Ausland

«Sie schlugen mich und meine Frau»

Aktualisiert am 07.05.2012 11 Kommentare

In einem Interview äussert sich der chinesische Bürgerrechtler Chen Guangcheng über die Schikanen während seines Hausarrestes, seine Pläne und die Angst um seine Familie.

1/13 Amnesty International traut dem Versprechen der chinesischen Regierung nicht: Aktivisten der Menschenrechtsorganisation protestieren für die Rechte von Chen Guangcheng in London. (4. Mai 2012)
Bild: Keystone

   

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Er wolle China so schnell wie möglich verlassen, mit seiner ganzen Familie, sagt der blinde chinesische Menschenrechtsaktivist Chen Guangcheng im Interview mit dem«Spiegel». Es gebe in China keine Garantien für Bürgerrechte.

Den Versprechen seiner Regierung, ihn als normalen Bürger zu behandeln, vertraue er nicht: Es gebe so viele Unsicherheiten, er sei nicht frei. Chen sagte ausserdem, er fürchte um die Sicherheit seiner Mutter und seiner Brüder.

Chen hatte in seinem Dorf nach vier Jahren Gefängnis zusammen mit seiner Frau, seiner Tochter und seiner Mutter unter Hausarrest gestanden. Der 40-Jährige hatte Probleme mit den örtlichen Behörden bekommen, weil er Zwangsabtreibungen öffentlich gemacht hatte. Er schildert im Interview auch seine Erlebnisse während des 18-monatigen Hausarrests: Die Wächter hätten die Familie gewaltsam daran gehindert, das Haus zu verlassen und seien ihnen auf Schritt und Tritt gefolgt. «Die Leute von der Staatssicherheit brachen in unser Haus ein, sie schlugen mich und meine Frau.»

Auslöser einer diplomatischen Krise

Vor zwei Wochen entkam Chen aus dem Hausarrest und suchte Zuflucht in der Pekinger US-Botschaft. Seit dem letzten Mittwoch hält er sich in einem Krankenhaus in Peking auf. Allerdings habe er die Botschaft nicht freiwillig verlassen: Seine Frau und seine Kinder seien als Druckmittel benutzt worden, um ihn dazu zu zwingen.

Nachdem Chen die Botschaft verlassen hatte, boten ihm die Behörden an, ein Studium in China aufzunehmen. Doch das Interesse daran hat er verloren: «Vergessen wir das, es ist sinnlos», sagt er im Interview.

Der Fall Chen hat laut «Spiegel» eine diplomatische Krise zwischen den USA und China ausgelöst. Die chinesische Regierung habe es als Einmischung in die inneren Angelegenheiten aufgefasst, dass die Amerikaner Chen sechs Tage lang in der Botschaft aufgenommen hatten. (fko)

Erstellt: 06.05.2012, 23:30 Uhr

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11 Kommentare

Urs Landi

07.05.2012, 07:54 Uhr
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Chen ist ein egozentrischer Spinner, der mit sich und dem Leben nicht zurechtkommt.
Solche Leute werden vom Westen hofiert, aber nur, wenn sie in kommunistischen Ländern leben. Dann werden sie als Helden aufgebaut und man mimt auf "Menschenrechte", während man die eigene Bevölkerung verhungern lässt. In den USA lebt jeder sechste Mensch unter der Armutsgrenze, wo bleiben da die Menschenrechte ?
Antworten


Rene Wetter

07.05.2012, 09:23 Uhr
Melden 9 Empfehlung 0

Es ist schon erstaunlich viele hier die Missstände in China verteidigen oder zumindest mit dem Hinweis auf Missstände in anderen Ländern relativieren. Das Gleiche geschieht bei Artikeln zu Russland und der Ukraine Antworten



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