Ausland

«Mein Mann ist sehr mutig, sehr tapfer»

Aktualisiert am 26.03.2012

In einem TV-Interview meldete sich die Ehefrau des US-Amokläufers aus Afghanistan zu Wort. Karilyn Bales bezeichnet die Vorwürfe als unglaublich. Derweil wurden neue Details zur Tat bekannt.

Steht hinter ihrem Mann: Karilyn Bales. (Screenshot: NBC)

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Afghanistan: US-Soldat richtet Blutbad an

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In der Provinz Kandahar ist ein Nato-Soldat Amok gelaufen.

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Der wegen Tötung von 17 afghanischen Zivilisten beschuldigte US-Soldat ist heute von seiner Ehefrau in einem Interview des US-Senders NBC verteidigt worden. Sie bezeichnete die gegen ihn erhobenen Vorwürfe als «unglaublich». Ihr Mann sei «sehr mutig, sehr tapfer», sagte Karilyn Bales über ihren Mann Robert. Dieser sei nach den Anschlägen vom 11. September 2001 den Streitkräften beigetreten, um «seine Familie, seine Freunde und sein Land zu schützen».

Bales unterstrich weiter ihren Unglauben über die Anschuldigungen gegen ihren Mann: «Er liebt Kinder, er ist gar selbst noch wie ein Kind», sagte die Ehefrau. Ich habe keine Ahnung, was passierte, aber er würde niemals... Er liebt Kinder, er würde dies niemals tun.

Robert Bales wird vorgeworfen, vor rund zwei Wochen seine Militärbasis im Süden Afghanistans verlassen und neun afghanische Kinder sowie acht Erwachsene getötet zu haben. Derzeit ist der Feldwebel im Militärgefängnis von Fort Leavenworth im US-Staat Kansas inhaftiert.

Attentat in zwei Etappen

Der wegen eines Massakers im Süden Afghanistans angeklagte US-Soldat soll die Tat nach Presseinformationen in zwei Etappen verübt haben. Wie die «New York Times» gestern unter Berufung auf einen ungenannten Beamten berichtete, ergaben dies die bisherigen Ermittlungen. Demnach kehrte der Feldwebel Robert Bales am 11. März nach den ersten Morden auf seinen Stützpunkt in der südlichen Provinz Kandahar zurück.

Erst später am Abend sei er erneut aufgebrochen, um in einem anderen Dorf weitere Menschen zu töten. Die meisten der insgesamt 17 Opfer waren Frauen und Kinder. Die US-Militärjustiz hatte Bales am Freitag wegen 17-fachen Mordes angeklagt. Sie brachte zudem sechs weitere Anklagepunkte wegen Angriffs und versuchten Mordes vor. Nach Angaben der US-Armee droht Bales bei einer Verurteilung die Todesstrafe. Die Mindeststrafe für Mord sei lebenslange Haft. Ausserdem müsse der 38-jährige Soldat bei einem Schuldspruch mit der unehrenhaften Entlassung aus der Armee sowie dem Verlust aller finanziellen Ansprüche rechnen.

Bales in Kansas in Haft

In einer Anhörung muss nun überprüft werden, ob die Beweise für einen Prozess in den USA ausreichen. Angehörige der Opfer des Massakers verlangten dagegen ein Verfahren in Afghanistan. Der Feldwebel befindet sich derzeit auf dem Militärstützpunkt Fort Leavenworth im US-Bundesstaat Kansas in Haft. Nach Angaben eines US-Militärsprechers ist es «mehr als wahrscheinlich», dass Bales in den USA vor Gericht gestellt wird.

(mrs/dapd)

Erstellt: 26.03.2012, 07:33 Uhr

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