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Ausland

60 Schweizer sitzen in den Fluten fest

Aktualisiert am 07.08.2010

Nach den heftigen Regenfällen sind Dutzende Touristen im indischen Himalayagebiet eingeschlossen. Die Zahl der Todesfälle in Pakistan ist inzwischen auf 1600 gestiegen.

Üblicherweise ein trockener Ort: Leh im Gebiet Ladakh.

Üblicherweise ein trockener Ort: Leh im Gebiet Ladakh.
Bild: Keystone

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Flut in Pakistan

Flut in Pakistan
Das Hochwasser in Pakistan ist nach Angaben der UNO eine grössere Katastrophe als das Erdbeben in Haiti, der Tsunami 2004 im Indischen Ozean oder auch das Erdbeben in Pakistan 2005.

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Heftiger Monsunregen und neue Erdrutsche haben am Samstag die Flutkatastrophe im Nordwesten des indischen Subkontinents weiter verschärft. Für das Wochenende sind im Nordwesten des indischen Subkontinentes weitere Regenfälle vorhergesagt. Schwere Schauer zwangen die Piloten zahlreicher Helikopter in Pakistan, am Boden zu bleiben. Das erschwerte die Rettungsarbeiten zusätzlich. Die Behörden des Landes geben die Zahl der Todesopfer unterdessen mit rund 1600 an, zehntausende warten auf Hilfe.

Die pakistanischen Behörden haben nun auch Alarmstufe Rot für einige Bereiche im Süden des Landes entlang des Flusses Indus ausgerufen. Dörfer, denen Überflutungen drohen, wurden evakuiert. Bereits am Freitag hatte die Wassermassen grosse Bereiche des Flussufers überschwemmt und dabei 2000 Siedlungen geflutet. Der ganze Umfang der Schäden und die genaue Zahl der Opfer ist derzeit unklar, die Angaben kommen von UNO-Organisationen und lokalen Behörden.

Weltkulturerbe in grosser Gefahr

Das Wasser gefährdet unterdessen auch die bedeutenden Ruinen von Moenjodaro im Süden Pakistans, die zum Unecso-Weltkulturerbe gehören. Die bis ins dritte Jahrtausend vor Christus zurückreichende Stätte wurde über die Jahrhunderte hinweg immer wieder durch Fluten beschädigt. Die nun heranrollende Flutwelle könnte einmal mehr das zerstören, was von Moenjodaro noch übrig ist, sagte Pakistans Unesco-Sprecher Jawad Aziz.

Hochwasser auch im Indus-Oberlauf

Sintflutartige Regenfälle lösten auch in der indischen Region Ladakh Überschwemmungen und Erdrutsche. Betroffen waren besonders die Hauptstadt Leh und deren Umgebung. «Die Fluten haben die malerische Landschaft von Ladakh in eine Desasterzone verwandelt, in der überall Ärzte und Helfer herumlaufen», sagte ein Sprecher der Regierung.

Die Region ist weitgehend von der Aussenwelt abgeschnitten. Der Flugverkehr und die Strassenverbindungen nach Srinagar und Manali sind unterbrochen. Zugang zum Hochland ist derzeit nur mit Flugzeugen der indischen Streitkräfte möglich. Das Stromnetz und die Telefonverbindungen in Leh sind zusammengebrochen.

Dutzende Schweizer blockiert

Nach Angaben des Eidgenössischen Departementes für auswärtige Angelegenheiten (EDA) sind unter den in Ladakh blockierten ausländischen Touristen auch rund 60 Schweizer. Es habe aber bisher keine Schweizer unter den Opfern der Überschwemmung. Die Botschaft in Neu Delhi versuche gemeinsam mit anderen Vertretungen und den indischen Behörden den Kontakt zu den Schweizern herzustellen. Das EDA rät Reisenden, sich vor einer Reise in das Gebiet über die Durchführbarkeit zu informieren.

Offiziellen indischen Angaben zufolge sind bislang bereits 115 Todesopfer zu beklagen. Mehr als 400 Menschen wurden verletzt. Mindestens 500 weitere Personen gelten als vermisst. Ladakh gehört vor allem in den Sommermonaten zu den beliebtesten Touristen-Zielen in Indien und zieht besonders Wanderer und Bergsteiger an. Die Regionalhauptstadt Leh liegt auf rund 3500 Meter Höhe unweit des Indus.

Normalerweise werden die Monsunwolken am Himalaya gestaut. Ladakh – auch Kleintibet genannt – liegt wie Tibet auf der anderen Seite des Gebirges und gehört im Sommer zu den ariden zentralasiatischen Gebieten mit spärlichem Niederschlag. Die Landwirtschaft im Hochland ist nur dank Schmelzwasser und künstlicher Bewässerung möglich. (raa/sda)

Erstellt: 07.08.2010, 14:46 Uhr

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