1993 Haushaltsminister und Sprecher des konservativen Regierungschefs Edouard Balladur.

Beissende Rhetorik, markige Sprüche

Zwei Jahre später übernahm der für seine beissende Rhetorik bekannte Sarkozy das Sprecheramt für die Präsidentschaftskandidatur Balladurs. Damit brach Sarkozy mit seinem früheren Mentor Jacques Chirac, der schliesslich die Präsidentschaftswahl 1995 gewann. Nach Jahren der Eiszeit holte Chirac seinen Zögling 2002 als Innenminister an seine Seite. Aus dieser Zeit sind Sarkozys Eingreifen bei den Vorstadtkrawallen und seine markigen Sprüche zur Bekämpfung der Kriminalität in Erinnerung geblieben.

Nach einem kurzen Zwischenspiel als Wirtschafts- und Finanzminister wurde Sarkozy im November 2004 Parteichef der konservativen UMP und sicherte sich damit die Machtbasis für die Präsidentschaftskandidatur. 2007 gewann Sarkozy die zweite Runde der Präsidentschaftswahl gegen die Sozialistin Ségolène Royal.

«Präsident der Reichen»

Bereits in den ersten Tagen seiner Amtszeit verschaffte der Staatschef sich den Ruf, ein «Präsident der Reichen» zu sein. Er feierte seinen Wahlsieg in einem Pariser Nobelrestaurant und machte Ferien auf der Luxusyacht eines Millionärsfreundes. Auch privat waren die ersten Monate im Elysée-Palast für Sarkozy turbulent: Seine zweite Frau Cécilia verliess ihn. Wenige Monate später heiratete der begeisterte Jogger und Radfahrer das Ex-Model Carla Bruni. Der Vater dreier Söhne aus zwei früheren Ehen bekam im Oktober 2011 zusammen mit Bruni eine kleine Tochter.

Als politisch grösstes Reformwerk setzte der für seinen Aktionismus bekannte Präsident ein höheres Renteneintrittsalter durch. Aussenpolitisch profilierte Sarkozy sich in der Finanzkrise an der Seite von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU). Seine Erfahrung als Krisenmanager brachte der Präsident auch gegen Hollande ins Spiel - die Mehrheit der Wähler dürfte er damit aber nicht beeindruckt haben. (kpn/AFP)

Erstellt: 06.05.2012, 23:00 Uhr

Ausland

Populär auf Facebook Privatsphäre

Immobilien

Marktplatz
Wohnung/Haus suchen

Weitere Immo-Links
homegate TV
Hypotheken vergleichen
Umzug
Immobilie inserieren
Inserat erfassen


Jetzt wechseln und sparen

Finden Sie in nur fünf einfachen Schritten die optimale Fahrzeugversicherung.

Fernstudiums-CAS an der FFHS

Holen Sie sich das juristische Fachwissen für einen Job in Compliance & Corporate Governance

Flugpreise vergleichen

Vergleichen Sie die Flugpreise von verschiedenen Reiseanbietern und finden Sie das beste Angebot.

DAS GELD und ich

Börsen auf Höchstständen: Wie weiter?

Online-Wettbewerb

Wir feiern - Sie profitieren. Einen Tag lang freie Fahrt ab CHF 25.- mit Bahn, Bus und Schiff im gesamten BLS-Gebiet.