Ausland
Bei den Griechen kommt keine Feststimmung auf
Aktualisiert am 22.02.2012 10 Kommentare
Höheres Haushaltsdefizit bei den Griechen
Griechenland rechnet für dieses Jahr mit einem höheren Haushaltsdefizit. Die Lücke werde wohl 6,7 Prozent des Bruttoinlandprodukt betragen, hiess es auf der Internetseite des griechischen Parlaments am Dienstag.
Ursprünglich hatte Athen für 2012 nur 5,4 Prozent angepeilt. Das Ziel habe aufgrund der Verschärfung der Rezession korrigiert werden müssen.
Die Euro-Finanzminister hatten in der Nacht auf Dienstag das neue Milliarden-Hilfspaket auf den Weg gebracht. Es sieht bis 2014 Kredite und andere Hilfen im Umfang von 130 Milliarden Euro vor. Ziel ist es, den Schuldenberg des Landes von derzeit über 160 Prozent des BIP bis 2020 auf 120,5 Prozent zu verkleinern. (sda)
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Die Griechen haben die Nachricht von der Freigabe des neuen Rettungspakets mit gemischten Gefühlen aufgenommen. Dem Land dürfte damit zwar der Staatsbankrott im März erspart bleiben, doch nach jahrelanger Rezession, Rekordarbeitslosigkeit, Gehaltskürzungen und Steuererhöhungen kommen auf die Griechen neue Opfer zu.
«Es passiert nicht jeden Tag, dass 100 Milliarden Euro Schulden abgeschrieben oder Kredite über 130 Milliarden Euro beschlossen werden», schrieb die griechische Zeitung «Ta Nea» in einem Leitartikel. «Es wird neue Opfer und Schwierigkeiten geben, vor allem für die Bezieher mittlerer und niedriger Einkommen. Wir müssen darauf hoffen, dass diese neue Periode auch eine Chance für Wachstum und bessere Perspektiven ist.»
Angst vor überzogenen Forderungen
Bei vielen Griechen überwiegt aber angesichts der ohnehin schon harten Zeiten die Skepsis. Denn das freigegebene Rettungspaket ist bereits die zweite finanzielle Rettungsleine, die den Griechen innerhalb von zwei Jahren zugeworfen wird, und so lange dauern auch schon die Sparmassnahmen der Regierung an.
Die Einigung in Brüssel bereite ihr keine Freude, sagte die Architektin Valia Rokou, denn der Bevölkerung würden immer weitere Kredite aufgeladen, und es sei kein Ende in Sicht.
«Ich bin erleichtert, weil mein Land der unmittelbaren Gefahr entkommen ist, der es gegenüberstand», sagte der Athener Anwalt Giorgios Sabalos. Aber er habe auch die Sorge, dass die Forderungen der Geldgeber nach einer Änderung der Verfassung als Teil der Sicherheiten aus Athen überzogen seien. Das sei nicht mit dem Prinzip der Solidarität vereinbar, sagte Sabalos.
Widerstand gegen die weiteren Sparmassnahmen, die Voraussetzung für das zweite Rettungspaket waren, kommt vor allem von den Gewerkschaften. Für Mittwoch haben sie zu einer Demonstration vor dem Parlament in Athen aufgerufen.
Termin für Anleihentausch bekannt
Der im Rettungspaket für Griechenland vorgesehene Tausch von Staatsanleihen wird für den 12. März erwartet. Ende der Woche werde den privaten Gläubigern ein Angebot unterbreitet, sagte ein Vertreter des griechischen Finanzministeriums. Am 9. März werde dann geprüft, ob mindestens 66 Prozent der Investoren auf das Angebot eingegangen seien. Dieser Anteil gilt als Minimum für einen erfolgreichen Tausch.
Zuvor hatten sich die Finanzminister der Eurozone darauf geeinigt, dass die Privatgläubiger Griechenland 53,5 Prozent der Schulden erlassen sollen. Der Rest wird in neue Anleihen mit langer Laufzeit umgetauscht, die von den internationalen Geldgebern mit 30 Milliarden Euro abgesichert werden sollen. (kpn/sda)
Erstellt: 21.02.2012, 20:29 Uhr
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10 Kommentare
"Bei den Griechen kommt keine Feststimmung auf"
Natürlich nicht, wer freut sich schon, wenn man ihn Schuldenversklavt für die nächsten Jahrzehnte. Wacht endlich auf, Griechen, nur ein Bankrott wird das Elend innerhalb von ein paar Jahren beenden (siehe Island) ansonsten geht der Terror für Jahrzehnte weiter.
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