Ausland

US-Medien sehen Mitt Romney als Sieger

Von Christian Köppel. Aktualisiert am 04.10.2012 27 Kommentare

Mitt Romney war «offensiv, klar und sicher», Präsident Barack Obama wirkte «schwach und zerstreut», schreiben US-Medien. Auch eine Umfrage von CNN sieht den Republikaner vorne.

1/15 Stellten beide falsche Behauptungen auf: Barack Obama und Mitt Romney während ihres ersten TV-Duells. (3. Oktober 2012)
Bild: Keystone

   

Romney bei den Zuschauern vorne

CNN-Umfrage

Nach dem ersten Fernsehduell zwischen US-Präsident Barack Obama und dem republikanischen Kandidaten Mitt Romney haben nach einer Umfrage des amerikanischen Fernsehsenders CNN zwei Drittel der befragten Zuschauer den Herausforderer zum Sieger erklärt. Demzufolge sagten 67 Prozent der Befragten, Romney habe das Rededuell gewonnen. Nur 25 Prozent sahen den Präsidenten als Sieger.

CBS-Umfrage

CBS News befragte nach der Debatte 523 neutrale Personen, welche das TV-Duell mitverfolgt hatten. 46 Prozent der Befragten sahen klar Mitt Romney als Sieger der Debatte. 22 Prozent waren der Meinung, Barack Obama sei siegreich aus dem Treffen gegangen. 32 Prozent werteten den Ausgang des Duells als ein Unentschieden. (kpn)

Duell: Barack Obama und Mitt Romney debattieren am Fernsehen. (Video: Reuters )

Stimmen nach der Debatte: Amerikaner beurteilen Obama und Romney. (Video: Reuters )

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Kaum war das Rededuell der beiden Präsidentschaftsanwärter zu Ende, erschienen bereits die ersten Kommentare in den US-amerikanischen Medien. Tenor der Journalisten: Mitt Romney sei besser gewesen.

«New York Times»: «Präsident nicht aggressiv genug»

«Für Mitt Romney stand beim ersten TV-Duell viel auf dem Spiel,» schreibt die «New York Times». Er sei denn auch von Beginn weg offensiv aufgetreten und habe den Präsidenten in Bedrängnis gebracht, vor allem bei den Fragen zur Wirtschaft, den Arbeitsplätzen und der Gesundheitsversorgung.

Der Präsident hingegen war für die NYT nicht «aggressiv genug». «Barack Obamas TV-Auftritt hat nur wenig mit der schwungvollen Wahlkampagne zu tun, wie wir sie bis jetzt gesehen haben.» Er bezeichnete zwar Romneys Vorschläge, die Mittelschicht zu stärken, als unverantwortlich. «Der Präsident ging aber weder auf Romneys 47-Prozent-Kommentar noch auf sein privates Vermögen ein, das immer wieder zu Diskussionen Anlass gab.»

«Washington Post»: «Obama wirkte wie Al Gore»

Der republikanische Präsidentschaftskandidat Mitt Romney zeigte sich in der Debatte energischer als je zuvor im gesamten Wahlkampf, ist für die «Washington Post» klar. Er sei entspannter gewesen als sein Kontrahent und habe gute Laune versprüht. «Obama hingegen schaute abwechselnd genervt und verloren in die Kamera.» Der Präsident schien zu «stocken und schwafeln». Er habe während Ausführungen seines Gegners das Gesicht verzogen und verärgert gewirkt. Die «Washington Post» vergleicht seinen Auftritt sogar mit jenem von Al Gore, der damals arrogant wirkte. Gewinner des Abends deshalb für die Washington Post: Mitt Romney.

«Los Angeles Times»: «Romney war klar und sicher»

Die «Los Angeles Times» bringt es auf den Punkt: Weder Barack Obama noch Mitt Romney sei es im ersten Fernsehduell gelungen, einen K.O.-Schlag zu landen. Gleichzeitig machte aber auch keiner einen schweren Fehler, welcher das Rennen auf das Präsidentenamt entschieden hätte.

Romney habe die schärferen Antworten als Obama gebracht, habe sich ständig unter Kontrolle gehabt und nie zerstreut gewirkt. Obama hingegen hätte manchmal der Fluss in seinen Ausführungen gefehlt: «Das war nicht sein bester Abend», meint die «Los Angeles Times».

«Huffington Post»: «Romney wins the night»

Romney sei viel relaxter aufgetreten als Obama, der einen Grossteil der Debatte damit zugebracht habe, «seine Politik zu erklären», schreibt die «Huffington Post» . Er habe Romney «kaum in die Augen geschaut» und «konnte sich nicht glaubhaft erklären». Zudem konnte der Präsident seinen Ärger über Mittt Romney nicht verbergen.

Dennoch sei es laut «Huffington Post» nicht so einfach, Romney als Gewinner zu bezeichnen: «Es ist schwierig zu wissen, wie die Millionen von Wählern auf die Debatte reagieren werden.»

«Fox News»: «Moderator war noch schlechter als Obama»

«Der einzige Trost für die schwache Leistung Obamas: Der Moderator war noch schlechter», schreibt «Fox News». Jim Lehrer, Chefredaktor bei «PBS Newshour» sei unfähig gewesen, die Diskussion zu steuern. Obwohl die Debatte in sechs Abschnitte unterteilt war, habe der Diskussionsleiter nicht einmal das erste Zeitlimit von 15 Minuten einhalten können. (DerBund.ch/Newsnet)

Erstellt: 04.10.2012, 07:20 Uhr

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27 Kommentare

Enrico Bach

04.10.2012, 07:45 Uhr
Melden 109 Empfehlung 33

Sachlicher korrekter Inhalt scheint hier wenig zu zählen... ich habe keinen einzigen konkreten Vorschlag von Romney gehört, welcher die Probleme der USA lösen könnte. Obama hätte vielleicht einfach ein bisschen mehr betonen müssen wem das Wirtschaftschaos zu verdanken ist... bin immer wieder überrascht wie kurzlebig das Gedächtnis ist... Antworten


Kurt Blaser

04.10.2012, 08:40 Uhr
Melden 82 Empfehlung 37

Es ist natürlich klar das die Medien Romney hervorhebt, müssen sie ja, denn die Medien gehören ja auch den Reichen aus der Oberschicht (siehe Berlusconi) und die profitieren ja von Romney`s wirdereinführung der mittelalterlichen Klassentrennung und Steuererleichterung für die Reichsten des Landes. Wenn solch ein Multimilionär Präsident wird hat die hart arbeitende US-Befölkerung verloren. Antworten



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