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Ausland

Was tun mit Ron?

Von Deborah Charles, Reuters. Aktualisiert am 19.01.2012 109 Kommentare

Der unorthodoxe Kongressabgeordnete aus Texas, Ron Paul, löst beim Parteiestablishment Magenkrämpfe aus. Er könnte zum unfreiweilligen Wahlhelfer von Barack Obama werden.

Ron Paul nach einer Rede vor seinen Anhängern am 18. Januar 2012.

Ron Paul nach einer Rede vor seinen Anhängern am 18. Januar 2012.
Bild: AFP

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Die US-Republikaner stecken in einem Dilemma: Was sollen sie nur mit Ron Paul tun, dem unorthodoxen Kongressabgeordneten aus Texas, der die US-Notenbank abschaffen und die Militärpräsenz seines Landes im Ausland beenden will?

Paul schnitt bei den ersten beiden Vorwahlen in Iowa und New Hampshire überraschend gut ab. Zwar rechnet niemand ernsthaft damit, dass der 76-Jährige das Nominierungsrennen gewinnt.

Die Angst ist aber gross, dass er sich als Unabhängiger zur Wahl stellen und dann dem offiziellen Kandidaten der Republikaner entscheidende Stimmen gegen Präsident Barack Obama abjagen könnte.

Paul gehört zu den «Libertarians», denen alles Staatliche suspekt ist, die die Rolle des Staates so klein wie möglich halten und die Individualrechte des Einzelnen stärken wollen.

In der Vergangenheit hatte er mit seiner Anti-Establishment-Haltung nur mässigen Erfolg - doch jetzt ist das anders. Bei der Vorwahl in New Hampshire entschied sich rund ein Viertel der Wähler für ihn, bei der Urwahl in Iowa waren es immerhin 21 Prozent.

«Bei dieser Wahl kann man es sich nicht leisten, irgendeine Stimme zu verlieren», sagt der frühere Sprecher von Präsident George W. Bush, Tony Fratto. Wer immer am Ende nominiert werde, dürfe der überwiegend jungen Anhängerschaft Pauls «nicht herablassend begegnen, sondern mit Respekt und müsse ihre Energie anerkennen».

Kritik an Notenbank

Denn sollte sich Paul aus dem Bewerberrennen ziehen, ist es alles andere als sicher, dass seine Wählerschaft so ohne weiteres einem anderen republikanischen Kandidaten ihre Stimme gibt.

Und Paul weiss darum, sagt Ed Rollins, der 2008 für Mike Huckabees Wahlkampf verantwortlich war und im vergangenen Jahr zeitweise Michele Bachmann beriet. «Sollte er aus irgendeinem Grund nicht gut behandelt werden und als Kandidat einer dritten Partei antreten, würde das für Chaos sorgen», sagt Rollins.

Der erzkonservative Senator von South Carolina, Jim DeMint, ist dafür, einige der libertären Ideen Pauls zu übernehmen. «Ich stimme nicht in allem mit ihn überein, aber er hat Recht mit dem, was er über die Notenbank sagt, die ausser Kontrolle geraten ist.»

Sollten die anderen Kandidaten Pauls Ansichten über die Geldpolitik und die Beschränkung der Staatsmacht ignorieren, werde es ihnen schaden, denn «die 20 oder 25 Prozent, die ihn unterstützen, sind die Leute, die wir in der Republikanischen Partei brauchen».

Radikalisierte Rechte

Experten halten es für möglich, dass einige geldpolitische Vorstellungen Pauls ins Wahlprogramm aufgenommen werden. Für seine aussenpolitischen Absichten gilt dies bestimmt nicht. Keiner der anderen Kandidaten wäre bereit, das US-Militärengagement im Ausland praktisch komplett zu beenden und bei der Verteidung drastisch zu sparen. In der Innenpolitik nehmen Konkurrenten Pauls Themen auf.

Mitt Romney beispielsweise sicherte zu, harte Sparmassnahmen durchzusetzen, die Regierung zu verkleinern und der Fed einen neuen Chef zu verpassen. Solche Vorschläge sprechen die radikalisierte rechtskonservative Parteibasis an, die sich zum Beispiel sehr mit den Ideen Pauls zum Goldstandard angefreundet hat.

Eigentlich jedoch, so deuten es Anhänger Pauls an, will der ehemalige Arzt nur ernst genommen werden. Und dem könnte dadurch Rechnung getragen werden, dass ihm einer der begehrten Plätze auf der Rednerliste beim Parteikonvent eingeräumt wird.

«Sollte er das Nominierungsrennen als Zweiter beenden, muss man ihn beim Konvent reden lassen», sagt Rollins. Selbst dann, wenn schon der blosse Gedanke daran, was der Mann aus Texas vor der ganzen Nation sagen könnte, Magenkrämpfe beim Parteiestablishment auslöst.

(DerBund.ch/Newsnet)

Erstellt: 18.01.2012, 22:57 Uhr

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109 Kommentare

ali kazemi

18.01.2012, 23:17 Uhr
Melden 84 Empfehlung

R.Paul sollte sich als Unabhängiger zur Wahl stellen, dann müsste sogar Obama sich warm anziehen,denn im Gegensatz zu Kriegstreibern wie Obama u Romney ist mit Paul zum ersten Mal seit Robert Kennedy jemand mit echten Wahlchancen da,der es wirklich ernst meint mit Benneden der US-Militarismus.Das wäre für ganze Welt eine chance für echte globale Kooperation.Aber vermutlich endet er wie R.Kennedy! Antworten


Daniel Herzog

19.01.2012, 08:47 Uhr
Melden 38 Empfehlung

Ron Paul ist der einzige Kandidat der Republikaner der nicht vollkommen paranoid überall auf der Welt nach neuen Kriegsschauplätzen ausschau hält. Die FED ist eine absolute Dunkelkammer wo die Banker und Grossindustielle sich mit Bailouts die Säcke füllen auf Kosten der kommenden Inflation. Die Schulden sind so massiv das es nur mit radikalen Lösungen weitergehen kann. Paul hat sie auf dem Tisch. Antworten



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