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Brüssel bereitet Frauenquote für Europa vor
Aktualisiert am 05.03.2012 41 Kommentare
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EU-Kommissarin Viviane Reding will Frauen per Quote in die männerdominierten Unternehmensvorstände befördern. Aller Appelle zum Trotz sei der Anteil weiblicher Führungskräfte europaweit nur minimal auf 13,7 Prozent gestiegen, sagte Reding in Brüssel. Sie setzte den Konzernen und Interessengruppen eine Frist bis Ende Mai, um Stellung zu nehmen. Im Anschluss werde die Kommission über konkrete Massnahmen bis zum Gesetzesvorschlag entscheiden.
EU-Grundrechtekommissarin Viviane Reding könnte also noch in diesem Sommer Gesetzesvorschläge für eine europaweite Vorgabe für die Führungsgremien von Konzernen machen. Derzeit sei nur eines von sieben Vorstandsmitgliedern bei führenden europäischen Unternehmen weiblich, teilte die Kommission in Brüssel mit. Seit 2010 habe ihr Anteil zwar zugenommen, dennoch würde es bei dieser Geschwindigkeit vier Jahrzehnte dauern, bis ein ungefährer Gleichstand der Geschlechter erreicht wäre.
«Ich bin zu allem bereit», sagte Reding im Interview mit der Tageszeitung «Die Welt». «Ich bin kein Fan von Quoten. Aber ich mag die Ergebnisse, die Quoten bringen.» Mit freiwilligen Lösungen würden hingegen häufig keine grossen Fortschritte erzielt. «In zwei Dritteln der Mitgliedsländer sehen wir nur Stillstand, das ist völlig ungenügend, ja, lächerlich», sagte Reding der Zeitung.
Freiwilligkeit hat wenig gebracht
Der Aufruf der Kommissarin an europäische Unternehmen im Frühjahr 2010, den Frauenanteil freiwillig zu erhöhen, blieb weitgehend folgenlos. Nur 24 Firmen haben die Selbstverpflichtung bisher unterzeichnet.
Zwar sei der europaweite Zuwachs in den vergangenen beiden Jahren mit knapp zwei Prozent so hoch wie selten gewesen, teilte die Kommission mit. Allerdings gehe bereits die Hälfte davon auf Frankreich zurück, das 2011 gesetzliche Vorgaben machte.
Quoten für private Unternehmen gibt es laut EU-Kommission bisher neben Frankreich nur in Belgien, Italien, den Niederlanden und Spanien. Nicht in jedem dieser Länder gibt es Sanktionen, wenn die Quote nicht eingehalten wird.
Deutschland international Schlusslicht
Deutsche Unternehmen holen bei der Frauenförderung insgesamt etwas auf. Inzwischen investieren rund 80 Prozent in die Förderung von Frauen sowie die Vereinbarkeit von Beruf und Familie, wie aus einer Untersuchung der Unternehmensberatung McKinsey hervorgeht. Deutschland bleibt mit Blick auf den Frauenanteil in den Vorstandsetagen mit drei Prozent internationales Schlusslicht.
Die EU-Kommission will nun bis Ende Mai die Öffentlichkeit befragen. Von den Ergebnissen wird abhängen, ob die Brüsseler Behörde einen Gesetzesvorschlag macht oder nur eine Empfehlung. Dabei will Kommissarin Reding auch Vorschläge sammeln zur Höhe der Quote, betroffenen Unternehmen, Zeitvorgaben und Sanktionen. (bru/sda)
Erstellt: 05.03.2012, 13:42 Uhr
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41 Kommentare
Eine Frauenquote bevormundet nicht nur die Unternehmen sondern stellt eine extreme diskriminierung dar, die nicht zu dulden ist. In der heutigen gleichgestellten Gesellschaft muss die Qualifikation eines Kanditaten zählen, unabhängig vom Geschlecht. Zudem haben Quotenregelungen noch selten wirkliche Probleme gelöst. Antworten
Und warum sollte überhaupt ein Gleichstand erreicht werden? Die Interessen vieler Frauen liegen nun mal nicht im Arbeitserfolg, sondern in der Familie. Auch mit Quoten wird man nicht genug qualifizierte und interessierte Frauen finden. Man sollte vielmehr diese unsäglichen feministischen Positionen hinterfragen und die weibliche Rolle wieder aufwerten. Antworten
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