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Umweltkonferenz in Rio mit harzigem Start

Aktualisiert am 20.06.2012 15 Kommentare

Ban Ki Moon hat bei seiner Eröffnungsrede zum «Rio 20»-Gipfel die bereits publizierte Abschlusserklärung verteidigt. Diese wird von Umweltverbänden, aber auch von der Schweizer Delegation kritisiert.

1/14 Einsatz für die Zukunft des Planeten: Ein Junge hält während einer Aktion am Rande des Gipfels eine Pflanze in die Höhe. (22. Juni 2012)
Bild: AFP

   

Führt die Schweizer Delegation am Weltgipfel Rio+20: Franz Perrez, Leiter des Bundesamtes für Umwelt (BAFU). (Bild: Keystone )

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UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon hat die Weltgemeinschaft eindringlich aufgefordert, die Weichen für eine nachhaltige und umweltschonende Entwicklung zu stellen. 20 Jahre nach dem Erdgipfel (1992) von Rio seien nur langsam Fortschritte erzielt worden.

«Jetzt haben wir eine zweite Chance. Wie dürfen diese Chance nicht verpassen. Die Welt schaut darauf, ob sich die Worte in Taten verwandeln», sagte Ban heute Mittwoch zur Eröffnung des dreitägigen Gipfels, an dem über 100 Staats- und Regierungschefs teilnehmen.

Zur Eröffnung ein Abschlussdokument

Die Agenda des «Rio 20»-Gipfels sei mindestens so wichtig wie die des am Dienstag beendeten G20-Gipfels der führenden Volkswirtschaften in Mexiko. «Hier (in Rio de Janeiro) haben wir die Möglichkeit, die Welt auf einen nachhaltigen Weg zu führen. Unsere kostbarste Ressource ist dabei die Zeit», sagte Ban.

Es sei der Moment für die Regierungen der Welt zu handeln. Die Verhandlungen über das geplante Abschlussdokument seien «langsam und sehr schwierig» gewesen, erklärte Ban. Viele hätten ein ehrgeizigeres Dokument erwartet.

Die rund 50 Seiten starke Deklaration trägt den Titel: «Die Zukunft, die wir wollen». Unter anderem heisst es darin: «Die Beseitigung der Armut ist die grösste globale Herausforderung, vor der die Welt heute steht, und unverzichtbare Bedingung für nachhaltige Entwicklung.»

Eine zentrale Rolle spielt in dem Dokument das Konzept einer «Green Economy» (grünen Ökonomie). Zudem soll ein Prozess zur Entwicklung von Nachhaltigkeitszielen angeschoben werden.

Umweltverbände äussern scharfe Kritik

Die Bewertungen des Dokumentes gingen stark auseinander. Es sei vielleicht nicht der beste Entwurf der Welt. «Aber es ist eine Vereinbarung für eine bessere Welt», sagte Ida Auken, die Umweltministerin Dänemarks, das die EU-Ratspräsidentschaft innehat.

Die in dem Textentwurf vorgesehene Einrichtung eines ranghohen politischen Forums für nachhaltige Entwicklung sei sehr wichtig. Zudem enthalte der Entwurf ein Zehnjahresprogramm für nachhaltige Produktion und nachhaltigen Konsum.

Die Umweltschutzorganisation Greenpeace zog dagegen eine vernichtende Bilanz: «Der Scheitern ist absolut. Der Text verurteilt die Welt zu einer Zukunft der Verschmutzung, der Plünderung und Zerstörung», sagte ein Greenpeace-Experte.

Ähnlich äusserte sich ein Verteter der Umweltschutzorganisation WWF Deutschland. «Der Nachhaltigkeitsgipfel in Rio droht zu einer reinen Schauveranstaltung zu werden.» Beim Meeres- und Waldschutz gebe es keine Fortschritte. Die UNO-Konferenz dauert noch bis am Freitag.

Für die Schweiz ist nicht viel zu holen

Aus Schweizer Sicht ist am Gipfel lediglich ein Kompromiss möglich. Der Entwurf der Abschlusserklärung stelle keinen grossen Wurf dar, mit dem Text sei ein Minimalschritt erreicht worden, sagte der Leiter der Schweizer Delegation, Franz Perrez, in Rio de Janeiro vor den Medien. Immerhin, der Text führe auch einige gute Neuerungen ein, meinte Perrez weiter.

Das Treffen dauert noch bis Freitag. Umweltministerin Doris Leuthard wird die Schweiz auf oberster Stufe vertreten. An der Plenarversammlung wird sie auch die offizielle Schweizer Rede halten.

Bundespräsidentin Eveline Widmer-Schlumpf hätte ursprünglich ebenfalls nach Rio reisen und nach Angaben des Finanzdepartements Staats- und Regierungschefs treffen wollen. Da die Gesprächspartner wegen der Entwicklungen um die Schuldenkrise in Europa nun nicht anreisen, bleibt die Finanzministerin in der Schweiz. (omue/fko/sda)

Erstellt: 20.06.2012, 11:11 Uhr

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15 Kommentare

eugen boller

20.06.2012, 12:19 Uhr
Melden 20 Empfehlung 0

Wie will man denn unter dem herrschenden Geldsystem, welches stetes Wachstum voraussetzt, diese Probleme nur ansatzweise lösen? Es (System) interessiert sich im Wachtums- und Gewinnzwang, weder für Nachhaltigkeit noch für die Armut. Im letzteren Fall höchstens für die Rohstoffe der verarmten Länder! Jahrzehnte schon existieren diese Probleme. Es wird geredet aber niemals über den "Auslöser"! Antworten


Felix Meier

20.06.2012, 20:50 Uhr
Melden 11 Empfehlung 0

Die Argumente werden immer dünner und die WeltBevölkerung schluckt nicht mehr alles was diese Flachleute von sich geben. Antworten



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