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Ausland

Aborigines attackieren Premierministerin

Aktualisiert am 27.01.2012

Australiens Regierungschefin Julia Gillard und Oppositionsführer Tony Abbott mussten vor Aborigines in Sicherheit gebracht werden. Eine Äusserung hatte die Ureinwohner in Rage versetzt.

1/5 Tumultartige Szenen: Die australische Premierministerin Gillard und Oppositionsführer Tony Abbott werden von Bodyguards umringt aus einem Restaurant in Canberra geführt.
Bild: Keystone

   

Gillards Schuh auf Ebay?

Ein Schuh, den Australiens Regierungschefin Julia Gillard bei ihrer Flucht vor wütenden Aborigines verloren haben soll, ist für kurze Zeit auf Ebay angeboten worden. «Sie bieten für einen gebrauchten Schuh», hiess es laut der Zeitung «Sydney Morning Herald» in der Beschreibung. «Berücksichtigen Sie bitte auch, dass es sich um einen einzelnen Schuh handelt, nicht um ein Paar. Es wäre also schwierig, damit zu laufen, es sei denn, Sie sind die Premierministerin.»

Für den zu einem Einstiegspreis von 148 australischen Dollar angeboten Schuh stiegen die Gebote in kurzer Zeit auf umgerechnet 1600 Euro - nach nur 25 Minuten wurde das Angebot aber von Ebay entfernt. Ebay fürchtete, es handle sich um einen Scherz.(AFP)

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Die australische Regierungschefin Julia Gillard ist gestern vor wütenden Aborigines in Sicherheit gebracht worden. Gillard und der Oppositionsführer Tony Abbott befanden sich in einem Restaurant der Hauptstadt Canberra, als dieses von Demonstranten umringt wurde.

Medienberichten zufolge schlugen die Ureinwohner gegen die Scheiben und riefen «Schande» und «Rassist». Die Aborigines protestierten anlässlich des «Australia Day», mit dem an die Ankunft der ersten britischen Siedler 1788 erinnert wird, gegen ihre Benachteiligung in der Gesellschaft.

Gillard und Abbott wurden von Polizei und Personenschützern in einer dramatischen Aktion aus dem Restaurant eskortiert. Die Premierministerin, die sichtlich erschüttert war, stolperte dabei und fiel hin. Später spielte sie den Vorfall jedoch herunter und sagte, sie sei aus «ziemlich hartem Zeug» gemacht.

Proteste gegen Oppositionsführer gerichtet

Die Demonstranten hatten an einer Kundgebung zum sogenannten «Invasion Day» in einem nahegelegenen Zeltlager der Aborigines teilgenommen. Die sogenannte Zelt-Botschaft der Aborigines feiert dieses Jahr ihr 40-jähriges Bestehen.

Der Gründer der Zelt-Botschaft, Michael Anderson, sagte der Nachrichtenagentur Australian Associated Press, die Proteste hätten sich gegen eine Äusserung von Oppositionsführer Abbott gerichtete, wonach die Proteste der Aborigines nicht länger relevant seien.

Benachteiligte Bevölkerung

Die rund 470'000 Aborigines klagen seit langem über vielfältige Benachteiligungen in Australien. Die Ureinwohner, deren Kultur zehntausende Jahre zurückreicht, haben eine kürzere Lebenserwartung und höhere Haft- und Krankheitsraten als andere Bevölkerungsgruppen im Land. (jak/AFP)

Erstellt: 27.01.2012, 08:14 Uhr

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