Ausland

Papst ruft auf dem Platz der Revolution zu mehr Offenheit auf

Aktualisiert am 27.03.2012 1 Kommentar

Mit Marschmusik wurde der Papst in Kuba empfangen. Sein Auftritt vor Präsident Raúl Castro war auch ein Appell für eine offenere Gesellschaft. Eine regierungskritische Protestaktion wurde schnell im Keim erstickt.

1/22 Worüber sich die beiden unterhielten, wurde nicht bekannt: Fidel Castro begrüsst Benedikt XVI. Das Bild wurde vom Pressebüro des Vatikans freigegeben. (28. März 2012)
Bild: AFP

   

Messe in Kuba durch Zwischenrufe gestört. (Video: Keystone )

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Papst Benedikt XVI. hat nur Stunden nach seiner Ankunft auf Kuba mit Zehntausenden von Gläubigen in Santiago de Cuba eine Messe gefeiert. In seiner Predigt rief er die kubanischen Katholiken dazu auf, ihrem Glauben neue Kraft zu geben.

Sie sollten «mit den Waffen des Friedens, der Vergebung und des Verständnisses für den Aufbau einer offenen und erneuerten Gesellschaft, einer besseren, menschenwürdigeren Welt kämpfen». Er wisse, wie viel Anstrengung, Mut und Verzicht sie unter den konkreten Umständen ihres Landes brauchten.

Grosses Fest zu Ehren einer hochverehrten Jungfrau

Im Mittelpunkt des Gottesdienstes auf der Plaza Antonio Maceo stand die 400-Jahr-Feier der Auffindung des Gnadenbildes der als Patronin des Landes hochverehrten Jungfrau von El Cobre. Dieses religiöse Fest war ein wesentlicher Anlass für die Pastoralreise des katholischen Kirchenoberhauptes nach Kuba.

«Dieser Besuch ist eine Botschaft der Liebe», sagte die 59-jährige Hausfrau Jorgelina Guevara vor Beginn der Messe. «Das kubanische Volk braucht das.» Nach einer Schätzung von Vatikan- Sprecher Federico Lombardi besuchten mindestens 200'000 Menschen den Gottesdienst, an dem auch Präsident Raúl Castro teilnahm.

Zum Auftakt seines mit Spannung erwarteten Besuchs in Kuba hatte der Papst mehr Fortschritte in den Beziehungen zwischen der Kirche und der Regierung in Havanna angemahnt. «Ich trage in meinem Herzen die gerechten Erwartungen und berechtigten Wünsche aller Kubaner, wo immer sie leben», sagte er bei der Ankunft in Santiago de Cuba, wo er seinen dreitägigen Pastoralbesuch des Landes begann.

Empfang mit militärischen Ehren

Der Papst wurde in Santiago von Raúl Castro mit militärischen Ehren, Marschmusik und Kanonensalven empfangen. Ein Gespräch mit Castro ist für diesen Dienstag in der Hauptstadt Havanna vorgesehen.

In seiner Begrüssung sagte der Präsident: «Das kubanische Volk wird Ihren Botschaften aufmerksam und mit Respekt zuhören». Kuba werde seinen Kampf für eine bessere Welt fortsetzen. Erneut kritisierte Castro die seit einem halben Jahrhundert geltenden US-Sanktionen gegen Kuba, die in seinem Land grossen Schaden verursacht hätten.

Benedikt erinnerte an die historische Reise seines Vorgängers Johannes Paul II. im Jahre 1998. Danach sei das Verhältnis von Staat und Kirche in eine neue Phase eingetreten - «auch wenn es weiterhin viele Felder gibt, auf denen grösserer Fortschritt möglich und notwendig ist». Dem Papst geht es vor allem darum, den öffentlichen Beitrag der Kirche in dem sozialistischen Land deutlicher zu machen.

Castro lässt keine Proteste zu

Der Besuch des Papstes fällt in eine Zeit wachsender politischer Spannungen in dem sozialistischen Karibikstaat. Präsident Raúl Castro hat zwar wirtschaftliche Reformen begonnen. Aber die Forderung, auch aus Kreisen der Kirche, nach weitergehenden Reformen lehnt er ab. Proteste lässt er - gerade auch vor Benedikts Besuch - unterdrücken.

Unmittelbar vor Beginn des Gottesdienstes rief ein Mann in der Nähe der ausländischen Journalisten regierungskritische Parolen wie: «Nieder mit der Revolution! Nieder mit der Diktatur!» Sicherheitsbeamte führten den Mann ab.

(mrs/sda)

Erstellt: 27.03.2012, 07:03 Uhr

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1 Kommentar

Roswitha Kunz

27.03.2012, 11:11 Uhr
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Gleich od.gleicher. Das gesamte römisch-kath.Dogma mit hierarchischem Priesterkult widerspricht den Evangelien u.der ursprünglich apostolischen Gemeinschaft. Das System Vatikan ist auf gleichem Grund v.Unterdrückung,Verfolgung u.Mord gebaut, wie jede Diktatur.Das marxistische Ideal, nicht zu verwechseln mit kommunistischen Diktaturen, ist die einzige Theorie, die dem christl. Auftrag gerecht wird. Antworten



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