Ausland
Madman mit losem Mundwerk
Von Martin Kilian, Washington. Aktualisiert am 19.04.2012 6 Kommentare
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Er wirft gern verbale Handgranaten. Und seine Lunte ist extrem kurz. Man nennt ihn nicht zu Unrecht «Motor City Madman» – den Verrückten aus Detroit. Ted Nugent kann damit leben. Der Hardrock-Gitarrist, der seine Erfolge vor allem in den Siebzigern feierte, ist längst zu einem konservativen Lautsprecher mutiert, ja zu einer Ikone der amerikanischen Rechten, die fleissig applaudiert, wenn er sich mit Schusswaffenkritikern oder Tierschützern oder ganz allgemein mit den Demokraten anlegt.
Denn Theodore Anthony Nugent hasst die Demokraten. Er ist Republikaner. Und jetzt ist Ted mal wieder explodiert. Am vergangenen Wochenende sagte er am Rande der Jahresveranstaltung der Waffenlobby NRA, wenn Barack Obama im November wiedergewählt werde, «werde ich nächstes Jahr um diese Zeit entweder tot oder im Gefängnis sein». Der Secret Service, für die Sicherheit amerikanischer Präsidenten zuständig, erwägt nun, den Rocker einzuvernehmen. Schliesslich kann seine apokalyptische Bemerkung als Drohung verstanden werden.
«Kill It and Grill It»
Kaum aber hatte sich der Wirbel über Teds dunkle Worte gelegt, schob der Gitarrist am Dienstag nach: Er stehe voll zu dem, was er da gesagt habe. Dann schmähte der bekennende Fleischfresser und Verächter von Vegetariern – er schrieb ein Buch mit dem Titel «Kill It and Grill It» – Debbie Wasserman Schultz, die Vorsitzende des Demokratischen Nationalkomitees, als «gehirntote, seelenlose Idiotin» und die Regierung Obama als «widerwärtig und böse». Zudem verglich sich Theodore Anthony mit einem «schwarzen Juden bei einem Nazi-Aufmarsch».
2008 hatte der enthemmte Gitarrenvirtuose mit seinen Ausfällen gegen Barack Obama («ein Stück Scheisse») und Hillary Clinton («eine wertlose Hündin») schon einmal für Aufruhr gesorgt. Als er im März bekannt gab, er wolle den republikanischen Präsidentschaftskandidaten Mitt Romney unterstützen, freute sich Romneys Sohn Tagg: «Ted Nugent hat sich heute für meinen Dad ausgesprochen. Ted Nugent? Ist das nicht cool?», tweetete der Sohn.
Romneys Stab findet Nugent nicht nur cool
Nun scheint der rabiate Gefolgsmann dem Romney-Stab allerdings nicht mehr geheuer zu sein. «Mitt Romney ist der Meinung, alle sollten sich höflich verhalten», reagierte Romneys Sprecherin Andrea Saul auf die Ausfälle des Rockers. Ted Nugent wird sich ganz sicher nicht daran halten. (DerBund.ch/Newsnet)
Erstellt: 19.04.2012, 11:06 Uhr
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6 Kommentare
Macht mal einen Punkt von wegen Gitarrenvirtuosen. Der langweiligste und am meisten überschätzte Showman der 70er Jahren hat sich halt ein paar andere Hobbies gesucht um nicht an seiner Bedeutungslosigkeit einer Depression zu verfallen! Antworten
Es beeindruckt mich immer wieder von neuem, welche intelligenten und visionären Persönlichkeiten und Anhänger amerikanische Politik hervorbringt und wie primitiv der Umgang mit Menschen Argumente zu sein scheinen. Das ist einfach nur noch peinlich - und eine solche Nation will der Welt Demokratie und Menschenwürde predigen! Wenigstens hat der FBI wieder mal eine Aufgabe, der er gewachsen ist. Antworten

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