Taliban-Warnung an die Nato
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Das Bekenntnis zu den Anschlägen in Kandahar sei eine Warnung an den Nato-Befehlshaber in Afghanistan, General Stanley McChrystal, hiess es auf einer Taliban-Webseite. Taliban-Sprecher Kari Jussef Ahmadi sagte in einem Telefon-Interview mit der Nachrichtenagentur AP, die Anschläge sollten demonstrieren, dass seine Organisation für eine Nato-Offensive in ihrem Stammland gewappnet sei.
McChrystal hat angekündigt, nach der Offensive der internationalen Truppen in der Nachbarprovinz Helmand sei Kandahar das nächste Ziel der Koalitionsstreitkräfte. Der Gouverneur von Kandahar, Turjalai Wessa, forderte am Sonntag afghanische Verstärkungen und eine engere Koordination mit den Nato-Truppen an. Das Innenministerium in Kabul teilte mit, es prüfe die Anforderung. Präsident Hamid Karzai verurteilte die Anschlagsserie.
«Sie können tun, was immer sie wollen»
Ein Einwohner der Provinzhauptstadt Kandahar, Dschawed Ahmad, sagte, derzeit könnten sich Taliban weitgehend unbehelligt in der Stadt und Provinz bewegen. «Sie können tun, was immer sie wollen, und die Regierung hat die Lage nicht unter Kontrolle», sagte der 40-Jährige. «Wir fühlen uns in der Präsenz all der Truppen in Afghanistan nicht sicher und es ist für uns furchtbar, in so einer Situation zu leben. Noch nicht einmal zuhause fühlen wir uns sicher, und wir können nicht ausgehen.»
Nach Angaben des Kabuler Innenministeriums wurden nach den zwölf Anschlägen vom Samstag bis Sonntag 35 Tote gezählt - 13 Polizisten und 22 Zivilpersonen. Die meisten Opfer habe es bei einem Anschlag auf eine Polizeiwache gegeben, in deren Nachbarschaft eine Hochzeit gefeiert worden sei. Sechs Frauen und drei Kinder seien unter den Todesopfern. 57 Personen wurden verletzt und 42 Häuser beschädigt, hiess es weiter.
Hauptziel des Angriffs war nach Angaben von Ahmed Ali Karzai, einem Halbbruder des Präsidenten, ein kürzlich von kanadischen Soldaten neu befestigtes Gefängnis. Dieses war 2008 schon einmal Ziel eines Selbstmordanschlags, nach dem dann hunderte Gefangene fliehen konnten. Dieses Mal sei niemand entkommen, sagte Karzai. Die Kanadier hätten gute Arbeit geleistet.
Kandahar hat 800'000 Einwohner. Die Stadt ist das Wirtschaftszentrum Südafghanistans und die grösste Stadt in der gleichnamigen Provinz. (vin/ddp)
Erstellt: 14.03.2010, 20:47 Uhr
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