Erste Hinrichtung eines Japaners in China seit 38 Jahren
Der 65-jährige Mitsunobu Akano ist in der nordostchinesischen Provinz Liaoning hingerichtet worden. Dies teilte die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua unter Berufung aus einer Mitteilung des obersten Gerichts mit. Es ist die erste Hinrichtung eines japanischen Staatsbürgers in China seit der Normalisierung der diplomatischen Beziehungen zwischen beiden Ländern 1972.
Der Japaner war im September 2006 auf dem Flughafen der Hafenstadt Dalian festgenommen worden, als er 1,5 Kilogramm einer nicht näher beschriebenen Droge nach Japan schmuggeln wollte. Ein weiteres Kilogramm Rauschgift wurden im Gepäck eines Komplizen gefunden.
«Klare und unwiderlegbare Beweise»
Die Gerichte hätten «klare und unwiderlegbare Beweise für den Drogenschmuggel», berichtete die Staatsagentur. Der chinesische Ministerpräsident Wen Jiabao hatte erst am Samstag die Todesstrafe gegen Akano und drei weitere in China in Haft sitzende Japaner wegen Drogenvergehen verteidigt.
Die vier Rauschgiftschmuggler hätten «schwere Verbrechen» begangen, sagte Wen Jiabao nach Angaben der japanischen Nachrichtenagentur Kyodo bei einem Treffen mit Japans Finanzminister Naoto Kan in Peking.
Hinrichtung eines Briten im Dezember
Erst im Dezember hatte China trotz eindringlicher Gnadenappelle einen Briten wegen Drogenschmuggels hingerichtet. Seine Familie hatte argumentiert, dass er wegen psychischer Probleme vermindert schuldfähig gewesen sei.
Es war die erste Hinrichtung eines Europäers in China seit fast sechs Jahrzehnten. China hat in der Vergangenheit schon mehrfach ausländische Drogenschmuggler hingerichtet, die zumeist aus asiatischen Nachbarländern stammten. (vin/sda)
Erstellt: 06.04.2010, 08:40 Uhr
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