Ausland
«Vorwärts zum Endsieg»
Aktualisiert am 15.04.2012 14 Kommentare
100. Geburtstag Kim Il-sungs: Feierlichkeiten in Pyongyang. (Video: Reuters)
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Zwei Tage nach dem fehlgeschlagenen Raketenstart hat Nordkoreas neuer Staatschef Kim Jong-un das darbende Land zu neuen Kraftanstrengungen aufgerufen. Dies sagte er in seiner ersten öffentlichen Rede. Anlass dazu bot die Parade zum 100. Geburtstag von Staatsgründer Kim Il-sung.
«Vorwärts zum Endsieg», rief Kim heute vor Zehntausenden jubelnden Menschen in Pyongyang. Im Interesse des Primats des Militärs und des weiteren Aufbaus des Landes sei die Stärkung der Armee erforderlich.
Würdigung an seinen Vater
In seiner mit monotoner Stimme verlesenen 20-minütigen Rede würdigte der Machthaber seinen Grossvater Kim Il-sung und seinen unlängst verstorbenen Vater Kim Jong-il als «Gründer und Erbauer unserer revolutionären Streitkräfte».
Die Nordkoreaner müssten das Ziel verfolgen, «einen mächtigen und wohlhabenden sozialistischen Staat zu errichten», sagte Kim Jong-un, der in den vergangenen Tagen mit weiteren Ämtern zum dritten Staatsführer aus der Kim-Familie aufgebaut wurde.
Während sein Vater Reden in der Öffentlichkeit gemieden hatte, trug Kim Jong-un einen umfangreichen, vorbereiteten Redetext vor. Nordkoreas Armee, mit 1,2 Millionen Mann die viertgrösste der Welt, könne «jeden Feind schlagen», sagte er. Auf den missglückten Raketenstart vom Freitag ging er nicht ein.
Viele Medienleute zugelassen
Kim Jong-un nahm die Parade inmitten der nordkoreanischen Generalität ab. Tausende Soldaten präsentierten bunte Karten mit dem Namen Kim Jong-uns sowie der Parole «stark und wohlhabend».
Südkoreanischen Medien zufolge wurde beim rund zweistündigen Aufmarsch der Streitkräfte vom Sonntag auch eine neue Rakete gezeigt, die grösser als die Vorgängertypen zu sein schien und möglicherweise 6000 Kilometer weit fliegen kann.
Zu den Feierlichkeiten vom Wochenende waren ungewöhnlich viele Akkreditierungen für ausländische Medienleute ausgestellt worden. Zwei Monate lang wurde Pyongyang von Tausenden Arbeitern herausgeputzt.
Südkoreanischer Protest
Die Feierlichkeiten fanden bei strahlendem Sonnenschein statt, Tausende Soldaten mit roten Fahnen paradierten in perfektem Gleichschritt. Die Zivilpersonen winkten mit Papierblumen in den Farben Rot, Gelb und Weiss oder auch mit den nordkoreanischen Blumenzüchtungen Kimjongilia in Rot oder Kimilsungia in Rosarot.
Die Feiern dauerten mehrere Tage, unter anderem wurden am Freitag in Pyongyang grosse Statuen von Kim Il-sung und Kim Jong-il enthüllt.
Südkoreanische Kritiker des stalinistischen Sozialismus im Norden liessen an der Grenze Ballons mit 200'000 Flugblättern aufsteigen. Darauf kritisierten sie den kostspieligen Raketenstart, während zugleich ein Grossteil der Bevölkerung Nordkoreas Hunger leide. Die drei Machthaber aus der Kim-Familie wurden als «die drei führenden Verräter» des Landes bezeichnet.
Machtübergabe vollzogen
Am Freitag war Kim Jong-un zum «ersten Vorsitzenden» des Verteidigungsausschusses ernannt worden. Mit dem neuen Amt wurde der Prozess der Machtübergabe nach dem Tod Kim Jong-ils abgeschlossen.
Kim Jong-un ist damit nicht nur Vorsitzender des höchsten beschlussfassenden Gremiums des kommunistischen Staates, sondern auch oberster Befehlshaber der Streitkräfte und Generalsekretär der Kommunistischen Partei.
Am Samstag ernannte er 70 Offiziere zu Generälen. Laut der südkoreanischen Nachrichtenagentur Yonhap soll mit den Beförderungen die Führungsspitze der Armee verjüngt werden. (rub/mrs/sda)
Erstellt: 15.04.2012, 15:22 Uhr
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14 Kommentare
Eine skurrile Show dieses Nordkorea, die übel enden wird: Entweder in blutigen Hungerrevolten oder der Flucht nach Vorn, einem verzweifelten Angriffskrieg. Russland und China halten diesen Zombiestaat aus strategischem Kalkül am Leben: Er lenkt die USA ab und verhindert ein mächtiges, weil wiedervereinigtes Korea. Doch wie lange kann Peking dieses Frankensteinmonster noch unter Kontrolle halten? Antworten
Nach dem misslungenen Raketenstart scheint man mit einer pompösen Parade das "verlorene Gesicht" wieder herstellen zu wollen. Das Schlechte daran ist nur, dass das Volk davon nicht satt wird.
Die Prioritäten scheinen gesetzt zu sein in KP.
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