Ausland

Spanien will im Streit mit Argentinien die EU und die WTO einschalten

Aktualisiert am 19.04.2012 16 Kommentare

Im Ringen um den Erdölkonzern YPF wehrt sich Madrid gegen die Verstaatlichung durch Buenos Aires – mit rechtlichen Mitteln. Spanien plant offenbar eine Klage vor der Welthandelsorganisation (WTO).

«Sie gehören uns – sie sind argentinisch»: Poster für die Verstaatlichung der beiden Firmen CFK und YPF in Buenos Aires. (18. April 2012)

«Sie gehören uns – sie sind argentinisch»: Poster für die Verstaatlichung der beiden Firmen CFK und YPF in Buenos Aires. (18. April 2012)
Bild: Reuters

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Spanien will im eskalierenden Streit über die Verstaatlichung der Repsol-Tochter in Argentinien offenbar die Welthandelsorganisation (WTO) einschalten. Die Regierung werde die Europäische Union darum bitten, eine Beschwerde bei der WTO gegen Argentinien einzulegen, wie heute aus Regierungskreisen verlautete.

Weitere Details waren zunächst nicht zu erhalten. Spanien hatte bereits am Dienstag wirtschaftliche Vergeltung angekündigt und drohte wegen der «Feindseligkeit» gegenüber dem spanischen Ölmulti Konsequenzen auf diplomatischer Ebene sowie im Bereich Industrie und Energie an.

Die EU-Aussenminister wollen bei ihrem Treffen am Montag darüber beraten, wie sie mit dem Streit zwischen Spanien und Argentinien umgehen. Ein Sprecher des US-Aussenministeriums bezeichnete die geplante Verstaatlichung am Mittwoch als «negative Entwicklung», die der Wirtschaft des lateinamerikanischen Landes und dem Investitionsklima schaden könne.

Gesetzestext erarbeitet

Argentiniens Präsidentin Cristina Fernández de Kirchner hatte am Montagabend die Verstaatlichung der Repsol-Tochter YPF angekündigt und diese mit der Bedeutung für die Energieversorgung begründet. Ungeachtet der Kritik schritt das Parlament in Buenos Aires am Mittwoch mit den Verstaatlichungsplänen voran.

Ein Ausschuss des Senats verständigte sich über die Grundzüge des entsprechenden Gesetzestexts. Branchenexperten zufolge handelt es sich um die grösste Verstaatlichung im Energiesektor, seit Russland vor rund zehn Jahren den Ölkonzern Yukos des damaligen Oligarchen Michail Chodorkowski unter die Kontrolle des Kreml brachte.

Repsol gehören 57 Prozent an YPF. Den Wert der Tochter beziffert Repsol auf 18 Milliarden Dollar und fordert auch eine entsprechende Entschädigung. Der Marktwert von YPF beläuft sich derzeit auf gut zehn Milliarden Dollar. (rub/sda)

Erstellt: 19.04.2012, 07:41 Uhr

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16 Kommentare

Roman Huber

19.04.2012, 09:40 Uhr
Melden 18 Empfehlung 0

Naja, mit dem Hintergrund das Repsol Investitionen zurücksteckte, die Produktion zurückging und Argentinien dadurch zum Energie-Importeur wurde, kann ich das ganze irgendwie nachvollziehen. Dann noch das Gerücht mit den Chinesen. Für uns vielleicht erstaunlich, aber es gibt anscheinend noch Politiker, denen die Menschen und das eigene Land mehr wert sind als die Profite einiger Konzerne/Karriere. Antworten


Ueli Eichenberger

19.04.2012, 09:58 Uhr
Melden 15 Empfehlung 0

Ach lasst gut sein! Repsol hatte die Bohr- und Verwertungsrechte von der korrupten Junta für ein Butterbrot und lächerliche Schmiergeldzahlungen erhalten und verschmutzt seither das Land, die Luft und die Anwohner. Bodenschätze gehören dem Volk. Wer sie ausbeutet, soll dafür angemessen bezahlen und die mindesten Umweltstandards einhalten. Repsol hat genug profitiert. Antworten



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