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Ein Selbstmordattentäter tötet Hochzeitsgäste
Aktualisiert am 14.07.2012 4 Kommentare
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Im Norden Afghanistans hat ein Selbstmordattentäter bei einem Anschlag auf eine Hochzeitsfeier mindestens 22 Menschen mit in den Tod gerissen, rund 60 wurden verletzt. Unter den Toten befanden sich auch mehrere ranghohe Beamte und Politiker.
Der Anschlag galt offenbar dem Vater der Braut, einem Ex-Guerillaführer im Kampf gegen die Sowjets, der inzwischen als Abgeordneter im Parlament sitzt. Der afghanische Präsident Hamid Karzai verurteilte den Anschlag. Dieser sei von «Feinden Afghanistans» ausgeführt worden. Er kündigte an, ein Team aus Kabul zu entsenden, um die Hintergründe der Tat zu untersuchen.
Vater der Braut war Abgeordneter
Zunächst bekannte sich niemand zu dem Anschlag. Doch die radikalislamischen Taliban haben in der Vergangenheit immer wieder Mitglieder und Anführer der sogenannten Nordallianz getötet, die die Regierung in Kabul im Kampf gegen die Aufständischen unterstützen.
Der Vater der Braut, Ahmad Chan Samangani, war seit vergangenem Jahr Parlamentsabgeordneter und galt als wichtige Führungsperson in der Provinz Samangan und im ganzen Norden Afghanistans. Er war zudem ein enger Verbündeter von Präsident Karzai. Samangani wurde bei dem Attentat ebenso getötet wie der Polizeichef der Region, der Provinzchef des Geheimdienstes und ein Divisionskommandeur der Streitkräfte.
Sprengsatz inmitten des Saals gezündet
Nach Angaben der Behörden zündete ein Selbstmordattentäter bei der Hochzeitsfeier in der Provinzhauptstadt Ajbak inmitten eines mit Gästen gefüllten Saals seinen Sprengsatz. Zum Zeitpunkt der Explosion hätten sich die meisten örtlichen Gäste im zweiten und dritten Geschoss des Gebäudes aufgehalten, sagte der leitende Polizist Mohammad Nawab Schersai.
Der Attentäter löste sich den Angaben zufolge aus einer Gruppe von neu eingetroffenen Gästen aus der Stadt Masar-i-Scharif. In unmittelbarer Nähe Samanganis habe er dann seinen am Körper befestigten Sprengsatz zur Detonation gebracht. «Es war eine grosse Explosion. Überall im Erdgeschoss lagen blutüberströmte Leichen», sagte Schersai. Auch in den oberen Stockwerken habe es Verletzte gegeben.
Nordallianz fürchtet Zugeständnisse an die Taliban
Die Nordallianz, eine lose Gruppe von ethnischen Minderheiten, nimmt einen wichtigen Platz in den Bemühungen von Präsident Karzai zu einer Aussöhnung mit dem Taliban ein. Doch viele von ihnen haben in der Vergangenheit die Sorge geäussert, dass Karzai, selbst ein Paschtune, zu viele Zugeständnisse an die Taliban machen würde, um ein Friedensabkommen zu erreichen.
In den vergangenen Wochen hatten die Aufständischen immer wieder schwere Anschläge durchgeführt, die Hoffnungen auf eine geordnete Übergabe der Sicherheitsverantwortung an die afghanischen Truppen bis Ende 2014 weiter schmälern. Auch heute kamen im Osten Afghanistans wieder zwei Nato-Soldaten ums Leben.. (mw/sda)
Erstellt: 14.07.2012, 10:57 Uhr
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Dieses Land verfügt nur über eine minimale Schicht an Gebildeten und modernen Menschen. Die Taliban sind keine Freunde von Al-Qaida. Viele Clanführer keine Freunde der beiden. Viele Waffen und Interessen kollidieren hier fast täglich aufs neue. Und jeder ist bestrebt möglichst viel Macht zu konzentrieren. Religion und Tradition sind mal wichtig und mal eher hinderlich. So ist der Krieg dort. Antworten
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