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Geplante Steinigung: Iran empört über Einmischung des Westens

Aktualisiert am 17.08.2010 33 Kommentare

Die Regierung in Teheran hat den Westen aufgefordert, sich nicht in den Fall einer zum Tod durch Steinigung verurteilten zweifachen Mutter einzumischen. Um die Frauen gehe es den Kritikern gar nicht.

Karsai verurteilt Steinigung

Afghanistans Präsident Hamid Karsai hat die Steinigung eines Mannes und einer Frau wegen einer angeblichen ausserehelichen Affäre in der nördlichen Provinz Kundus verurteilt. Die von den Taliban veranlasste Steinigung sei ein «unverzeihliches Verbrechen», erklärte Karsai am Dienstag.

Die 23 Jahre alte Frau und der 28 Jahre alte Mann waren nach Behördenangaben am Sonntagabend in dem von Taliban kontrollierten Dorf Mullah Kuli getötet worden.

Ein Dorfbewohner sagte, rund hundert Menschen - die meisten von ihnen Taliban - hätten sich in dem Dorf versammelt, als eine Erklärung verlesen wurde, wonach die beiden die Affäre eingestanden hätten.

Der Mann sei verheiratet, die Frau verlobt gewesen. Nach der Urteilsverkündung begann die Menge demnach, Steine auf die beiden zu werfen. Das islamische Recht der Scharia sieht die Prügelstrafe für Sex zwischen Unverheirateten vor. Aussereheliche Affären werden mit dem Tod durch Steinigung bestraft.

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Sakine Mohammadi-Aschtiani war wegen Ehebruch und Beteiligung an Mord an ihrem Ehemann zum Tod verurteilt worden. «Unabhängige Nationen können nicht akzeptieren, dass andere Länder in seine richterlichen Entscheidungen eingreifen», sagte der Sprecher des Aussenministeriums, Ramin Mehmanparast, am Dienstag. Seinen Angaben zufolge dauern die Ermittlungen zu dem Fall Mohammadi-Aschtiani noch immer an.

Das Vorgehen der Gerichte sei strikt geregelt, besonders wenn es um Mord gehe, sagte Mehmanparast weiter. Der Fall werde «akribisch» geprüft. Die Empörung über das Urteil sei vor dem Hintergrund des Atomstreits zwischen dem Westen und dem Iran «politisch» motiviert, sagte der Ministeriumssprecher. Eine Freilassung Mohammadi-Aschtianis schloss er aus. «Wenn wir wegen Mordes Verurteilte frei liessen, gäbe es keine Sicherheit», sagte Mehmanparast. Zuletzt hatte Brasiliens Präsident Luiz Inacio Lula da Silva angeboten, Mohammadi-Aschtiani in seinem Land aufzunehmen.

«Unrechtmässige Beziehung»

Menschenrechtler hatten Ende vergangener Woche die Befürchtung geäussert, dass die Hinrichtung von Mohammadi-Aschtiani kurz bevorstehe. Namhafte Politiker, Schauspieler und Künstler forderten den Iran auf, von der Steinigung der zweifachen Mutter abzusehen. Nach Angaben der Menschenrechtsorganisation Amnesty International wurde Mohammadi-Aschtiani wegen einer «unrechtmässigen Beziehung» zu zwei Männern nach dem Tod ihres Ehemanns zum Tode verurteilt. Iranischen Angaben zufolge wurde die Frau wegen Ehebruchs und Verwicklung in den «Mord» an ihrem Ehemann verurteilt.

In der vergangenen Woche wurde im iranischen Fernsehen eine als Mohammadi Aschtiani vorgestellte Frau präsentiert, die zugab, dass ihr Liebhaber ihr vorgeschlagen habe, ihren Ehemann zu töten. Sie sei dann bei dem Mord selbst zugegen gewesen. Der Organisation Human Rights Watch (HRW) sagte, es gebe «gute Gründe» zu glauben, dass das «sogenannte Geständnis erzwungen» worden sei. (sam/afp)

Erstellt: 17.08.2010, 12:02 Uhr

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33 Kommentare

Tom Arn

17.08.2010, 13:53 Uhr
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So muss das Mittelalter gewesen sein. Der Westen hat dieses Zeitalter Gott (?) sei Dank überwunden (zumindest mehrheitlich). Bin gespannt, wieviel Oel noch gepumpt werden muss, bis die islamische Aufklärung beginnt und oelfreies Licht ins Dunkel bringt. Hoffentlich nicht zu spät, denn: Was ist Sand ohne Oel wert? Antworten


Heidi Meier

17.08.2010, 15:54 Uhr
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An die Richter im Iran: Wer ohne Vergehen ist werfe den ersten Stein. Und wenn Ihr Euch nicht daran halten wollt, dann bestraft wenigstens die Männer gleicher massen. Wenn Männer die Frauen vergewaltigt haben, dann bestraft nur die Männer. Ist doch eigentlich voll logisch. Antworten



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