13 Millionen Abtreibungen im Jahr

Aktualisiert am 30.07.2009

Chinas Behörden sorgen sich um die hohe Zahl von Frauen, die im Land Schwangerschaftsabbrüche vornehmen. Jetzt fordern Experten eine bessere Aufklärung der jungen Menschen.

Viel Druck wegen der Einkindpolitik: Eine junge Frau liegt nach einer Abtreibung im Spital.

Viel Druck wegen der Einkindpolitik: Eine junge Frau liegt nach einer Abtreibung im Spital.
Bild: Reuters

Fast die Hälfte der betroffenen 13 Millionen Frauen habe keinerlei Verhütungsmittel benutzt, sagte Wu Shangchun von der Nationalen Behörde für Bevölkerungs- und Familienplanung «China Daily». Es sei eine grosse Herausforderung, diese Zahlen zu verkleinern, fügte Wu hinzu.

Angesichts der Unwissenheit vieler Chinesen in Bezug auf Sexualität und Verhütung fordern nun Experten eine konsequentere Aufklärung vor allem junger Menschen.

30 Prozent wissen nichts über Verhütung

Chinas Regierung übt mit der offiziellen Ein-Kind-Politik auch grossen Druck auf Paare aus, um das Bevölkerungswachstum in dem Land mit rund 1,3 Milliarde Einwohnern zu bremsen. In China werden jährlich 20 Millionen Kinder geboren.

Gemäss dem Bericht herrscht in der Bevölkerung grosse Unwissenheit in Bezug auf Sexualität und Verhütung. Eine Umfrage in einem Shanghaier Spital ergab, dass 30 Prozent der Anrufer einer Gesundheits-Hotline nicht wussten, wie eine Schwangerschaft zu vermeiden ist.

Nur 17 Prozent war der Begriff der Geschlechtskrankheit bekannt. Die sexuelle Erziehung in China müsse vor allem bei Jugendlichen gestärkt werden, forderte Li Yiping von der Universität Peking. Chinesische Eltern wichen dem Thema Sex bei der Erziehung ihrer Kinder weithin aus, heisst es in dem Bericht. Gleichzeitig erlebe das einst ultrakonservative Land derzeit eine Art sexueller Revolution.

Hohe Dunkelziffer

Da die Zahl von 13 Millionen Schwangerschaftsabbrüchen nur aus den Unterlagen staatlich registrierter Abtreibungskliniken stammt, liege die Zahl der insgesamt abgetriebenen Kinder jedoch vermutlich deutlich höher, berichtete «China Daily» weiter.

Zahlreiche Abtreibungen werden demnach in nicht registrierten Einrichtungen vorgenommen. Zudem verschreiben die Ärzte in China jedes Jahr bis zu zehn Millionen Abtreibungspillen, mit denen Schwangerschaften schon in den ersten Monaten ohne grösseren medizinischen Eingriff abgebrochen werden können. (oku/sda)

Erstellt: 30.07.2009, 16:24 Uhr

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