Ausland

Medwedew und Obama betreiben Cheeseburger-Diplomatie

Aktualisiert am 25.06.2010

US-Präsident Barack Obama und der russische Präsident Dmitri Medwedew haben an der Vertiefung der Beziehungen beider Staaten gearbeitet.

Bei Cheeseburger und Cola wird der Weg für gute Wirtschaftszusammenarbeit geebnet: Dimitri Medwedew und Barack Obama im Lokal «Ray's Hell Burger».

Bei Cheeseburger und Cola wird der Weg für gute Wirtschaftszusammenarbeit geebnet: Dimitri Medwedew und Barack Obama im Lokal «Ray's Hell Burger».
Bild: Reuters

Cheeseburger-Diplomatie

US-Präsident Barack Obama und sein russischer Amtskollege Dmitri Medwedew haben ihre Gespräche am Donnerstag im Weissen Haus für einen typisch amerikanischen Snack unterbrochen. Obama führte den Gast aus Moskau in das Hamburgerlokal «Ray's Hell Burger» in Arlington nahe Washington aus, wo die beiden an einem kleinen Tisch Platz nahmen und Cheeseburger bestellten. Obama bestellte dazu Tomaten und Salat, während Medwedew Lust auf Würziges erkennen liess: Er orderte grüne Pepperoni und Zwiebeln. Die beiden Staatschefs teilten sich eine Portion Pommes Frites. Den Weg in das Schnelllokal legten sie gemeinsam in Obamas Limousine zurück. Nach der Stärkung wartete wieder der Ernst des politischen Alltags auf die beiden Präsidenten: Für den Nachmittag war eine gemeinsame Pressekonferenz vorgesehen.

Medwedew twittert

Der Kremlchef hatte vor dem Eintreffen in Washington die Hightech-Schmiede Silicon Valley in Kalifornien besucht und war mit Gouverneur Arnold Schwarzenegger zusammengetroffen. Medwedew verfasste auch seine erste Twitter-Nachricht.

Mithilfe des Gründers und Chefs des Online-Kurznachrichtendienstes, Evan Williams, liess der russische Präsident die Welt wissen: «Hallo allerseits. Ich bin jetzt auf Twitter. Dies ist meine erste Nachricht.»

Allerdings schrieb er auf Russisch, die Übersetzung lieferte sein Dolmetscher. Wie der «San Francisco Chronicle» weiter berichtet, wurde das Nutzerkonto @KremlRussia eigens für den Besuch Medwedews im Twitter-Hauptquartier neu eingerichtet.

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Bei einem Gespräch im Weissen Haus in Washington ging es vor allem um den Ausbau der Wirtschaftszusammenarbeit, hiess es aus dem Weissen Haus. Es sollte auch der Vorbereitung auf die G-8/G-20-Gipfel ab Freitag in Toronto dienen, an denen beide Präsidenten teilnehmen. Die Kirgistan-Krise war ebenfalls Thema. Die USA betreiben wie Russland eine Militärbasis in dem zentralasiatischen Land.

Das Treffen folgte nur zwei Monate nach Medwedews letztem Besuch in den USA und vor dem Hintergrund eines «Neustarts» in den Beziehungen - gekrönt durch das START-Abrüstungsabkommen. Diesmal konnten sich die Präsidenten in ihrem siebten Treffen verstärkt den Bereichen Handel, Investitionen und Innovationen zuwenden.

Zeichen stehen gut

Experten zufolge ist dieser Themenwechsel ein deutliches Zeichen für die weitere Verbesserung des ehemals frostigen Verhältnisses.

«Beide Präsidenten glauben, dass es grosses Potenzial gibt, die Beziehung über die bisherigen Diskussionspunkte hinaus zu erweitern», sagte Ben Rhodes, stellvertretender nationaler Sicherheitsberater der USA in der «Washington Post».

Streit um Raketenabwehr

Im Gepäck hatte Medwedew aber auch andere politische und internationale Themen. Unterschiedliche Auffassung zwischen beiden Staaten gibt es noch bei der geplanten US-Raketenabwehr in Europa, die von Russland abgelehnt wird.

Die USA wollten bei den Planungen mit der russischen Seite kooperieren, sagte Obama am Donnerstag in einem Interview der russischen Nachrichtenagentur Interfax. «Ich glaube, eine gemeinschaftliche Raketenabwehr mit Russland hat ein enormes Potenzial.»

Beide Staaten könnten an Sicherheit gewinnen, wenn sie Technologien auf diesem Gebiet austauschten und Informationen über Raketenabschüsse in anderen Ländern teilten.

Deutliche Unterstützung für Russlands Beitritt zur WTO

Barack Obama hat sich am Donnerstag nachdrücklich und eindeutig für die Mitgliedschaft Russlands in der Welthandelsorganisation (WTO) ausgesprochen. «Russland gehört in die WTO», erklärte Obama auf einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem russischen Präsidenten Dmitri Medwedew im Weissen Haus.

Russland bemüht sich schon seit längerem um die WTO-Mitgliedschaft, die USA unterstützten dies bislang aber nur unter gewissen Bedingungen. (mt/sda)

Erstellt: 24.06.2010, 21:02 Uhr

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