Ausland

Tepco fährt seinen letzten Atomreaktor herunter

Aktualisiert am 26.03.2012 57 Kommentare

Von Japans 54 Atommeilern erzeugt nur noch ein Einziger Strom. Am 5. Mai wird der letzte Reaktor vom Netz genommen. Trotzdem gehen die Lichter in Japan nicht aus.

1/5 Der letzte Meiler wurde Anfang Mai abgeschaltet: Reaktor Nummer drei des AKW Tomari auf der Nordinsel Hokkaido.
Bild: Keystone

   

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Der Betreiber Tepco, dem auch die Atomruine Fukushima Eins gehört, fuhr heute den Reaktor Nummer 6 im AKW Kashiwazaki-Kariwa in der Präfektur Niigata zur regulären Wartung herunter. Es war der letzte aktive Tepco-Meiler. Am 5. Mai wird auch der letzte Reaktor in Japan im Kraftwerk Tomari auf der nördlichsten Hauptinsel Hokkaido heruntergefahren.

Dann ist die fernöstliche Wirtschaftsmacht bis auf weiteres atomstromfrei. Die Atomreaktoren in Japan, die bis zum GAU im Atomkraftwerk Fukushima Eins rund 30 Prozent des Strombedarfs des Landes abdeckten, werden alle 13 Monate für eine Wartung heruntergefahren. Ans Netz dürfen die Anlagen erst wieder, wenn die lokalen Regierungen zugestimmt haben.

Seit der Atomkatastrophe in Fukushima ist dies jedoch nicht zuletzt wegen der grossen Sorge der Bevölkerung über die Sicherheit der Atomkraftwerke nicht mehr geschehen. Zudem ist der Genehmigungsprozess äusserst zeitaufwändig. Trotzdem gingen die Lichter in Japan nicht aus. Die Betreiberkonzerne haben als Ersatz für die Atomkraftwerke stillgelegte Thermalkraftwerke wieder angefahren. Der dazu notwendige Import von Brennstoffen wie Erdgas und Rohöl verursacht allerdings hohe Kosten.

Sorgen um die Sommermonate

Die Regierung bemüht sich - auch mit Blick auf die bevorstehenden schwülheissen Sommermonate, in denen die Klimaanlagen im Lande auf Hochtouren laufen - darum, zwei Reaktoren im AKW Oi in der Provinz Fukui nach kürzlich bestandenem Stresstest wieder hochzufahren. Doch dagegen regt sich Widerstand der Anwohner.

Im Atomkraftwerk Fukushima Eins waren mehrere Reaktoren in Folge des schweren Erdbebens und Tsunamis vom 11. März 2011 schwer beschädigt worden. Die Kühlung fiel aus und in den Reaktoren kam es zu Kernschmelzen; in die Luft, den Boden und ins Meer gelangte massenhaft Radioaktivität. (jak/sda)

Erstellt: 26.03.2012, 11:46 Uhr

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57 Kommentare

Johannes Wigger

26.03.2012, 12:03 Uhr
Melden 121 Empfehlung 0

Vor einigen Jahren ging in Leibstadt der Generator kaputt. Das Kraftwerk war für mehrere Monate ausser Betrieb. Niemand hat etwas davon gemerkt, obwohl Leibstadt etwa die Leistung hat wie die 3 KKWs Mühleberg, Beznau I und II zusammen. Die EWs haben zwar weniger Kasse gemacht, aber von einer Stromknappheit deswegen keine Spur. Antworten


Roland Zimmermann

26.03.2012, 12:25 Uhr
Melden 92 Empfehlung 0

"30 Prozent des Strombedarfs des Landes abdeckten" das tönt ja gleich wie in der Schweiz. und wo bleibt denn nun die 'Stromlücke'? Antworten



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