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Berlusconis Escort-Scout verhaftet: Zahlreiche Spuren führen in die Schweiz

Von Nina Merli. Aktualisiert am 21.06.2011 4 Kommentare

Dario «Lele» Mora wurde gestern in Mailand verhaftet: Der Berlusconi-Mann mit Wohnsitz im Tessin soll Millionenbeträge auf sein Schweizer Konto geschmuggelt haben.

Lele Mora: Der VIP-Manager ist im Fall Ruby wegen Beihilfe zur Prostitution angeklagt und wurde gestern in Mailand wegen betrügerischem Konkurs verhaftet.

Lele Mora: Der VIP-Manager ist im Fall Ruby wegen Beihilfe zur Prostitution angeklagt und wurde gestern in Mailand wegen betrügerischem Konkurs verhaftet.

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Noch vor knapp einem Jahr hatte er Grosses vor: Er, Italiens berühmtester VIP-Agent, wolle «den Kanton Tessin entstauben und zu neuem Glanz verhelfen», liess er in einem Interview mit der Sonntagszeitung «Il Caffé» verlauten. Doch gestern liess die italienische Guardia di Finanza (Finanzpolizei) Lele Mora verhaften und in Handschellen abführen: Dem Italiener, der im Fall Ruby wegen Beihilfe zur Prostitution mitangeklagt ist, wird schwerer betrügerischer Konkurs vorgeworfen.

Lele Mora, der für Berlusconis Mediaset-Sender als Talent-Scout nach jungen Frauen Aussschau hielt, soll unter anderem mithilfe seiner bankrotten Firma, der VIP-Vermittlungsagentur «LM Management» (die auch Ornella Muti unter Vertrag hatte) Millionenbeträge auf sein Schweizer Bankkonto überwiesen haben – statt damit seine Gläubiger zu bezahlen. Laut Mora selber sollen sich seine Schulden auf über 22 Millionen Euro belaufen, 17 davon verlangt die italienische Steuerbehörde.

Leben wie ein kleiner Sonnenkönig

Statt sich um die Schuldensanierung zu kümmern, organisierte Lele Mora lieber auf Sardinien «Rekrutierungsanlässe», wie er sie selber zu nennen pflegte: Dazu mussten die schönsten Villen der Insel gemietet werden («die VIPs sollen sich wohlfühlen, man muss sie verwöhnen»), Privatjets und Jachten gechartert und exklusive Caterer bestellt werden – die Kosten im mehrstelligen Millionenbereich wurden der LM Management in Rechnung gestellt, um so die Steuerrechnung zu senken.

Mora war bereits vor einigen Jahren ins Visier der italienischen Steuerbehörde geraten und wegen Steuerhinterziehung verurteilt worden. Zur Problemlösung reichte damals ein Telefonat an seinen Bekannten, den Bürgermeister von Vico Morcote, Luido Bernasconi, der ihm innert kürzester Zeit einen Wohnsitz und die Aufenthaltsbewilligung B im malerischen Dorf beschaffte. Mora zeigte sich auch sofort erkenntlich, kaufte dort eine grosse Villa und versprach, dem Kanton Tessin etwas «mehr Glamour» zu verschaffen. So eröffnete er im letzten Sommer mit viel Pomp das Seerestaurant «Antico Grottino di Caprino», das er zum «Billionaire» (Flavio Briatores Edel-Club auf Sardinien) des Luganersees verwandeln wollte. Doch nur wenige Monate später wurde das Lokal bereits wieder geschlossen.

Drei Millionen Euro von Berlusconi?

Doch Lele Mora soll nicht nur eigenes Geld auf sein Schweizer Konto überwiesen haben. Unter anderem sollen auch Gelder, abgebucht von Giuseppe Spinelli, auf Lele Moras Schweizer Konto geflossen sein – Spinelli ist der Vertrauensfinancier von Silvio Berlusconi. Aus seinem Büro verwaltet er Berlusconis Milliarden, darunter zahlreiche Traumvillen an Traumdestinationen von Antigua über die Bahamas bis an die sardische Costa Smeralda. Und er sei, so heisst es, auch der Mann gewesen, der Berlusconis Bunga-Bunga-Callgirls die «Lohntüten» überreichte. 5000 Euro, manchmal mehr.

Auch Lele Mora soll vom italienischen Premier Geld erhalten haben. Viel Geld. Ob für das Organisieren von Bunga-Bunga-Girls oder andere Gefälligkeiten, ist noch unbekannt, wird aber vielleicht im Laufe des Falles Ruby aufgedeckt werden. Laut der italienischen Tageszeitung «La Repubblica» soll Berlusconi seinem Freund Mora – via Giuseppe Spinelli – die beachtliche Summe von rund drei Millionen Euro «ausgeliehen» haben, um ihm in «einem schwierigen Moment zu helfen». Dieser dürfte jetzt wohl gekommen sein. (DerBund.ch/Newsnet)

Erstellt: 21.06.2011, 12:07 Uhr

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4 Kommentare

Betty Bossard

21.06.2011, 16:08 Uhr
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Immer wieder der gleiche Quatsch: "Guardia di Finanza" heisst richtig übersetzt "Zollfahndung" oder "Grenzpolizei". Auch wenn es jeden Tag falsch geschrieben wird ist's falsch. Antworten



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