«Der Agent ist wahrscheinlich schon tot»

US-Präsident Trump gerät unter Druck, nachdem er Geheimnisse mit den Russen geteilt haben soll. Nachrichtendienst-Quellen könnten in Gefahr sein.

Trump verplappert sich: Der US-Präsident soll hochsensible Geheimdienstinformationen preisgegeben haben. (Video: Tamedia/Reuters)

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US-Demokraten kritisieren, dass Präsident Donald Trump laut einem Bericht der «Washington Post» hochgeheime Informationen mit Russlands Aussenminister Sergei Lawrow geteilt haben soll.

Trump hat gemäss dem Bericht erzählt, der IS entwickle neue Wege, um Bomben in Laptops und anderen elektrischen Geräten zu platzieren. Es handle sich um Erkenntnisse über die IS-Miliz, die die USA von einem befreundeten ausländischen Geheimdienst erhalten hätten.

«Das wird Leben gefährden»

Mit seinen Aussagen könnte Trump den Agenten, der die Information geliefert hatte, gefährden, monieren Kritiker. «Wir neigen dazu, Dinge wie ‹gefährlich› oder ‹das wird Leben gefährden› im übertragenen Sinn zu verwenden. Heute meine ich das ernsthaft und wortwörtlich», schreibt Juliette Kayyem, ehemalige hochrangige Mitarbeiterin der US-Homeland-Security-Behörde und Harvard-Dozentin auf Twitter.

Auf CNN mutmasste Kayyem, der IS habe den Agenten, der die Information an den US-Partnerdienst lieferte, wohl bereits ausfindig gemacht. «Die Person ist wahrscheinlich schon tot», sagte sie.

Der demokratische Senator Mark Warner twittert, wenn die Geschichte wahr sei, sei es ein Schlag ins Gesicht der Geheimdienstler. Quellen und Methoden zu gefährden, sei unentschuldbar, schreibt er auf Twitter.

In seinem Gespräch mit Lawrow habe der US-Präsident auch die Stadt genannt, in der die Informationen gesammelt worden seien, berichtet die «Washington Post». Die Zeitung ergänzte, sie habe auf Bitten von US-Regierungsbeamten keine Einzelheiten über diese Bedrohung veröffentlicht.

«Keine Geheimdienst-Methoden erwähnt»

Der nationale Sicherheitsberater Herbert Raymond McMaster wiegelte gestern Abend ab. Der Bericht der «Washington Post» sei falsch. «Zu keinem Zeitpunkt» seien «Geheimdienst-Methoden» oder «Quellen» erwähnt worden. «Und der Präsident hat keinerlei Militäroperationen erörtert, die nicht bereits in der Öffentlichkeit bekannt waren.» Der Sicherheitsberater fügte hinzu, es gebe «nichts, was der Präsident ernster nimmt als die Sicherheit des amerikanischen Volkes».

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Seit März dürfen Laptops und grössere elektronische Geräte auf Flügen von sieben muslimischen Ländern in die USA nicht mehr in die Kabine mitgenommen werden. Grund ist die Befürchtung, dass in ihnen Sprengsätze versteckt seien. Laut der «Washington Post» hatte der mit den USA befreundete ausländische Geheimdienst keine Erlaubnis dafür erteilt, dass die US-Regierung die Informationen über die Jihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) mit Moskau teilt. (rub)

Erstellt: 16.05.2017, 10:13 Uhr

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