Bardot lässt sich von Depardieu inspirieren

Beide sind sie Filmlegenden und beide stammen aus Frankreich: Nach Gérard Depardieu liebäugelt nun auch Brigitte Bardot mit einer russischen Staatsbürgerschaft – ihre Motive sind jedoch unterschiedlich.

Nennt Putin ihren «Lieblings-Staatschef»: Brigitte Bardot.

Nennt Putin ihren «Lieblings-Staatschef»: Brigitte Bardot. Bild: AFP

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Frankreichs Filmlegende Brigitte Bardot macht einen auf Gérard Depardieu: Die streitbare Tierschützerin will einen russischen Pass beantragen, wenn zwei kranke Elefanten in einem Zoo in Lyon wie angeordnet eingeschläfert werden. Wenn die Elefanten Baby und Népal «getötet» würden, werde sie die russische Staatsbürgerschaft beantragen, «um aus diesem Land zu fliehen, das nur noch ein Tierfriedhof ist», schrieb Bardot heute.

Mit ihrer Ankündigung spielt die 78-Jährige auf die Steuerflucht des Obelix-Darstellers Depardieu an, der am Donnerstag von Russlands Präsident Wladimir Putin die russische Staatsbürgerschaft erhalten hatte. Ähnlich stark wie der Fall Depardieu beschäftigt das Schicksal der Elefanten Baby und Népal Frankreich schon seit Wochen. Die Behörden haben die Einschläferung der seit 1999 im Zoo von Lyon lebenden Tiere angeordnet, weil sie an Tuberkulose erkrankt sind. Die Behörden befürchten, dass die Elefanten andere Tiere, aber auch Menschen anstecken könnten.

Gnadengesuch an Hollande gestellt

Gegen die Einschläferung macht der Zirkusdirektor Gilbert Edelstein, der die Elefanten dem Zoo damals anvertraute, mobil: Er hat unter anderem ein Gnadengesuch an Frankreichs Staatschef François Hollande gerichtet und die Justiz eingeschaltet. Inzwischen haben Edelsteins Anwälte sogar beim obersten französischen Verwaltungsgericht, dem Staatsrat, einen Antrag eingereicht, um die Einschläferung der rund 40 Jahre alten Elefanten zu verhindern. Dem Kampf des Zirkusdirektors hat sich auch Bardots Tierschutzorganisation angeschlossen.

Das ehemalige Sexsymbol Bardot, das in jungen Jahren mit Filmen wie «...und ewig lockt das Weib» und «Die Verachtung» sowie durch ein schillerndes Privatleben weltweit bekannt wurde, setzt ihre Berühmtheit seit Jahrzehnten für den Tierschutz ein. Mit ihren radikalen Ansichten zum Tierschutz eckt die 78-Jährige immer wieder an, auch zog sie schon über Muslime, Schwule und Obdachlose her und wurde wegen Volksverhetzung verurteilt.

Bardot nennt Putin ihren «Lieblings-Regierungschef»

Mit Depardieu scheint sie eine Sympathie für Russlands starken Mann Putin zu teilen: Ende 2011 umschmeichelte sie den damaligen Ministerpräsidenten als ihren «Lieblings-Regierungschef» und wünschte ihm «alles Gute für die kommenden Monate und Jahre». Putin hatte zuvor den Handel mit Robbenfellen aus Grönland untersagt.

Depardieu reagierte am Donnerstag auf den Erhalt der russischen Staatsbürgerschaft mit einem Brief, in dem er an die Russen gerichtet schreibt, «dass ich Euren Präsidenten Wladimir Putin sehr mag und dass das auf Gegenseitigkeit beruht». Russland lobte er in dem im russischen Fernsehen veröffentlichten Schreiben als «eine grosse Demokratie». Dies wurde von russischen Oppositionellen am Freitag verspottet und kritisiert.

Anders als von russischen und ukrainischen Medien behauptet, befand sich der Schauspieler am Freitag aber nicht in der Region der ehemaligen Sowjetunion: Ein Journalist der Nachrichtenagentur AFP sah den 64-Jährigen, wie er auf einem Motorroller sein Haus in Paris verliess. Zuvor hatte unter anderem die russische Nachrichtenagentur Interfax gemeldet, Depardieu befinde sich in der Ukraine.

(mrs/AFP)

(Erstellt: 04.01.2013, 15:53 Uhr)

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