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Suu Kyi erringt Parlamentssitz
Aktualisiert am 01.04.2012 5 Kommentare
Nach jahrzehntelangem Widerstand gegen die Militärherrschaft bewirbt sich auch Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi von der Nationalen Liga für Demokratie um einen Sitz im Parlament. (Video: Reuters )
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Die Oppositionsführerin Aung Sang Suu Kyi hat nach Angaben ihrer Partei bei den Nachwahlen in Burma einen Parlamentssitz errungen. Die Friedensnobelpreisträgerin liege nach der Auszählung der Ergebnisse aus 82 der 129 Wahllokale in ihrem Bezirk mit 65 Prozent der Stimmen vorn, hatte die Nationalen Liga für Demokratie (NLD) zuvor mitgeteilt. Beobachter der Partei gaben vorläufige Ergebnisse per Telefon an das Hauptquartier durch.
Als der Wahlsieg in der Parteizentrale in der Metropole Rangun verkündet wurde, brach unter den mehr als 1000 dort versammelten Anhängern der Liga Jubel aus. «Wir haben gewonnen», riefen die Unterstützer von Suu Kyi. Einige schwenkten die roten Fahnen der Partei, andere formten mit gespreizten Fingern das Siegeszeichen.
Zuvor hatte die Oppositionspartei von Aung San Suu Kyi Unregelmässigkeiten beklagt. Aus dem ganzen Land seien Beschwerden über die Manipulation von Stimmzetteln eingegangen, sagte der Sprecher der Nationalen Liga für Demokratie (NLD). Das Feld für die NLD sei mit Wachs präpariert worden, so dass sich ein Kreuz dort nachträglich leicht entfernen lasse. «Wenn es so weitergeht, kann dies das Ansehen der Wahl beschädigen», sagt Sprecher Nyan Win.
Grosser Andrang
Die Nachwahlen hatten unter grossem Andrang der Wähler begonnen. In der Hafenmetropole Rangun staute sich der Verkehr schon in den frühen Morgenstunden, weil Zehntausende Menschen zu den Wahllokalen unterwegs waren. Prominenteste Kandidatin ist Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi, ihre Wahl gilt als sicher. Die 66-Jährige erschien am Morgen kurz in einem Wahllokal in ihrem Wahlkreis Kawhmu, ehe sie zurück in ihr Haus nach Rangun fuhr.
«Ich freue mich sehr, zu wählen», sagte Han Min Hted vor einem Wahllokal im Ranguner Stadtteil Manyangong. «Diese Wahlen sind freier als 2010.»
Damals hatte Suu Kyis Partei, die Nationalliga für Demokratie, die Wahl wegen unannehmbarer Auflagen boykottiert. Suu Kyi hat mehr als 20 Jahre gegen die Militärherrschaft in ihrer Heimat gekämpft und war deshalb über 15 Jahre unter Hausarrest.
Hoffen auf Abbau der Sanktionen
Insgesamt sind 6,8 Millionen Menschen zur Stimmabgabe aufgerufen. Es geht um 45 Mandate in verschiedenen Parlamentskammern. Die Sitze waren vakant geworden, weil die Abgeordneten Regierungsämter übernahmen und nicht gleichzeitig im Parlament sitzen dürfen.
Selbst wenn die NLD alle Sitze gewinnen würde, bliebe sie in den Parlamenten eine Minderheit. Das Militär und die ihm nahestehende Partei USDP kontrollieren 80 Prozent der Sitze. Der Einzug der NLD ins Parlament hat mehr Symbolwert. Die Regierung will damit zeigen, dass sie es mit demokratischen Reformen ernst meint und hofft, dass die westlichen Länder ihre Sanktionen abbauen. (kpn/sda)
Erstellt: 01.04.2012, 13:19 Uhr
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