In Kuwait formieren sich die Jugendlichen

Aktualisiert am 08.03.2011

Die Protestwelle in der arabischen Welt zieht nun auch Demonstrationen im ölreichen Kuwait nach sich. Jugendgruppen fordern die Absetzung des Ministerpräsidenten.

Demonstrationen im reichen Ölstaat: Bereits im Februar protestierten Staatenlose in Kuwait für eine Anerkennung durch die Behörden.

Demonstrationen im reichen Ölstaat: Bereits im Februar protestierten Staatenlose in Kuwait für eine Anerkennung durch die Behörden.
Bild: Keystone

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Für heute haben mehrere Gruppen zu Kundgebungen in dem Golfemirat aufgerufen. Nach dem Vorbild der Aufstände in Tunesien und Ägypten fordern sie die Absetzung des Ministerpräsidenten und mehr politische Freiheiten. Die Organisatoren, vor allem junge Kuwaiter, haben keine Genehmigung für ihre Demonstrationen eingeholt.

Die Kundgebungen wären damit illegal und könnten die Regierung vor eine Machtprobe stellen. Kuwait ist der viertgrösste Ölexporteur der Welt und wird seit rund 250 Jahren von derselben Herrscherfamilie regiert. Es gibt zwar ein Parlament, die Gründung von Parteien ist aber verboten.

Kuwait hat im Gegensatz zu anderen arabischen Staaten ein sehr starkes Parlament. Premier al-Sabah hatte erst im Januar sein zweites Misstrauensvotum binnen 13 Monaten überstanden. Die Opposition wirft ihm vor, die politische Freiheit im Land einzuschränken und Dissidenten mundtot zu machen. Auf öffentlichen Druck hin entliess er im Februar seinen Innenminister.

Seit 250 Jahren an der Macht

Vorerst richten sich die Proteste nicht gegen den regierenden Emir, Scheik Sabah Ahmed al-Sabah, den Onkel des Ministerpräsidenten. Dessen Dynastie regiert den ölreichen Staat seit über 250 Jahren. Im Januar, als die Revolution in Tunesien in vollem Gange war, hatte der Emir jedem Bewohner des Landes 1000 Dinar (2572 Euro) sowie Essensmarken zugesichert. Offizieller Anlass waren drei Jahrestage: 50 Jahre Unabhängigkeit, 20 Jahre US-Invasion zur Befreiung von irakischen Truppen und der Beginn des fünften Jahres der Herrschaft von Scheik Sabah. (jak/sda)

Erstellt: 08.03.2011, 09:38 Uhr