Ausland

Frankreich stoppt Kriegseinsatz in Afghanistan

Aktualisiert am 20.01.2012 14 Kommentare

Nach dem Tod von vier französischen Soldaten in Afghanistan hat die Regierung in Paris alle Militäroperationen eingestellt. Sarkozy schliesst auch einen vorzeitigen Abzug der französischen Armee nicht aus.

Paris stoppt Kriegseinsätze: Ein französischer Nato-Soldat  in der Provinz Surobi, Afghanistan. (26. Dezember 2010)

Paris stoppt Kriegseinsätze: Ein französischer Nato-Soldat in der Provinz Surobi, Afghanistan. (26. Dezember 2010)
Bild: AFP

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Deutschland und die USA erwarten keinen vorzeitigen Abzug der Truppen Frankreichs. «Wir stehen in engem Kontakt zu unseren französischen Kollegen», sagte US-Aussenministerin Hillary Clinton am Freitag nach einem Treffen mit ihrem deutschen Amtskollegen Guido Westerwelle in Washington. Es gebe keinen Grund zu glauben, dass Frankreich von dem vereinbarten Plan für den Übergangsprozess in Afghanistan abweichen werde. Westerwelle mahnte, Rückschläge dürften die Mission nicht stoppen.

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Nach dem Tod von vier französischen Soldaten in Afghanistan hat Frankreich seine Militäreinsätze in dem Land ausgesetzt. Präsident Nicolas Syrkozy drohte sogar mit dem vorzeitigen Abzug der französischen Truppen aus Afghanistan. Die französischen Soldaten machten nach Angaben aus afghanischen Sicherheitskreisen gerade Sport und waren deshalb unbewaffnet, als ein Mann in afghanischer Uniform das Feuer auf sie eröffnete.

Der Angriff ereignete sich im Bezirk Tagab in der Provinz Kapisa. Die Männer seien «eigentlich ermordet worden», sagte Frankreichs Verteidigungsminister Gérard Longuet. Bei dem Angriff wurden mindestens 15 weitere Soldaten verletzt. Der mutmassliche Schütze wurde festgenommen, wie die Internationale Schutztruppe Isaf mitteilte.

Bereits Ende Dezember waren zwei französische Soldaten ebenfalls im Bezirk Tagab von einem Mann in afghanischer Uniform erschossen worden.

«Ich kann nicht hinnehmen, dass afghanische Soldaten auf französische Soldaten schiessen», sagte Präsident Sarkozy. Dazu sei die französische Armee nicht in Afghanistan. Die Ausbildung afghanischer Soldaten und die Hilfe bei Kampfeinsätzen werde deshalb ausgesetzt, sagte Sarkozy.

Vorzeitiger Abzug

Verteidigungsminister Longuet soll zusammen mit Generalstabschef Edouard Guillaud «unverzüglich» nach Afghanistan reisen. Anhand von Longuets Bericht will Sarkozy entscheiden, ob er die 3600 französischen Soldaten vorzeitig abzieht. Eigentlich sollte der Abzug Anfang 2014 abgeschlossen sein.

Longuet sagte, er werde die Lage bis kommenden Dienstag analysieren und Sarkozy Vorschläge zu einem möglichen frühen Abzug präsentieren. Der jüngste Angriff auf französische Soldaten sei «inakzeptabel».

Der afghanische Präsident Hamid Karzai, der in einer Woche in Paris erwartet wird, bedauerte den Angriff. In einer Mitteilung sprach er Sarkozy und dem französischen Volk seine «tiefe Sympathie» und sein Beileid aus.

Die extremistischen Taliban lobten in einer Erklärung die «mutigen und patriotischen Soldaten», welche die ausländischen Truppen angriffen.

Laut Nato ein Einzelfall

Nato-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen bezeichnete den Angriff auf die französischen Soldaten als Einzelfall. Er widersprach damit dem Eindruck, dass zunehmend aus der afghanischen Armee heraus Angriffe gegen Soldaten der internationalen Truppe Isaf gestartet würden.

Einige Angriffe der vergangenen Monate waren Mitgliedern der radikalislamischen Taliban zugeschrieben worden, die sich von der afghanischen Armee anwerben liessen. Bei anderen wurden Streitigkeiten zwischen Afghanen und ausländischen Soldaten als Grund angegeben. Der deutsche Aussenminister Guido Westerwelle zeigte sich tief bestürzt über den Angriff auf die Franzosen.

Seit Beginn des internationalen Einsatzes Ende 2001 starben in Afghanistan 82 französische Soldaten. Frankreich begann bereits im Oktober mit dem Rückzug seiner 3600 Soldaten.

Die Nato will die Verantwortung schrittweise an die afghanischen Sicherheitskräfte übergeben und ihren Kampfeinsatz bis Ende 2014 abschliessen. Voraussetzung dafür ist die Ausbildung der afghanischen Armee und Polizei. (bru/dapd/AFP)

Erstellt: 20.01.2012, 11:10 Uhr

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14 Kommentare

Peter Winkler

20.01.2012, 14:25 Uhr
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Immer wieder tragisch für die betroffenen Soldaten und ihre Angehörigen. Müssten die kriegshetzenden Politiker und ihre Entourage jeweils selber in die Kriegsgebiete, und zwar nicht nur um schöne Reden zu schwingen, sondern um selber die Köpfe hinzuhalten, dann hätten wir ab sofort keine Kriege mehr. Antworten


Sandro Studer

20.01.2012, 12:03 Uhr
Melden 33 Empfehlung

Es scheint dass Finanzielle Probleme Frankreich, USA, etc. das beste Rezept für Frieden ist. Droht ein downgrade vom AAA ziehn Sie die Armee ab. Antworten



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