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Kim Jong-un ernennt neuen Vize-Marschall

Aktualisiert am 17.07.2012 1 Kommentar

Der nordkoreanische Machthaber mischt die Karten neu: Der bislang unbekannte Hyon Yong-chol wird wahrscheinlich den gestern entlassenen Militärchef Ri Yong-ho ersetzen.

Generationenwechsel: Kim Jong-un winkt seinen Generälen zu (undatierte Aufnahme, herausgegeben am 16. Juli 2012).

Generationenwechsel: Kim Jong-un winkt seinen Generälen zu (undatierte Aufnahme, herausgegeben am 16. Juli 2012).
Bild: Korean Central News Agency

Hyon Yong-chol auf einer undatierten Aufnahme. (Bild: AFP )

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Nordkoreas Führung nach Kim Jong-il

Nordkoreas Führung nach Kim Jong-il
Mit Kim Jong-un setzt der junge und unerfahrene Sohn die Familiendynastie in Pyongyang fort. Doch er wird nicht alleine herrschen – Nordkorea bleibt ein Familienunternehmen.

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Nach der überraschenden Entmachtung von Nordkoreas Armeechef Ri Yong Ho Ein stellt die Führung des abgeschotteten Landes offenbar die Weichen für dessen Nachfolge. Die amtliche Nachrichtenagentur KCNA berichtet, der General Hyon Yong Chol sei zum Vize-Marschall ernannt worden.

Südkoreanischen Experten zufolge ist Hyon damit der wahrscheinliche Nachfolger von Ri, der wegen einer angeblichen Erkrankung seiner Ämter enthoben wurde. Die Zentrale Militärkommission der regierenden Arbeiterpartei und die Nationale Verteidigungskommission hätten Hyon zum Vize-Marschall ernannt, berichtete KCNA in einer knappen Meldung. Damit ist der langjährige Feldkommandant nun einer von vier Vize-Marschällen in Nordkorea.

Hyon war im September 2010 zum General befördert worden – zusammen mit dem neuen Machthaber Kim Jong Un. Er gehört dem 120- köpfigen Zentralkomitee der Arbeiterpartei an, nicht aber deren mächtiger Militärkommission.

Wenig bekannt

Über Hyon ist wenig bekannt. Er soll Anfang 60 sein und aus einer Familie stammen, die in der Kolonialzeit an der Seite von Nordkoreas Staatsgründer Kim Il Sung gegen die japanische Besatzungsmacht kämpfte.

Nach Einschätzung des Experten Yang Moo Jing von der Universität für Nordkorea-Studien in Seoul wird Hyon nun «sehr wahrscheinlich» zum Nachfolger Ris als Generalstabschef ernannt. Er dürfte demnach zudem Ris Posten in der Militärkommission und im Präsidium des Politbüros übernehmen.

Ri, der ebenfalls den Rang eines Vize-Marschalls hatte, war am Montag wegen einer nicht näher bezeichneten «Krankheit» aus allen seinen Ämtern entlassen worden. Er war seit 2009 Generalstabschef sowie Vize-Chef der Militärkommission. Er galt zudem als enger Vertrauter des im Dezember gestorbenen Machthabers Kim Jong-il , aber auch von dessen Sohn und Nachfolger Kim Jong Un. Ri war einer von sieben ranghohen Vertretern aus Partei und Militär, die bei dem Trauerzug für Kim Jong-il mit dem neuen Machthaber direkt neben dem Wagen mit dem Sarg liefen.

Entlassung als Überraschung

Er galt deshalb als eines der Mitglieder des engsten Führungszirkels in Pyongyang, die Kim Jong Un bei der Übernahme der Macht unterstützten. Ihr Verhältnis wurde angesichts zahlreicher gemeinsamer Besuche bei den Streitkräften als vertrauensvoll interpretiert. Mit dem neuen Vize-Marschall Hyon hat sich Kim dagegen noch nie öffentlich gezeigt.

Ris plötzliche Entlassung war im Nachbarland Südkorea mit Überraschung aufgenommen worden. Beobachter spekulierten, dass er möglicherweise in Ungnade gefallen sei oder dass Kim Jong Un mit seiner Entlassung die Kontrolle über die Armee stärken wolle.

Mit seinen jüngsten Personalentscheidungen versuche der neue Machthaber, das mächtige Militär zu «bändigen», sagte der Wissenschaftler Yoo Dong Ryul vom Forschungsinstitut der südkoreanischen Polizei.

Der knapp 30-jährige Kim Jong Un war erst vor rund einem halben Jahr nach dem Tod Kim Jong Ils zum neuen Machthaber ausgerufen worden. Auch wurde ihm der Oberbefehl über die 1,2 Millionen Mann starke Volksarmee vom Vater übertragen. (kle/dapd/sda)

Erstellt: 17.07.2012, 07:07 Uhr

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1 Kommentar

Konrad Schläpfer

17.07.2012, 18:05 Uhr
Melden 4 Empfehlung 0

Es wäre zu schön wenn Kim Jong-un von den Ereignissen im arabischen Raum etwas gelernt hätte.Vielleicht versucht er tatsächlich eine schrittweise Öffnung ,um längerfristig an der Macht zu bleiben. Dem Volk wäre es zu gönnen ,und von ihm ein schlauer Schachzug den ihm wohl keiner zugetraut hätte.Aber eine Schwalbe macht bekanntlich noch keinen Sommer. Antworten



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