Massive US-Drohnenangriffe auf pakistanische Stammesgebiete
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Die unbemannten Drohnen feuerten mindestens ein Dutzend Raketen auf ein mutmassliches Trainingscamp im Stammesbezirk Nord-Waziristan an der Grenze zu Afghanistan ab, wie pakistanische Sicherheitsvertreter sagten. Bereits am Wochenende waren bei einem Drohnenangriff laut pakistanischen Angaben zehn Rebellen getötet worden.
Das Ausbildungslager, eine Ansammlung einfacher Lehmziegelbauten im Dorf Inzarkas, wurde bei dem Angriff zerstört, ebenso mehrere davor geparkte Autos, wie örtliche Behördenvertreter bestätigten. Laut einem ranghohen Sicherheitsvertreter handelte es sich bei den Getöteten um Aufständische. Ein Sicherheitsvertreter in Peshawar sagte, ein Waffenlager in dem Camp sei nach den Raketentreffern in einem grossen Feuerball in die Luft gegangen.
Mehrwöchige Grossoffensive
Inzarkas liegt rund 50 Kilometer westlich von Miranshah, der grössten Stadt Nord-Waziristans. Die unwegsame Bergregion gilt als Rückzugsgebiet von Al-Qaida-Kämpfern und radikalislamischen Taliban. Im Frühjahr vergangenen Jahres hatte die pakistanische Armee in den nordwestlichen Stammesgebieten eine mehrwöchige Grossoffensive gegen die Taliban geführt.
Das Trainingscamp in Inzarkas stand nach Angaben von Geheimdienstvertretern unter dem Kommando von Maulvi Sadiq Noor, einem Stellvertreter des örtlichen Talibanführers Hafiz Gul Bahadur. Bahadur kämpfte bereits während der US-geführten Invasion in Afghanistan 2001 in den Reihen der Taliban gegen die internationalen Truppen. Er soll derzeit rund 2000 Rebellen kommandieren.
Angriffe gegen die Tehrik-e-Taliban
Der Drohnen-Angriff war bereits der zweite in der Gegend seit Sonntag; am Wochenende waren zehn Rebellen getötet worden. Die USA erhöhten in den vergangenen Monaten die Zahl der Drohnen-Angriffe auf die Taliban in den Stammesgebieten. Unter dem Druck Washingtons geht die pakistanische Armee seit Ende März zudem verstärkt gegen die Tehrik-e-Taliban im Bezirk Orakzai vor.
Die die Tehrik-e-Taliban hatten sich zu dem vereitelten Autobombenanschlag am 1. Mai am Times Square in New York bekannt. Nach dem die US-Behörden eine Beteiligung der Taliban zunächst angezweifelt hatten, bestätigten sie am Sonntag, dass die radikalislamischen Gotteskrieger nach neuen Erkenntnissen wahrscheinlich an der Vorbereitung und Finanzierung des vereitelten Anschlags beteiligt gewesen seien. Als Tatverdächtiger wurde ein gebürtiger Pakistaner mit US-Pass festgenommen, der nach Justizangaben Anfang Februar von einem fünfmonatigen Aufenthalt in Pakistan in die USA zurückgekehrt war. (sam/afp)
Erstellt: 11.05.2010, 12:45 Uhr
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