Ausland
«Ich habe es getan»: Der angeblich gestandene Giftmord
Links
Artikel zum Thema
Teilen und kommentieren
Stichworte
Korrektur-Hinweis
Melden Sie uns sachliche oder formale Fehler.
Der Skandal beschäftigt China seit Wochen: Im vergangenen Herbst war der britische Geschäftsmann Neil Heywood tot in einem Hotelzimmer in Chongqing aufgefunden worden. Offiziell hiess es, er sei an exzessivem Alkoholkonsum gestorben. Inoffiziell gab es Gerüchte, wonach er umgebracht worden sei. Im Zusammenhang mit dem Tod des Briten rückten bald zwei Namen in den Fokus des öffentlichen Interesses: Bo Xilai, bis dahin der starke Mann der Kommunistischen Partei in Chongqing, und dessen Frau Gu Kailai. Das einflussreiche Paar war seit Jahren mit Heywood befreundet gewesen.
Vor rund einer Woche ist Gu Kailai dann wegen Verdachts auf Mord festgenommen worden. Ihren Mann hatte man schon zuvor aus dem Politbüro verbannt. Wie der «Telegraph» nun berichtet, gibt es Hinweise darauf, dass Gu den Mord an Neil Heywood gestanden haben könnte. Der ehemalige Polizeichef von Chongqing, Wang Lijun, hat gegenüber amerikanischen Diplomaten offenbar ausgesagt, dass Gu Kailai die Tötung des Briten zugegeben hat.
Zyanid eingeflösst
Wang, so bestätigten anonyme Quellen gegenüber der Zeitung, soll sich im Februar während rund 30 Stunden im US-Konsulat in Chengdu aufgehalten haben. Dort habe er die Aussagen von Bo Xilais Frau wiedergegeben. Demnach habe Gu gestanden, dass man Neil Heywood unter ihrer Mitwirkung in seinem Hotelzimmer festgehalten und ihm Zyanid eingeflösst habe. Laut dem Bericht von Wang sagte Gu: «Ich habe es getan.» Zudem soll sie geschildert haben, wie Heywood das Gift zunächst ausspuckte und sie ihm einen weiteren Schluck einflössen mussten.
Der ehemalige Polizeichef gab seinen Bericht über Gu Kailais Geständnis offenbar mehreren Quellen in- und ausserhalb Chinas weiter. Der Tod des Briten sorgt derweil für eine Reihe von Spekulationen und Verschwörungstheorien. Die Kommunistische Partei, so sagen die einen, wollte Bo und seine Frau mit einem untergejubelten Mord aus dem Verkehr ziehen. Heywood und Bo, so die anderen, seien sich wegen eines Finanzierungsprojektes in die Haare geraten.
Erstmals spricht der Sohn
Neil Heywood selber bleibt ein Mysterium. Der Brite lebte schon seit langem in China und war mit einer Chinesin verheiratet. Womit er sein Geld verdiente, weiss jedoch niemand so genau. Spekulationen reichen vom Händler für Autonobelmarken bis zum Mitarbeiter eines privaten Geheimdienstes. Auch soll er dem Sohn von Bo und Gu, Bo Guagua, einen Platz an der Eliteuniversität Oxford verschafft haben.
Bo Guagua dementiert letzteres Gerücht in einem offiziellen Statement. Laut der Zeitung «The Guardian» erklärte der Student in einem offiziellen Schreiben, es gebe zwei legitime Quellen für seine Schulgelder: «Mein Schulgeld und der Lebensunterhalt stammen von Stipendien, die ich verdient habe, und von Erspartem meiner Mutter, das sie mir zur Verfügung stellte.» Was die Anschuldigungen an seine Eltern betrifft, wollte sich der 24-Jährige laut der Zeitung nicht äussern. Er sei aber «sehr beunruhigt». (kpn)
Erstellt: 26.04.2012, 06:39 Uhr
Ausland
- 20:06Rafsanjani von der Wahl ausgesperrt
- 16:44Präsident verwehrt schwulem Dozenten Professur
- 13:02Hizbollah könnte auch in der EU auf Terrorliste kommen
- 11:56Israelisches Fahrzeug auf dem Golan zerstört
- 10:33Apple wird zum Paradebeispiel für Steuervermeidung
- 08:20Völkermordurteil gegen Ríos Montt aufgehoben
Alles für Abonnenten und Abonnentinnen
Laden Sie sich Ihr ePaper auf Ihren Computer und blättern Sie gratis und ab 5 Uhr früh in Ihrem "Bund".
Jetzt wechseln und sparen
Finden Sie in nur fünf einfachen Schritten die optimale Fahrzeugversicherung.

Die Welt in Bildern


























