Ausland

Belgrad stösst sich die Tür zu einem EU-Beitritt weit auf

Aktualisiert am 27.02.2012

Einigung in Brüssel: Serbiens Chancen, dereinst EU-Mitglied zu werden, sind gestiegen. Das Land hat sich mit Zugeständnissen an Kosovo grünes Licht für den EU-Kandidatenstatus gesichert.

Kann sich freuen: Serbiens Präsident Boris Tadic und EU-Aussenministerin Catherine Ashton.

Kann sich freuen: Serbiens Präsident Boris Tadic und EU-Aussenministerin Catherine Ashton.
Bild: Keystone

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«Es gab heute eine Einigung», sagte Frankreichs Aussenminister Alain Juppé nach Beratungen der EU-Aussenminister in Brüssel. Die offizielle Empfehlung für einen Beschluss auf dem EU-Gipfel am Ende der Woche müssen die Aussen- und Europaminister bei einem Treffen am Dienstag abgeben. «Hinsichtlich Serbien waren wir seit langer Zeit überzeugt, dass wir vorankommen und Serbien den Kandidatenstatus gewähren müssen», sagte Juppé. «Das wird eine Ermutigung für Belgrad sein, um auf seinem Weg der Annäherung an die EU voranzuschreiten.» Bis zu einer Aufnahme in die EU müsse Serbien jedoch noch weitere Schritte machen.

«Das ist ein wichtiges Signal für Europa und die Westbalkanländer», sagte der österreichische Aussenminister Michael Spindelegger. Das seien erfreuliche Nachrichten für Serbien. Offiziell werden die Aussenminister am Dienstag über den Kandidatenstatus entscheiden. Auch für Österreich sei dies ein wichtiger Augenblick, sagte Spindelegger. Letzten Freitag hatte sich Österreich zusammen mit Frankreich und Italien in einem Brief nochmals stark für Serbien eingesetzt.

Entscheidend dafür waren zwei Abkommen, die Serbien und der Kosovo am Freitag geschlossen hatten. Darin akzeptiert Belgrad, dass der Kosovo künftig im eigenen Namen und mit eigener Unterschrift bei regionalen Konferenzen auftreten kann. Zudem wurde die Zusammenarbeit bei der Sicherung der unruhigen Grenzen vereinbart. Als dritte Bedingung räumten ethnische Serben im Nordkosovo Strassenbarrieren ab, mit denen die Arbeit der EU-Polizeimission Eulex stark eingeschränkt worden war.

«Da gibt es noch genug Hürden»

Spindelegger verhehlte nicht, dass es am Montag immer noch kritische Stimmen unter den Vertretern der 27 EU-Staaten gegeben hat. Er erklärte aber auch, dass Serbien jetzt «nicht einfach automatisch» in die EU aufgenommen werde. «Da gibt es noch genug Hürden.»

(jak/sda, AFP)

Erstellt: 27.02.2012, 14:48 Uhr

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