Ausland

Bericht: Bettencourts Vermögensverwalter belastet Minister Woerth

Aktualisiert am 17.07.2010

In der Affäre um die L'Oréal-Milliardärin Liliane Bettencourt hat Patrice de Maistre einem Medienbericht zufolge gegen Arbeitsminister Eric Woerth ausgesagt.

Die vier Verhafteten im Fall Bettencourt, darunter Patrice de Maistre, kamen heute wieder frei: Auto mit einer der vier Personen verlässt das Quartier der Finanzpolizei.

Die vier Verhafteten im Fall Bettencourt, darunter Patrice de Maistre, kamen heute wieder frei: Auto mit einer der vier Personen verlässt das Quartier der Finanzpolizei.
Bild: Keystone

Filmreif

Die spektakuläre Affäre um die 87-jährige L'Oréal-Milliardärin Liliane Bettencourt soll für das Kino verfilmt werden. Der Streifen mit dem Titel "Parce que je le vaux bien" - die französische Version des L'Oréal-Werbeslogans "Weil ich es mir wert bin" - solle im kommenden Sommer gedreht werden, sagte der Produzent Thomas Langmann am Freitag der Nachrichtenagentur AFP. Regie führt demnach Michel Hazanavicius, der vor allem durch die französische James-Bond-Parodie "OSS 117" (deutscher Titel: "Der Spion, der sich liebte") bekannt wurde. Für die Rolle der L'Oréal-Milliardärin hat Langmann bereits konkrete Wunschvorstellungen. "Wir haben einige Ideen. Jeanne Moreau wäre großartig", sagte der Produzent zu der heute 82-jährigen Darstellerin, die unter anderem in "Fahrstuhl zum Schafott" gespielt hatte.

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Nach einem am Samstag auf der Internetseite der Tageszeitung "Le Monde" veröffentlichten Artikel gab Patrice de Maistre bei den Befragungen im Polizeigewahrsam an, Woerth habe ihn gebeten, seine Frau Florence zu empfangen und sie zu "ihrer Karriere zu beraten". Er habe Woerth deswegen im Jahr 2007 "zwei oder drei Mal" getroffen.

Woerths Ehefrau arbeitete von November 2007 an für Clymène, die Vermögensverwaltung von Bettencourt. Auf bekannt gewordenen heimlichen Tonaufnahmen aus der Bettencourt-Villa sagt de Maistre zu Bettencourt, Florence Woerth auf Bitten des Ministers eingestellt zu haben. Woerth, der damals als Haushaltsminister auch für die Verfolgung von Steuerhinterziehung zuständig war, bestritt dagegen im Juni, sich für eine Anstellung seiner Frau bei Clymène eingesetzt zu haben.

Wieder auf freiem Fuss

Die 87-Jährige Bettencourt soll nicht nur Steuern in Millionenhöhe hinterzogen, sondern auch die Regierungspartei UMP und Präsident Nicolas Sarkozy im Wahlkampf 2007 mit illegalen Spenden bedacht haben. Am Donnerstag waren de Maistre und drei weitere Vertraute der Milliardärin in Polizeigewahrsam genommen und verhört worden, sie kamen Freitagabend nach 36 Stunden wieder auf freien Fuss. De Maistre wird vorgeworfen, die Steuerhinterziehung der reichsten Frau Frankreichs organisiert und die Spenden an die UMP übergeben zu haben.

De Maistres Anwalt, Pascal Wilhelm, betonte am Samstag, sein Mandant habe keinen Steuerbetrug organisiert. De Maistre sei erst "sehr spät" zum Kreis der Vertrauten Bettencourts gestossen, sagte Wilhelm dem Radiosender Europe 1. Erst dann habe er von den Konten Bettencourts erfahren, die seit Jahren von "Profis im Ausland" verwaltet würden. (sam/afp)

Erstellt: 17.07.2010, 16:20 Uhr

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